Als Groteske angekündigt ertrinken die drei Hauptdarsteller des Films (Farrell, Gleeson und R. Fiennes) im Blut. Grotesk? Grotesk sind lediglich einige Passagen der Dialoge und die fehlende Logik im Handlungsablauf, vor allem gegen Ende. Das reicht zwar nicht zum Schmunzeln, mag aber als passable Unterhaltung noch durchgehen. Doch zur echten Groteske reicht es nicht. Also eine Verlegenheitsbezeichnung; zwischen mörderischem Gangsterkrimi und unfreiwilligem Urlaub auf Abruf ?! Der Kontrast zwischen der wunderschönen, mittelalterlichen Stadt Brügge und den unverständlichen Diffamierungen dieses Ambientes durch den Kunstbanausen Farrell ist wohl gewollt. Dass sich die beiden Gangsterkumpel nicht gegenseitig umlegen war vorhersehbar. Grotesk ist dann allerdings das Überleben von Collin Farrell, nachdem Fiennes ein Sieb aus ihm gemacht hat. Grotesk halt! Die Love Story mit Clémence Poésy! und alle damit zusammenhängenden Überraschungen sorgen für zusätzliche Action. Der deutsche Titel macht das Abstruse viel deutlicher als der des Originals ’In Brügge’. Dabei mag es manchen Zuschauern ebenso ergangen sein wie den Gangstern, die sich fragen „Wo liegt das eigentlich?“
Eigentlich hatte ich aufgrund des Trailers im Vorfeld ein eher schlechtes Gefühl bei diesem Film, aber glücklicherweise habe ich danach immer wieder dermaßen positive Meinungen vernommen, daß ich ihn mir nun doch angeschaut habe. Und ich kann nur sagen, daß es wirklich ein großer Genuß war, da hier einfach alles stimmt: eine tolle Kameraarbeit, durchweg hervorragende Schauspieler und eine recht ordentliche Story, die einen im genau richtigen Erzähltempo durchweg bei der Stange hält. Vor allem der Ire Brendan Gleeson hat mich in seiner Rolle absolut überzeugt und auch die wunderschöne Hannah Murray weiß allein schon durch ihr reines Antlitz zu begeistern.