Eleanor Lance (Lily Taylor) fühlt sich schuldig am Tod ihrer Mutter. Zehn Jahre lang hat sie die bettlägerige und kranke Frau gepflegt, sich selbst für sie aufgeopfert. Nun ist die Mutter tot und Eleanor steht vor den Scherben ihres Lebens. Eine Anzeige in einer Zeitung soll nicht nur ihre Geldsorgen für einen Moment beenden, sondern ihr auch Selbstsicherheit geben. Darum meldet sie sich auf die Annonce von Dr. David Marrow (Liam Neeson).
Der will angeblich ein wissenschaftliches Experiment über Schlaflosigkeit durchführen, in Wirklichkeit interessiert er sich aber für die Ängste des Menschen. Darum will er seine Testpersonen auch nach Hill House bringen, einem alten Schloss im Herzen Neu Englands, um das sich die düstersten Geschichten ranken.
Vor 100 Jahren soll es ein reicher Industrieller namens Hugh Crane gebaut haben, mit Ziel, dass er und seine Frau es mit Kindern bevölkern würden. Doch Cranes Frau wurde nicht schwanger. Dem Wahnsinn verfallen, entführte Crane die Kinder aus den umliegenden Dörfern, damit sie in seinem Haus spielen und es mit Leben füllen. Keines der Kinder kam jemals zurück.
Die Geschichte kann ein Mythos sein oder auch die Wahrheit über einen psychopathischen Kindermörder. Marrow ist sich sicher, dass allein diese Geschichte und die Atmosphäre des Hauses seinen Gästen die nötige Angst bereiten wird, damit er Forschungsergebnisse über die Entstehung von Angst vorweisen kann.
Mit Eleanor kommt auch die flippige und schöne Künstlerin Theo (Catherina Zeta-Jones) und der stupide Großstädter Luke Sannerson (Owen Wilson) in dem Haus an, das tagsüber nur noch von dem verschrobenen Hausmeisterehepaar Dudley (Bruce Dern/Marian Seldes) bewohnt wird. Vom ersten Moment an hat das labyrinthartige Haus eine sehr starke Wirkung auf Eleanor.
Sie glaubt bald, Stimmen zu hören und Gespenster zu sehen. Marrow, Theo und Luke halten sie für verrückt, jedenfalls solange, bis auch sie seltsame Geschehnisse bemerken. Als Eleanor Kinderstimmen hört, glaubt sie, dass die von Hugh Crane getöteten Kinder sie ausgesucht haben, damit sie Cranes untoten Geist besiegt und die Seelen der Kinder in die Freiheit entlässt...
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| FILMKRITIK
Actionregisseur Jan de Bont vergreift - ja, vergreift ist das richtige Wort - sich an einem der großen Gruselklassiker der 60er Jahre. "Bis das Blut gefriert" verstörte 1963 dank seiner grausigen Atmosphäre das Publikum. Doch der Film war sehr ruhig und psychologisch. Davon bleibt in dieser 90er-Version nichts übrig.
So greifen de Bont und sein Autor David Self lieber zu lärmenden Effekten und monströsen Gestalten, machen aus dem Geisterhaus ein Geisterschloss, aus der verwirrten Eleanor Lance eine zwar kaputte, aber nichts desto trotz äußerst starke und mutige Frau, aus dem lesbischen Medium Thea eine agressive Künstlerin namens Theo, die hier eher durch ihr Aussehen auffällt, aus dem charismatischen aber manchmal recht zwielichtigen Anthropologen John Markway einen doofen Professor namens David Marrow und aus dem arroganten und ungläubigen Luke Sanderson einen genauso ungläubigen, aber eher doof-vorwitzigen Luke Sannerson.
War im Orginal nicht etwa ein Geist zu sehen, dessen Existenz überhaupt bis über das bittere Finale hinaus selbst für den Zuschauer fraglich war, so wird in dieser Version genau dort der Schwerpunkt gesetzt und die Geschichte somit um den Punkt, der sie eigentlich mal vorantrieb, entledigt.
Ein Hollywoodremake wollte man, keinen Gruselfilm, sondern einen Film, der dank seiner Effekte Kasse machen würde. Und das nicht, weil er spannend und psychologisch hoch motiviert ist, sondern einfach nur weil er Action liefert. Die Story blieb dabei auf der Strecke. Und natürlich sollte er massentauglich sein, so erscheint die Ausgangsstory wie ein Märchen ohne Blut und Gemetzel, ergo: ein jugendtauglicher Horrorfilm. Und das ist auch bei rausgekommen, Horrorkino fürs Kinderfernsehen, ich prophezeie: RTL, 20.15 Uhr, ohne zensierte Szenen.
Wer das Original nicht kennt, findet's vielleicht noch erträglich, alle anderen können sich nur über das miese Drehbuch und die noch schlechteren Charakterisierungen aufregen, denn die lassen den Darstellern keine andere Möglichkeit, als wirr durch den Film zu irren. Nur Lily Taylor, die macht ihre Sache noch ganz gut. Freuen kann man sich höchstens über die zwar theatralischen, aber recht gut gelungenen Special Effects, ansonsten bleibt nur ein öder und uninspirierter Gruseler. Die Bewertung ist übrigens geschönt und für die zu werten, die das Orginal nicht kennen.
| FAZIT
Ein Remake das die Klasse des Originals zerstört. Horror für Kinder.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung