Dienstag | 29. Mai 2012 | 03:03 Uhr
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  • FILM REVIEW | Johanna von Orleans
  • Johanna von Orleans

    Action, Abenteuer, Drama, Historie | USA 1999
  • | INHALTSANGABE

  • Von Visionen geplagt wird sie zur Hoffnung eines ganzen Volkes. Bereits mit 8 Jahren weiß das Bauernkind Jeanne (Jane Valentine), dass sie Gottes Botin ist. 1420 ist Frankreich besetzt von den Engländern, die mit brutalster Gewalt versuchen, sich des Landes zu bemächtigen. Nachdem Jeannes Schwester vor ihren Augen von einem englischen Soldaten vergewaltigt und ermordet und ihr Dorf abgebrannt worden ist, beschließt das Mädchen, die britischen Feinde für immer zu hassen.

    Mit 17 Jahren (Milla Jovovich) gelingt es ihr, an den Hof des Dauphin (John Malkovich), dem zukünftigen König Frankreichs Charles VII, der vor seiner Krönung erst die Feinde zurückschlagen muss, vorzudringen und ihn von ihrer göttlichen Eingebung zu überzeugen. So führt das Mädchen die Reste der französichen Armee nach Orleans, denn wer Orleans besitzt, der kann auch den Krieg für sich gewinnen.

    Hier hält Dunois (Tchéky Karyo) bereits seit Jahren erfolgreich die Stellung gegen die Briten. Als das aufbrausende, völlig planlose junge Mädchen mit der Armee anrückt, weiß er erst nicht wie er reagieren soll. Jeannes Kampfesplan geht jedoch auf. In einer blutigen Schlacht erobert sie Orleans zurück, befreit es von den englischen Besatzern, führt jedoch auch hunderte von Menschen in den Tod. Dadurch wird sie in Frankreich zur Nationalheldin, der Dauphin lässt sich zum König krönen.

    Jeanne versucht danach, Paris zurückzuerobern, erhält jedoch von Charles VII keine weitere Unterstützung. Zufrieden mit der offiziellen Krone will er keinen weiteren Kampf, ob sein Volk hungert ist ihm egal. Jeanne wird für ihn und seine machtgierige Schwiegermutter Yolanda (Faye Dunaway) zum politischen Problem, so dass bald nur noch der Bogenschütze Aulon (Desmond Harrington) hinter Jeanne steht.

    Duch eine Intrige des Königs gerät Jeanne in die Gefangenschaft der Burgunder. Das Lösegeld, das Aulon organisiert, lässt er lieber in die Staatskasse fließen, so dass die Burgunder Jeanne an die Engländer verkaufen. Diese machen ihr mit Unterstützung des Vatikans den Prozeß wegen Ketzerei. Mit 19 Jahren wird sie zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt.

    Im Kerker begegnet ihr die letzte Vision, ein Möch (Dustin Hoffman), der sich als ihr Gewissen herausstellt. Jeanne steht vor der Frage, ob sie wirklich die Botin Gottes ist, oder ob ihre Visionen nur Hirngespinste waren. Die Antwort auf ihre Frage erfährt sie im weltlichen Leben nicht mehr, als Hexe gekennzeichnet endet sie auf dem Scheiterhaufen.
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      • | FILMKRITIK

      • Dutzende Male wurde die Geschichte der heilligen Johanna, der Jeanne D'Arc, der Jungrau von Orleans bereits verfilmt. Frankreichs Regie-Ikone Luc Besson, der Dank Werken wie "Nikita", "Leon", "Subway" oder "Im Rausch der Tiefe" zu den größten Kinovisionären der Welt gehört, demontiert in seiner "Johanna"-Fassung eine Nationalheilige.

        In berauschenden Bildern zeigt er den Weg eines kleinen Bauernmädchens zur Führerin der französischen Armee. Ein Aufstieg, der ihr nur Dank einer nicht bewiesenen Begabung gelingt: sie glaubt, Gottes Stimme zu hören. Anfangs schweglt der Film so sehr in Gottessymbolik, dass es einem schon mehr als penetrant vorkommt. Für den Zuschauer steht es zu diesem Zeitpunkt außer Frage, die Erwähltheit Jeannes zu hinterfragen oder gar zu bezweifeln.

        Doch mit zunehmender Story und der ständig steigenden Anzahl an Leichen tut Besson dies selber und am Ende bleibt ein junges Mädchen übrig, das einzig für ihren Rachegedanken gekämpft hat, nicht für Gott und auch nicht für ihr Land. Verraten von ihren Gönnern stirbt sie mit einem schlechten Gewissen, denn sie hat verstanden, dass sie für den Tod tausender von Menschen verantwortlich ist.

        So verwebt Besson verschiedene Genreelemente in seinem Film. Er ist nicht nur ein opulentes Historien- und Schlachtengemälde, sondern genauso Tragödie und Psycho-Kammerspiel. In der Titelrolle brilliert das Fotomodel Milla Jovovich – mittlerweile Bessons Ex-Frau - die Besson bereits für die weibliche Hauptrolle in seinem SF-Spektakel "Das fünfte Element" besetzte.

        Die schöne Milla spielt mit einer Hingabe und Glaubwürdigkeit, die man ihr niemals zugetraut hätte, jedoch wird in der deutschen Fassung ihre grandiose Darstellung durch die grausige Synchronstimme gestört. "Johanna von Orleans" ist, obwohl man die Story bereits unendliche Male gesehen hat, ein mitreißendes absolutes Pflichtwerk - auch wenn man manchmal etwas Sitzfleisch braucht.
      • | FAZIT

      • Ein mitreißendes, opulentes Werk, das man gesehen haben muss.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Sebastian Schmidt

      • | Userwertung

      Wertung: 3.0/10 (2 votes)

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