Vor jedem neuen Teil von "Das Böse" freu ich mich auf neuen Schwachsinn, bin aber auch gespannt, ob Don Coscarelli vielleicht doch bei den völlig kruden Geschehnissen des letzten Teils irgendwas im Hinterstübchen hatte, was durch den neuen Teil dann klar wird. Nach dem total bekloppten dritten Teil eines der kultigsten Billig-Horrorfilme der 70er kann es eigentlich nur noch besser werden. Wird es ja auch, aber leider nicht viel.
Erstmal zur Story. Wir erinnern uns: der Tall Man (Angus Scrimm) hatte Mike (Michael Baldwin) entführt, um ihn zu seinem Nachfolger zu machen, sein Kumpel Reggie (Reggie Bannister), der fahrende Eiscremeverkäufer, hing von Spheren bedrängt an der Wand. Nun ja, Mike sitzt jetzt im Leichenwagen und fährt und fährt, während der Tall Man Reggie ausnahmsweise laufen lässt.
Der will sich jetzt natürlich so schnell wie möglich verdrücken, denn er hat die Schnauze gestrichen voll von Untoten und Killerzwergen. Aber dann taucht Jody (Bill Thornbury), Mikes toter Bruder auf und überredet ihn, Mike hinterher zu fahren und ihn zu retten. Mike hingegen versucht unterdessen, etwas über die Herkunft des Tall Man zu erfahren, indem er sich eines seiner Dimensionstore bemächtigt und mal ein bisschen durch die Zeiten springt.
Dabei findet er heraus, dass der Tall Man eigentlich während des Sezessionskrieges lebte und unter dem Namen Morningside als Totengräber arbeitete. Der herzensgute alte Mann war fasziniert von der Frage nach Leben und Tod und fand bei seinen Nachforschungen das Tor zu den Dimensionen - und kam nach seinem Hindurchschreiten als Tall Man zurück. Mike plant nun, den Tall Man auszuschalten, bevor es überhaupt zu der Verwandlung kommen kann. Erschwerend ist dabei zum einen die Stahlkugel in seinem Kopf, zum anderen, dass sich Jodys Geist als hundsgemeiner Mistkerl herausstellt...
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| FILMKRITIK
"Das Böse IV" ist schon etwas anders als seine Vorgänger. Er ist ruhiger, ästhetischer und sehr atmosphärisch geschnitten. Das ändert jedoch leider nichts daran, dass die Geschichte immer noch genauso wenig nachvollziehbar, unlogisch und - hey, das ist ziemlich neu - auch vor Storyfehlern nur so überquillt.
Z.B. wenn Mike Jody fragt, ob er nun tot ist oder nicht, schließlich hätten er und seine Eltern auf Jodys Beerdigung so geheult. Dummerweise war der Ausgangspunkt der Geschichte ja der seltsame Tod von Mikes und Jodys Eltern, also hatten die ja schon das Zeitliche gesegnet als Jody verstarb, aber das nur am Rande.
Was allerdings eine sehr gute Idee ist, auch wenn sie nur dazu dient, den Film etwas zu strecken, ist die Verwendung der nicht benutzten Szenen des ersten Teils, was teilweise doch ganz interessante Momente sind, so z.B. die Ankunft des Tall Man oder die Falle, die Mike und Jody für ihn basteln.
Nun ja, angeblich bildet der vierte Teil den Abschluss der Reihe, aber dagegen spricht das wie immer verwirrende und offene Ende. Also wird uns bestimmt auf kurz oder lang ein fünfter Teil ins Haus stehen, der wieder total verschroben ist und in dem es von bekloppten Dialogen nur so wimmelt.
| FAZIT
Ruhiger und ästhetischer aber auch unlogischer und fehlerhafter als seine Vorgänger.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
Gesamtwertung:
Autor: Sebastian Schmidt
| FILMPLAKAT
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