Ein ausgedehntes Partywochenende mit den besten Freunden im dekadenten Ferienhäuschen der Eltern. Was wünscht man sich mehr? Das denkt sich auch die College-Studentin Sara (Sara Paxton) und lädt ihre Kommilitonen in das luxuriöse Feriendomizil ihrer Eltern am Morris Salzwassersee in Louisiana ein.
Dort angekommen schlägt die anfängliche Ausgelassenheit allerdings schnell in Panik um, als der College-Footballstar Malik (Sinqua Walls) beim Wakeboarden blutüberströmt aus dem Wasser wankt. Schnell wird klar, dass das kein normaler Unfall war. Der Salzsee wimmelt vor Haien. Doch wie kamen sie da hinein? Was Sara anfangs noch für eine irrwitzige Vermutung hält, bewahrheitet sich schnell: Ihr Ex-Freund Dennis (Chris Carmack) scheint etwas mit der Sache zu tun zu haben. Soll das etwa Dennis späte Rache sein für das was damals zwischen ihnen vorgefallen ist? Sara begreift schnell, dass nicht nur sie sich in einer lebensbedrohlichen Lage befindet…
WERBUNG
| FILMKRITIK
Steven Spielbergs Kassenschlager „Der Weiße Hai“ (1975) ist Kult. Sein Haihorror brachte dem Erfolgs-Regisseur drei Oscars, einen Grammy, einen Golden Globe und den Hollywood-Durchbruch ein. Seitdem haben viele versucht dem Original nachzueifern. Unzählige Monster wurden erschaffen, um den Kinobesuchern das Fürchten zu lehren. Angefangen mit den beiden Sequels „Der weiße Hai 2“(1978) und „der weiße Hai 3“(1983) über aktuellere Streifen wie „Deep Blue Sea“(1999) „Open Water“(2003) oder „Piranha 3D“ (2010) bis zu unserem Trash-Horror „Shark Night 3D“. Sie alle haben Eines gemein: Mit Spielbergs „großem Weißen“ konnte bisher leider keiner mithalten.
Regisseur David R. Ellis („Final Destination 2“, Final Destination 4“) ist kein Neuling mehr auf dem Tier-Horror-Gebiet. Vor „Shark Night 3D“ ließ er bereits panikverbreitende Schlangen aus allen möglichen Winkeln eines Flugzeug kriechen („Snakes on a Plane”,2006). Als Second-Unit-Regisseur hatte er zudem an Renny Harlins „Deep Blue Sea“ mitgewirkt. Mit diesen Erfahrungen dürfte einem guten Hai-Horror also nichts mehr im Wege stehen. Da haben wir uns alle jedoch zu früh gefreut. Ellis hat es tatsächlich geschafft, es zu vermasseln.
Aber beginnen wir erst einmal mit dem Gelungenen. Leider kann ich an dieser Stelle nur einen Punkt nennen: die 3-D-Effekte. Obwohl sie an Land eher überflüssig wirken, machen sie unter Wasser dafür richtig Spaß. Allerdings sieht man den Haien schon auf den ersten Blick an, dass sie aus dem Animationsstudio stammen.
Splatter-Fans, die sich jetzt schon auf ordentlich viel Blut und abgerissene Körperteile freuen, muss ich leider auch enttäuschen. Zwar fließt in beinahe jeder Wasserszene literweise Kunstblut, allerdings verdecken die roten Wolken komplett die Sicht auf das eigentliche Geschehen.
Auch der Gruselfaktor bleibt ziemlich gering. Denn Ellis‘ Haie pirschen sich nicht hinterrücks und mit dramatischer Musik unterlegt an ihre Opfer heran. Sie machen recht kurzen Prozess mit den Teens und ehe man sich versieht, hat man wieder besagte rote Wolke vor der Nase.
Dafür setzt Ellis scheinbar auf Monster-Vielfalt. Denn beim großen Weißen will er es nicht belassen. Da schwimmen Tigerhaie, Hammerhaie, Bullenhaie, Zigarrenhaie,… Bis auf letztere wird allerdings auf die mörderischen Eigenarten verschiedener Haie nicht genauer eingegangen, auch wenn das laut Presseheft versucht wurde.
Aber kommen wir nun zum Wichtigsten, der Story. Die kennen wir mittlerweile alle schon zu genüge. Feierwütige Studenten mit Traum-Body machen sich zusammen auf um die Party ihres Lebens zu feiern und werden nacheinander von sich im Wasser tummelnde Bestien verputzt. Zuletzt bekamen wir die altbewährte Story bei „Piranha 3D“ aufgetischt. Mit einem entscheidenden Unterschied: Die Macher der Killerfisch-Parade nahmen weder sich, noch die Story ihres Films ernst. Und genau das war ihr Erfolgsgeheimnis. Denn unter dieser Prämisse macht so eine Story richtig Laune! „Shark Night 3D“ hingegen meint es ernst und sorgt damit an so manchen Stellen für eher ungewollte Lacher.
Doch nicht nur die Studenten-Nummer ist schon bis zum Äußersten ausgereizt. Auch die Tatsache, dass die Teenies auf der Insel keinen Handy-Empfang haben oder dass sexy Sara ein dunkles Geheimnis bewahrt, waren ja fast klar.
Vor allem aber fragt man sich den ganzen Film über Eines: Wenn die Jugendlichen doch wissen, dass es in dem See nur so wimmelt von blutrünstigen Haien, wieso in aller Welt spaziert einer nach dem anderen trotzdem noch ins Wasser? Sogar das erste Opfer Malik beschließt das Ganze nochmal aus der Nähe zu betrachten. Im Delirium will er sich an dem Hai rächen, der ihm den Arm abgebissen hat (ja, die Blutarmut führt bekanntermaßen zu den irrwitzigsten Ideen). Auf umständlichsten Plot-Wegen bringen die beiden Drehbuchautoren (Will Hayes und Jesse Studenberg) tatsächlich auch alle Köder nochmal in den See. Und auch in diesem Fall gilt: würden es die Filmemacher nicht ernst meinen, wäre alles gut und bestimmt auch recht lustig. So hat die Geschichte bei mir nur eines bewirkt: Kopfschütteln.
| FAZIT
„Shark Night 3D“ nimmt sich leider zu ernst. Als Horror-Komödie könnte er durchaus funktionieren. Als waschechter „Horrorschocker“ (wie ihn das Presseheft einordnet) wird er allerdings schlechte Karten haben.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung