Dienstag | 29. Mai 2012 | 00:25 Uhr
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    • | KURZINHALT

    • Der siebenjährige, stotternde Liam wächst im Liverpool der 30er Jahre auf. Seine Familie ist arm, aber glücklich. Als der Vater seine Arbeit in der Schiffswerft verliert, geht es mit der Familie bergab. Liams 13-jährige Schwester Teresa muss als Dienstmädchen in einer reichen jüdischen Familie arbeiten. Der Vater richtet seinen ganzen Hass auf diese Familie, seiner Meinung nach Inbegriff aller Schuld an seiner Misere. Schuld und Sühne beschäftigen Liam auch in der Schule. Liams Lehrerin versucht, den Kindern mit der Angst vor der Hölle Disziplin beizubringen, und der Pfarrer erinnert daran, dass jede Sünde die Nägel tiefer in die Hände des gekreuzigten Jesus treibt. Als Liam seine Mutter nackt sieht, ist er überzeugt, eine schwere Sünde begangen haben. Schließlich beichtet er dem Pfarrer, und erzählt auch gleich, dass seine Mutter nicht normal sei, weil sie nicht so aussehe wie die Frauen auf den alten Gemälden. "Alle Frauen haben Haare da unten," erwidert der Pfarrer ernst. Liams Vater lässt sich von der faschistischen Bewegung in Liverpool mitreissen und dies wird am Ende der Familie zum Verhängnis. Teresa wird befohlen, ihren Arbeitgebern zu kündigen, weil sie Juden sind. Liam begleitet seine Schwester auf diesem Gang und wird Zeuge, wie sein Vater mit einer Gruppe Gleichgesinnter einen Molotowcocktail auf das Haus der jüdischen Familie wirft, nicht ahnend, dass Teresa darin ist. Liam kann sich nicht verständlich machen, und das Schlimme passiert: das brennende Geschoss trifft Teresa...
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    • | CAST & CREW

    Regie:   Stephen Frears
    Buch:   Jimmy McGovern  
    Musik:   John Murphy
    Kamera:   Andrew Dunn
    Produzent:   Colin McKeown  
    Darsteller:   Claire Hacket als Mom  
      Anthony Borrows als Liam  
      Ian Hart als Dad  
      Anne Reid als Mrs. Abernathy  
      Megan Burns als Teresa  
      Russell Dixon als Pfarrer Ryan  
    • | USERKOMMENTARE

    • 8martin| Armut zwischen Kirche und Faschismus
    • Obwohl Stephen Frears die Geschichte hauptsächlich aus der Sicht des kleinen Liam erzählt, der vom Religionsunterricht terrorisiert wird und das Elend seiner Familie nur hilflos mit ansehen kann, ist der Weg seines Vaters aus der Arbeitslosigkeit zur faschistischen Partei Englands wohl das eigentliche Anliegen des Films. Für uns interessant wie vor dem zweiten Weltkrieg auch auf der Insel Antisemitismus und hier lokal bedingt der Hass auf die Iren eine Rolle spielen. Mit viel Sympathie für alle seine Figuren und atmosphärisch genau getroffen schafft er ein beeindruckendes Bild der Arbeiterklasse jener Zeit. Da die hier herrschende Armut von der Kirche als Autorität noch ausgenutzt wird, erscheint der Faschismus als Lösung aller Probleme. Frears führt die verschiedenen Handlungsstränge so zu einem spannenden Finale, dass sich die Frage von Schuld und Sühne aufzudrängen scheint. Und nach dem Feuer schweigen alle Personen, nur Liam versucht zu trösten.
    • 26.01.2010 Bewertung:
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