Dienstag | 29. Mai 2012 | 00:10 Uhr
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    • | KURZINHALT

    • Im Alter von gerade Zweiundreißig Jahren hatte Angie schon über dreißig Arbeitsstellen. Nun wurde ihr schon wieder ein mieser Job gekündigt. Also beschließt sie, sich gemeinsam mit ihrer Freundin Rose mit einer Arbeitsvermittlungs-Agentur für Gastarbeiter aus Osteuropa selbständig zu machen. Als das Unternehmen aufgrund der harten Konkurrenz zu scheitern droht, beginnt sie, auch illegalen Einwanderern Jobs zu vermitteln. Damit begibt sie sich auf dünnes Eis und bald steht sie vor der Wahl, was ihr wichtiger ist: Moral oder Geld.
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    • | KURZKRITIK

    • Realistisch, unmittelbar und sozialkritisch: Ken Loach findet mit "It's a free world" zu alter Form zurück und zeigt in seinem zu Recht preisgekrönten Film, wie wacklig das Grundgerüst der Moral sein kann, wenn es um Geld und daraus erwachende Gier geht. Er kritisiert, ohne zu belehren und regt zum Nachdenken an, ohne zu langweilen. Indem er dabei eine Frau in den Mittelpunkt stellt, die nicht auf eine Opfer- oder Täterrolle reduziert werden kann, macht er deutlich, wie stark die Grenzen zwischen Verlierern und Gewinnern im globalen Arbeitsmarkt mitunter verschwimmen können.
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    • Wertung: stern stern stern stern stern

      | FILMKRITIK

    • Realistisch, unmittelbar und sozialkritisch: Ken Loach findet mit "It's a free world" zu alter Form zurück und zeigt, wie wacklig das Grundgerüst der Moral sein kann, wenn es um Geld und daraus erwachende Gier geht. Er führt seine Zuschauer hinein in eine Welt, in der Gesetze keine Bedeutung mehr haben, in der Begriffe wie Verantwortungsgefühl oder Solidarität zu Floskeln verkommen sind und Menschen stetig an Wert verlieren. Dabei macht er auch deutlich, wie sehr wir selbst bereits in dieser Welt verstrickt sind, ohne dass uns das bewusst sein muss. Immerhin kann man sich leichter aus der Verantwortung stehlen, wenn man den Niedriglohnarbeitern, die das gerade erworbene Produkt hergestellt haben, nicht in die Augen sehen muss.
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    • | VIDEOS ZUM FILM

    • It´s a Free World: Trailer

    • | SZENENBILDER

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    • | CAST & CREW

    Regie:   Ken Loach
    Buch:   Paul Laverty als Screenplay  
    Musik:   George Fenton
    Kamera:   Nigel Willoughby
    Produzent:   Ulrich Felsberg als Executive Producer  
      Rebecca O'Brien als Producer  
    Darsteller:   Kierston Wareing als Angie  
      Juliet Ellis als Rose  
      Leslaw Zurek als Karol  
      Joe Siffleet als Jamie  
      Colin Coughlin als Geoff  
      Maggie Hussey als Cathy  
      Raymond Mearns als Andy  
      Davoud Rastgou als Mahmoud  
      Mahin Aminnia als Mahmouds Frau  
      Shadah Kavousian als Mahmouds Kind  
      Sheera Kavousian als Mahmouds Kind  
      Frank Gilhooley als Derek  
      David Doyle als Tony  
      Eddie Webber als Unternehmer  
      Johnny Palmiero als Unternehmer  
      Faruk Pruti als Emir  
      Jackie Robinson-Brown als Schulleiterin  
      Miro Somers als Angreifer  
      Branko Tomovic als Milan  
      Serge Soric als Toni  
    • | USERKOMMENTARE

    • 8martin| Frei aber brutal
    • In den Filmen von Ken Loach stehen immer die Arbeitnehmer im Mittelpunkt. In seinen Working Class Dramen hat er oft teils mit Humor teils mit krassen Realitätsschilderungen beeindruckt. Wobei er immer sehr sensibel und mit großer Sachkenntnis zu Werke geht. Sein Herz schlägt unüberhörbar links. Jetzt hat er sich die Arbeitsvermittlung von illegalen Einwanderern vorgenommen. Hier versucht Angie (Kierston Wareing) mit einer Ich-AG Fuß zu fassen. Sie wechselt also die Seiten. Zwangsläufig gerät sie in die Illegalität und holt sich mehrmals gelinde gesagt eine blutige Nase. Doch ihre Geldgier ist so übermächtig, dass sie alle moralischen Skrupel beiseite wischt und unbeirrt konsequent ihren Weg macht. In der Ellenbogengesellschaft herrscht ein knallharter Konkurrenzkampf. Mindestlohn ist ein Fremdwort, Ausbeutung an der Tagesordnung. Ohne Partei zu ergreifen schildert Loach, wie hart es in der Branche zugeht und das macht betroffen. Lediglich zwei Randfiguren (Vater und Freundin) stellen die berechtigten Fragen, die eigentlich selbstverständlich sein müssten. Angies Reaktionen zeigen aber, wie begrenzt ihre Einsichten sind, wie eng ihr kapitalistischer Tunnelblick ist und wie skrupellos sie die nächste noch so kleine Chance ergreift weiterzumachen. Diese sogenannte ’freie Welt’ ist kalt und brutal.
    • 10.06.2011 Bewertung:
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