Dienstag | 29. Mai 2012 | 16:44 Uhr
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  • USERKOMMENTARE | Tödliches Kommando - The Hurt Locker
  • 8martin | Fully Embedded
  • ‘Krieg ist eine Droge‘ heißt es im Vorspann, der Film ist es nicht. Er schreckt aber auch nicht ab. Hier ist der Hauptdarsteller die permanente Gefahr und seine Schwester die Angst. Beides versuchen die Soldaten im Irak-Einsatz mit Zynismus oder schmutzigen Sprüchen zu überspielen. Und ebenso wie die Akteure stumpft der Zuschauer auch im Laufe der Handlung ab. Dieser Gewöhnungsprozess wird durch die dokumentarische Art und Weise verstärkt, mit der hier Regisseurin Kathryn Bigelow herangegangen ist. Es gibt keinen Höhepunkt, keine dramatische Entwicklung, sondern nur Einblicke in einen ‘Verletzten Spind‘ (Originaltitel!), was auf das Innenleben der Soldaten hinweisen könnte. Im ersten Teil ist es das Entschärfen von Bomben, im zweiten sind es Kampfhandlungen in der Wüste und im dritten geht es um Saufen, Privatisieren und männliches Kräftemessen. Und zwecks Niveauanhebung gibt es noch einen Nachschlag: der Held bei Frau und Tochter.
    Trotz 6 Oscars hat mich der Film nicht wirklich berührt. In der Abteilung Dokumentation, die ‘fully embedded‘ war, gab’s das auch schon. Vielleicht hat hier Amerika sein Kriegstrauma abgearbeitet.
  • 21.03.2012 Bewertung: stern stern stern stern stern
    • Cheops | Krieg ist eine Droge
    • Mit diesen blödsinnigen Worten im Vorspann beginnt der, meiner Meinung nach völlig überbewertetem Durchhaltefilm „Tödliches Kommando – The Hurt Locker“, der 2010 allen Ernstes als bester Film ausgezeichnet wurde. Bei der Oscarverleihung 2010 war ich nur angefressen, als dieser Film der beste von 2009 sein sollte, nun habe ich ihn auf Sky gesehen und bin echt sauer.
      Der Film von Kathryn Bigelow ist zwar schon aus dem Jahr 2008, fiel im Kino kaum positiv auf und beim Publikum erst mal durch, aber die Academy of Motion Picture war wohl der Meinung, man sollte das Interesse der Öffentlichkeit mit einem Oscar als bester Film wachrütteln und hat dafür das Meisterwerk „Avatar“, das schon satte zwei Milliarden Dollar eingespielt hat, auf die Plätze verwiesen. Jeremy Renner, der aus Filmen wie „S.W.A.T.“ und 28 Weeks later“ bekannt ist, spielt den Bombenentschärfer Staff Sergeant William James, der den Macho gibt und so lässig mit cool gemeinten Sprüchen Bomben entschärft, wie andere Männer an Toastern schrauben. Wenn er dieses, im Film völlig ungefährliche Handwerk, natürlich erfolgreich erledigt hat, erholt er sich in der Kaserne dann a einem PC bei bunten Ballerspielen. Der Krieg im Irak ist bei Frau Bigelow eine ziemlich saubere Angelegenheit, aber bei mir ist er es nicht und schon gar nicht dieser Krieg, den es nur gibt, weil Bush gelogen hat. Soldaten, die als Besatzer mit Besetzten plaudern, als wären sie in einem Dorf in Texas und nicht im feindlichen Bagdad und auch mit Selbstmordattentätern mit Dynamit um den Bauch wird erst noch freundliche Konversation betrieben, bevor sie explodieren. Ansonsten hat der Film viele Längen, die mit amerikanischer Lebensweise der Soldaten gefüllt werden, die sich so aufführen, als wären sie zuhause im Dorf und nicht im feindlichen Bagdad. Regisseurin Kathryn Bigelow ging da sehr viel unkritischer ans Thema als ihr Exmann James Cameron, der genau das in Avatar in sehr schönen Bildern verarbeitet hat und zum Auftreten der Amerikaner anderen Menschen oder besser, Lebewesen, gegenüber recht kritisch und sehr unterhaltsam auf Distanz ging. Sie ist also eher für Krieg und er dagegen. Ich möchte nicht wissen, wie die Ehe der Beiden ausgesehen hat, aber sie war sicher unterhaltsamer als die quälenden 130 Minuten „Tödliches Kommando – The Hurt Locker“, bei der es mir mit jeder verstrichenen Minute schwerer fiel, die Entscheidung der Academy für dieses Werk als bester Film nachzuvollziehen. Zumal das Ende des Films dann noch sehr viel fragwürdiger ausfiel als sein lausiger Beginn. Frau Bigelow hat da einen amerikanischen Durchhaltefilm mit Videospieloptik für die Playstation-Generation abgeliefert, aber das hat herzlich wenig mit gutem Kino zu tun, sondern eher mit schlechter Politik. Nur für sowas bezahlt heute keiner mehr eine teure Kinokarte. Ich zumindest nicht und daher ist mein Urteil und meine persönliche Wertung dann auch eher vernichtend. Ich würde direkt in den negativen Bereich tendieren und dieses (Mach)Werk mit -10/10 ansiedeln. Es gibt selbst von Uwe Boll Filme, die mich sehr viel weniger gelangweilt haben und Amerika hat sich seit 2008 auch verändert, aber das scheint der Academy offenbar entgangen.

      Der Trailer war wohl noch das Beste am Film.
    • 14.11.2010 Bewertung: stern stern stern stern stern
      • Flapman | Ali Baba und die vierzig Bomben
      • Ein durchweg spannungsgeladener Film über einen Mann und seine Passion Bomben zu entschärfen.

        Der gefährliche Alltag von US-Soldaten bei ihren Einsätzen im Irak innerhalb unglaublich chaotischer Verhältnisse, deren völlig gestörtes Verhältnis zur Zivilbevölkerung, weil sich Freund und Feind schlichtweg nicht unterscheiden lassen und der allgegenwärtige Tod aus dem Hinterhalt, der in Form von Bomben und Heckenschützen stets an jeder Ecke lauern kann - dies alles ist hier wirklich sehr mitreißend und authentisch wirkend inszeniert und trotz des recht häufigen Einsatzes der in letzter Zeit ja so beliebten Action-Shaky-Cam verliert man als Zuschauer niemals den Überblick über eine Szene.

        So manch riskanter Alleingang der Hauptfigur Sergeant William James entgegen der üblichen Vorgehensweisen im straff organisierten US-Militär wirkt allerdings doch ein wenig unglaubwürdig, außerdem bleibt für eine etwas tiefergehende Betrachtung der Figuren und ihrer Motive nur sehr wenig Zeit zwischen den zahlreichen Action-Szenen.
        "Ein Mann muß eben das tun, was ihm am meisten Spaß macht!", ist quasi so eine Art Minimalaussage, die James gegenüber seinem kleinen Sohn einmal herausrutscht. Das mag für viele doch etwas dünn klingen, aber es wird auch deutlich, daß zuviel Nachdenken nicht wirklich hilfreich ist, um als Soldat zu funktionieren. So war es ja schon immer und so wird es leider wohl auch immer sein ...
      • 15.03.2010 Bewertung: stern stern stern stern stern
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            Wertung: 6.6/10 (18 votes)

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