Der deutsche Titel und der des Originals verdeutlichen die ganze Bandbreite der Problematik mit Alzheimerpatienten. Je nach Blickwinkel will man ’an der Seite’ des geliebten Menschen bleiben und ist doch genau genommen ’ewig weit weg von ihm’, weil er gedanklich in einer anderen Welt lebt. Es ist ein beachtenswertes Regiedebüt von Sarah Polley, die wir bis dato nur als tolle Schauspielerin kannten. Sie hat einen sehr emotionalen aber auch informativen leisen Film abgeliefert, der auf äußerst einfühlsame Weise die Situation von beiden Seiten der Betroffenen beleuchtet und darüber hinaus auch noch ein Signal der Hoffnung setzt. Man erlebt die unerwarteten Krankheitsschübe, die Hilflosigkeit der Angehörigen, aber auch deren Unmut, wenn alles etwas zuviel wird. Ein Winterfilm, nicht nur in Bezug auf die Jahreszeit, in der er spielt, sondern er betrifft auch den Winter des Lebens. Julie Christie in einer ihrer beeindruckendsten Altersrollen.
Ein ruhiges und an einigen Stellen äußerst berührendes Drama über das Verschwinden der Erinnerung durch die Krankheit Alzheimer. Ein Ehemann muß nach vielen gemeinsamen Jahrzehnten lernen, die Frau seines Lebens loszulassen, da sie ihm durch diese furchtbare Krankheit nach und nach entschwindet. Julie Christie und Gordon Pinsent wirken in ihren Rollen auf großartige Weise durchweg authentisch. Ein wirklich toller "kleiner" Film, dessen deutscher Titel "An ihrer Seite" dem Inhalt skurilerweise ebenso sehr gerecht wird wie der Originaltitel "Away From Her"...