Dienstag | 29. Mai 2012 | 18:16 Uhr
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  • FILM REVIEW | Das Geisterschloss
  • Das Geisterschloss

    Thriller, Horror | USA 1999
  • | INHALTSANGABE

  • Eleanor Lance (Lily Taylor) fühlt sich schuldig am Tod ihrer Mutter. Zehn Jahre lang hat sie die bettlägerige und kranke Frau gepflegt, sich selbst für sie aufgeopfert. Nun ist die Mutter tot und Eleanor steht vor den Scherben ihres Lebens. Eine Anzeige in einer Zeitung soll nicht nur ihre Geldsorgen für einen Moment beenden, sondern ihr auch Selbstsicherheit geben. Darum meldet sie sich auf die Annonce von Dr. David Marrow (Liam Neeson).

    Der will angeblich ein wissenschaftliches Experiment über Schlaflosigkeit durchführen, in Wirklichkeit interessiert er sich aber für die Ängste des Menschen. Darum will er seine Testpersonen auch nach Hill House bringen, einem alten Schloss im Herzen Neu Englands, um das sich die düstersten Geschichten ranken.

    Vor 100 Jahren soll es ein reicher Industrieller namens Hugh Crane gebaut haben, mit Ziel, dass er und seine Frau es mit Kindern bevölkern würden. Doch Cranes Frau wurde nicht schwanger. Dem Wahnsinn verfallen, entführte Crane die Kinder aus den umliegenden Dörfern, damit sie in seinem Haus spielen und es mit Leben füllen. Keines der Kinder kam jemals zurück.

    Die Geschichte kann ein Mythos sein oder auch die Wahrheit über einen psychopathischen Kindermörder. Marrow ist sich sicher, dass allein diese Geschichte und die Atmosphäre des Hauses seinen Gästen die nötige Angst bereiten wird, damit er Forschungsergebnisse über die Entstehung von Angst vorweisen kann.

    Mit Eleanor kommt auch die flippige und schöne Künstlerin Theo (Catherina Zeta-Jones) und der stupide Großstädter Luke Sannerson (Owen Wilson) in dem Haus an, das tagsüber nur noch von dem verschrobenen Hausmeisterehepaar Dudley (Bruce Dern/Marian Seldes) bewohnt wird. Vom ersten Moment an hat das labyrinthartige Haus eine sehr starke Wirkung auf Eleanor.

    Sie glaubt bald, Stimmen zu hören und Gespenster zu sehen. Marrow, Theo und Luke halten sie für verrückt, jedenfalls solange, bis auch sie seltsame Geschehnisse bemerken. Als Eleanor Kinderstimmen hört, glaubt sie, dass die von Hugh Crane getöteten Kinder sie ausgesucht haben, damit sie Cranes untoten Geist besiegt und die Seelen der Kinder in die Freiheit entlässt...
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      • | FILMKRITIK

      • Steven Spielberg als Produzent, Jan de Bont als Regisseur und Weltstars wie Liam Neeson und Catherine Zeta-Jones in den Hauptrollen - man möchte meinen, dass bei einem solchen Staraufgebot der Hit des Jahres vorprogrammiert ist. Doch weit gefehlt: Dieser Film schrammt ganz knapp an einem Riesenflopp vorbei.

        Was wie die Handlung eines Trash-Movies klingt, präsentiert sich auch so. Sie ist alles andere als neu, sondern so alt wie das Horrorgenre selbst. Das spricht natürlich noch lange nicht für einen schlechten Film, aber hier gleitet man schon fast ins Lächerliche ab. Noch selten habe ich einen Film gesehen, in dem sich die Handlung so dreht und wendet, so dass sie nur mehr unfreiwillig komisch ist.

        Als Horrorfilm wird für gewöhnlich ein Film bezeichnet, bei dem sich der Zuschauer ängstigt und man zeitweise mehr Schweiß verliert, als bei einem Marathon. Doch die Bezeichnung "Horror" trifft auf "Das Geisterschloss" nicht zu - zumindest nicht so, wie es die Macher gerne hätten. Sicher, einige Szenen sind recht düster und manchmal ist man von den Special Effects beeindruckt, doch wirklich zum Fürchten war keine Szene in dem Film - Es sei denn natürlich, man fürchtet sich vor Knochen, lauten Atemzügen und Kindergeschrei.

        Das große Plus des Films sind die Special Effects. Was man an der Handlung gespart hat, investierte man in High-Tech. In einer Szene z.B. wird eine Fensterscheibe nach außen hin eingeschlagen. Mitten in der Fallbewegung der Scherben wendet sich die Fallrichtung und die Scherben gehen auf den Werfer los. Das war eine technisch beeindruckende Szene. Und auch die lebendig werdenden Statuen (Engeln, Falken) waren perfekt animiert.

        Ein Film kann noch so grottenschlecht sein (z.B. „Star Wars“), Liam Neeson wirkt immer genial. Wie er mit seinem Charisma und seiner Ausstrahlung einen Film retten kann, ist schon beeindruckend. Nicht umsonst zählt er zu den besten Schauspielern unserer Zeit. Cathrine Zeta-Jones allerdings konnte nicht überzeugen.

        Erstens war ihre Rolle als Theo nicht gerade groß und außerdem blieben ihr meistens nur die Standardsätze wie etwa "Oh mein Gott" und "Wir müssen weg von hier". Warum man ihre Rolle bisexuell anlegen musste ist mir nicht ganz klar (um die Phantasie der männlichen Zuschauer anzuregen?). Gut hat mir wiederum Hauptdarstellerin Lily Taylor als Eleonor gefallen, die nach und nach entdeckt, in welcher Beziehung sie zu diesem Haus steht.
      • | FAZIT

      • Ein Film für zwischendurch. Die Handlung ist mehr als dürftig, die Special Effects und die Schloss-Ambiente wirken toll.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Claus Schlamadinger

      • | Userwertung

      Wertung: 3.9/10 (7 votes)

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