Das Spanien des ausgehenden 16. Jahrhunderts ist eine der größten Wirtschaftsmächte der Welt. Grund dafür ist der ertragreiche Handel mit den Kolonien und sehr viel dazu beigetragen hat der Entdecker Cortez, der gerade seine Suche nach der sagenumwobenen Stadt aus Gold, „El Dorado“, vorbereitet.
Zur selben Zeit schlagen sich die beiden Gauner Tulio und Miguel mehr schlecht als recht mit Falschspielen durch. Bei einem dieser Spiele gewinnen sie eine Schatzkarte, die angeblich nach El Dorado führen soll. Dummerweise werden ihre faulen Tricks von den Betrogenen entdeckt und so finden sich Tulio und Miguel schließlich nach einer langen Verfolgungsjagd auf dem Schiff des gnadenlosen Cortez wieder.
Dieser mag jedoch keine blinden Passagiere und wirft sie kurzerhand ins Loch. Mit Hilfe des Pferdes Altivo gelingt den beiden tollkühnen Tunichtguten jedoch erneut die Flucht, die jedoch im Beiboot samt Pferd irgendwo auf dem Meer endet. Duch ungeheures Glück werden sie schließlich an die Küste geschwemmt und finden bald die ersten Zeichen, die auf der Schatzkarte verzeichnet sind.
Ihre Spur endet jedoch bei einem Wasserfall. Hier begegnen sie Eingeborenen, die zu den Einwohnern El Dorados gehören. Der Hohepriester Tzekel-Kan hält sie für Götter, deren Ankunft seinem Volk vor hunderten von Jahren prophezeit worden ist. Miguel und Tulio nutzen diese Situation aus, sie wollen sich erst feiern lassen um sich dann mit möglichst viel Gold davon zu machen.
Dummerweise kommt ihnen das nicht minder hinterlistige Eingeborenenmädchen Chel dazwischen. Diese träumt davon, in die Zivilisation zu entfliehen und erpresst die beiden Abenteurer dazu, dass sie sie mitnehmen.
Miguel beginnt jedoch bald, anders zu denken. Er sieht in seiner Macht eine Möglichkeit, Gutes für das Volk zu tun, denn Tzekel-Kan vertritt die Ansicht, zu Ehren der Götter ein blutiges Regiment führen zu müssen. Als Miguel ihm befiehlt, keine Menschen mehr zu opfern, schöpft Tzekel-Kan Verdacht und verlangt, dass Miguel und Tulio ihre Göttlichkeit beweisen sollen. Und auch Cortez nähert sich immer weiter El Dorado...
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| FILMKRITIK
Solange wie es Zeichentrickfilme gibt, galten die Produktionen aus der Walt Disney-Fabrik als das absolut Beste was der Markt zu bieten hatte. Mehr als 60 Jahre lang konnten die Mäusemacher ihr Territorium verteidigen, doch so langsam scheinen sich die Zeiten zu ändern. So zeigt Steven Spielbergs Produktionsfirma Dreamworks mit "Der Weg nach El Dorado" nach "Der Prinz von Ägypten" erneut, dass sie sich vor niemandem zu verstecken brauchen.
Und, dass sie bereit sind, wesentlich mutiger als die Konkurrenz vorzugehen. Bereits beim "Prinzen" wurde eine relativ blutige Geschichte aus der Bibel zwar familiengerecht, aber nicht beschönigt, für die Leinwand tricktechnisch perfekt umgesetzt. Auch "El Dorado" ist da nicht anders. In den Dreamworks-Filmen werden Menschen beinahe geopfert oder auch mal von blutgierigen Dämonen zertreten.
Ebenso zeichnet der Streifen für einen Zeichentrickfilm ein recht kühles Bild des spanischen Imperialismus, das leider - aber verständlicherweise, denn die Zielgruppe des Films ist nicht älter als 12 - nicht näher vertieft wird, aber durch den grausamen Entdecker Cortez an Format gewinnt.
Trotzdem ahmen die Dreamworks-Studios im Endeffekt auch nur Disney nach. Musical-Nummern kommen genauso häufig vor wie in den Konkurrenzprodukten und auch die niedlichen Begleit-Viecher kommen hier vor, diesmal in Gestalt des hilfreichen Gürteltieres und des wiederspenstigen Pferdes Altivo.
Ein wenig seines eigenen Stils entfaltet der Film eigentlich nur dadurch, dass er schonungsloser mit seinen Protagonisten umgeht, wodurch ein Dreamworks-Film wohl nirmals eine Altersfreigabe ohne Beschränkung bekommen wird. Dies macht ihn jedoch für das erwachsene Publikum interessanter als viele Disney-Schinken.
Das - wenn auch klischeehafte Prädikat "Nur für Kinder" - das den meisten Zeichentrickfilme anhaftet, hat Dreamworks noch nicht angehängt bekommen. Dass sich Disney, zumindest in Amerika, mittlerweile auf einem ähnlichen Kurs befindet, sieht man jedoch daran, dass "Tarzan" für den deutschen Markt entschäft worden ist.
Die Zeichnungen sind sehr schön geworden und äußerst detailreich. Der Dschungel und die Stadt El Dorado wurden sehr farbenfroh bebildert und auch die Darstellung Madrids ist äußerst gelungen. Die Figuren wirken in ihrer Umgebung alles andere als steril, wurden perfekt integriert, also am Zeichenstil gibt's wirklich nichts zu maulen.
Inhaltlich setzt der Film keine Maßstäbe, aber welcher normale Zeichentrickfilm tut dies schon noch? Vieles ist unlogisch, sei es nun beispielsweise Miguels und Tulios zufällige Anschwemmung an die richtige Küste, so dass der Weg nach El Dorado nicht mehr weit ist. Auch ist es fraglich, warum die Eingeborenen so perfekt spanisch sprechen können.
Ebenso ist das Ende doch etwas offen, es schreit schon fast nach einer Fortsetzung. Auf einem normalen Spielfilm könnte man mit diesen Fehlern rumhacken, bei einem Zeichentrickfilm ist dies jedoch ok, über die Fehler in der Storyline kann man sich hier eigentlich nicht ärgern.
Die englische Sprachfassung ist äußerst prominent besetzt. Als gutmütige Haudegen Tulio und Miguel kann man hier Kenneth Branagh und Kevin Kline hören, in weiteren Rollen sprechen Rosie Perez, Armand Assante und Edward James Olmos. Die Musik steuerte Elton John bei.
Insgesamt ist "Der Weg nach El Dorado" zwar kein Meisterwerk, das ein filmgeschichtliches Denkmal verdienen würde, aber ein äußerst munteres Stück Zeichentrick, das durchgehend unterhalten kann und auch mit witzigen Momenten nicht spart.
| FAZIT
Ein munterer und unterhaltsamer Zeichentrickfilm. Solides Popcorn-Kino für die Kleineren und auch für die meisten Größeren.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung