1200 vor Christus eint König Agamemnon (Brian Cox) das zerstrittene Griechenland, unterwirft konkurrierende Herrscher und zwingt sie zum Beitritt in die von ihm geleitete Allianz. Allein Troja bewahrte bisher die Unabhängigkeit. Der selbstherrliche Agamemnon sucht nun nach einem Kriegsgrund, um auch die als uneinnehmbar geltende Stadt Troja angreifen zu können. Die Liebe zwischen Paris, dem Prinzen von Troja und Helena, Agamemnons Schwägerin, liefert ihm schließlich den Anlass zum Angriff. Denn der naive Paris (Orlando Bloom) überredet die schöne Helena (Diane Kruger), ihren Mann Menelaus (Brendan Greeson) zu verlassen, um ihn in Troja zu heiraten. Menelaus muss seinen Bruder Agamemnon nicht lange um die Durchführung seines persönlichen Rachefeldzugs gegen Troja überreden. So ziehen Agamemnons übermächtige Armeen in den Kampf. Auch sein potentester Krieger Achilles (Brad Pitt) nimmt an dem Feldzug teil. Achilles kämpft dabei nur für den eigenen Ruhm, denn er verachtet Agamemnon zutiefst.
Gemeinsam sticht die bis dahin größte Streitmacht in Richtung Troja in See. Dort schlagen die tapferen Trojaner unter Führung des Thronfolgers Hektor (Eric Bana) den Angriff zunächst zurück, bis sie sich auf die bekannte Weise von dem Trojanischen Pferd überlisten lassen.
Achilles ermöglicht den Griechen den Sieg, muss ihn aber schließlich mit dem Leben bezahlen.
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| FILMKRITIK
Wolfgang Petersens Troja steht fest in der Tradition Amerikanischer Monumental- und Sandalenfilme wie „Die zehn Gebote“ oder „Ben Hur“. Anders als seine Vorbilder, thematisiert „Troja“ aber nicht Religion oder Gerechtigkeit, sondern baut auf einer Liebesgeschichte auf. Zurückgehend auf ein Epos Homers will dieser Film Unterhaltung in Form einer klassischen Tragödie mit den maximalen Mitteln des technisch Machbaren erzählen. Um Massenszenen und Schlachten, die in ihrem Ausmaß denen von „Der Herr der Ringe“ in nichts nachstehen, gruppieren sich die Geschichten der Schlachtenlenker und ihrer rehäugigen Frauen. Deren Dialoge sind reduziert auf Äußerungen wie „Ich will nicht, dass du morgen in diese Schlacht ziehst, Liebling“. Ebenso schlicht auch die Zeichnung des imperialen Herrschers Agamemnon oder die dümmliche Naivität des Paris, der durch seine jugendliche Verliebtheit das ganze Schlamassel erst auslöst. Mehrfach deutet der Film an, es gehe um die Geschichte einer großen Liebe, die zur größten aller Schlachten geführt habe. Die Geschichte vom Brautraub aber ist eigentlich banal, die Erzählung widmet Achilles und Hektor und ihren Geschichten viel mehr Aufmerksamkeit, als den Gefühlen des dümmlichen Paris.
Viele sehen in Brad Pitt als Achilles eine Fehlbesetzung. Letztlich aber sind Besetzungsfragen im Zusammenhang mit Troja nicht entscheidend, denn die Stärken des Films liegen vor allem in den epischen Sequenzen, wenn in breitestem Cinemascope Format die Armeen vor den Mauern der Stadt aufmarschieren. Diese Bildgewalt macht es einzelnen Figuren trotz Starbesetzung und zahlreicher Großaufnahen schwer, für ihre schauspielerische Leistung in Erinnerung zu bleiben.
Letztlich entspricht „Troja“ dem Klischee vom sogenannten „Hollywood Film“: an keinem Punkt mit dem Leben vergleichbar, überhöht ins Grenzenlose, völlig unpolitisch, dabei handwerklich meisterhaft. Deswegen wird dieser Film niemanden wirklich stören, und er wird vom Fernsehen in den kommenden Jahrzehnten immer an Weihnachten dankbar neben „Ben Hur“ und „Die Zehn Gebote“ ausgestrahlt werden.
| FAZIT
Monumentalfilm, handwerklich und technisch auf der Höhe der Zeit. Trotz des riesigen Aufwands bringt Troja allerdings überhaupt nichts Neues und bleibt so gediegene Hochglanzunterhaltung für Freunde gewaltiger Bilder.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung