Wie viele amerikanische Bombast-Actionfilme beginnt auch "Deep Impact" friedlich: eine Gruppe von Jugendlichen beobachtet die Sterne. Unter ihnen ist auch Leo Biederman (Elijah Wood), der einen merkwürdigen, ihm nicht bekannten Stern am Firmament erkennen kann. Um herauszufinden woher dieser Stern kommt, beginnt Professor Marcus Wolf (Charles Martin Smith) den Stern näher zu betrachten und macht eine furchtbare Entdeckung. Bevor er seine Erkenntnisse jedoch weitertragen kann, stirbt er bei einem Autounfall.
Monate später ermittelt die Journalistin Jenny Lerner (Téa Leoni) in der Rücktrittsaffäre des Ministers Alan Rittenhouse (James Cromwell). Jenny stößt anscheinend auf eine Geliebte von Rittenhouse die Elle heißt. Kurz darauf wird Jenny vom FBI gekidnapped und zum US-Präsidenten Tom Beck (Morgan Freeman) gebracht. Nun erst begreift sie, dass Elle keine Person, sondern der Name eines streng geheimen Projektes der Regierung ist.
Tom Beck fühlt sich durch Jennys unabsichtliche Aufdeckung dazu gezwungen, an die Öffentlichkeit zu gehen - und was diese zu hören bekommt wird niemanden erfreuen. Ein Komet von der Größe New York Citys rast auf die Erde zu. In zehn Monaten wird er den blauen Planeten erreichen, alles Leben vernichten und die Welt in eine Staubwüste verwandeln. Natürlich sind die Amerikaner in Zusammenarbeit mit den Russen schon dabei, die Katastrophe abzuwenden. In der "Messias", einem modernen Raumgleiter, soll eine Weltallmission unter der Leitung des jungen aufstrebenden Captains Oren Monash (Ron Eldard) und des alternden, eher nachdenklichen Astronauten Spurgeon Tanner (Robert Duvall), stattfinden.
Das Schiff soll auf dem Kometen landen wo die Astronauten dann Atombomben in ihm versenken sollen. Die Mission scheitert. Es kommt zu Todesfällen, die Atomwaffen haben nicht die erzielte Wirkung, sie zerstören den Kometen nicht, sondern spalten ihn nur. Nun rasen zwei Kometen auf die Erde zu, der erste wird eine Flutwelle von unermesslichen Ausmaßen verursachen, der zweite den Planeten in die Steinzeit zurückversetzen. Auf der ganzen Welt bricht Panik aus. In der Zwischenzeit war jedoch auch Präsident Beck nicht untätig, er hat in den Bergen ein Tunnel- und Höhlensystem angelegt, in dem 1 Million Menschen Platz haben. Nun beginnt der Kampf um die Plätze.
Jenny Lerner weiß nicht was sie tun soll. Sie hat zwar einen Platz im Bunker, doch was ist mit ihren Eltern, zumal sie mit ihrem Vater Jason (Maximilian Schell) in großem Streit lebt. Leo Biederman und seine Familie gehören ebenfalls zu den Auserwählten, doch was geschieht mit Leos Freundin Sarah (Leelee Sobiski)? Um sie mitzunehmen, heiraten die Kinder kurzerhand. Im Weltall plant Tanner in der Zwischenzeit eine letzte Rettungsmöglichkeit. Wenn die letzten Atomraketen im Inneren des Kometen explodieren, müsste dieser in Millionen kleine Steinchen explodieren. Doch dazu müsste die Messias durch einen Tunnel in den Kern vordringen - und würde niemals zurückkehren...
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| FILMKRITIK
Im Sommer '98 traten die beiden Superfilme "Armageddon" und "Deep Impact" gegeneinander an, da sie das gleiche Thema hatten. Super steht hier aber für "superteuer". "Armageddon" ist eher ein gut gelauntes Popcorn-Movie, "Deep Impact" dafür wesentlich aussagekräftiger und - für einen Effektfilm vielleicht nicht gerade perfekt - dröge ohne Ende. Zum einen wirkt er durch seine hohe Anzahl an verschiedenen Charakteren, die überhaupt nichts miteinander zu tun haben, viel zu episodenhaft, denn im Endeffekt gibt es drei Handlungsstränge und jeder versucht im Mittelpunkt zu stehen.
Da ist die Geschichte der Weltraummission, die Geschichte der Journalistin die mit dem Präsidenten zusammenarbeitet (als Nebenhandlung erlebt man dann noch den Streit ihrer Eltern) und drittens die Geschichte des Jungen der den Kometen entdeckt. Übrigends ein völlig überflüssiger und an den Haaren herbeigezogener Handlungsstrang, der zudem noch so kitschig aufgebaut wird, dass er einfach nur nervt.
So bleibt der gut gemeinte Versuch eines emotionalen Endzeit-Dramas, das jedoch daran scheitert, dass es keine Emotionen freisetzt. Denn "Deep Impact" lässt dem Zuschauer nie die Möglichkeit, sich eine persönliche Identifikationsfigur aufzubauen, einfach weil es zuviele Charaktere gibt und in 117 Minuten nicht genug Zeit ist, wenigstens ein paar der Figuren ausreichend und glaubhaft zu definieren.
Wie man merkt, hatten das gleiche Problem auch viele der Darsteller. Grandiose Schauspieler wie Morgan Freeman, Maximilian Schell und Mary McCormack irren etwas ziellos durch die Handlung - wenn sie zumindest mal auf der Leinwand zu sehen sind. Da helfen auch keine große Starbesetzung, keine guten Effekte, keine Konsequenz und auch kein guter Wille, die Katastrophe möglichst realistisch zu erzählen, der Film bleibt nur Durchschnitt.
Im Kino jedoch wurde genau die richtige Strategie eingeschlagen. Der Film wurde durch Trailer und Werbung zum Bombast-Actionfilm gepuscht, das was die Zuschauer zu sehen bekamen war aber eher ein Familiendrama. Auf den kurz danach gestarteten "Armageddon" hatte danach natürlich kaum noch einer Lust, so dass dieser Film hinter den Besuchererwartungen weit zurück blieb. Schade, denn dieser hat in seiner Werbekampagne nicht vorgetäuscht etwas anderes zu sein als das was er ist, nämlich Action vom Feinsten.
| FAZIT
Eher ein dröges Familiendrama als ein richtig guter Actionfilm. Was er auch versucht, der Film bleibt nur Durchschnitt.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung