In seinem zweiten Film verbindet Steven Soderbergh biographische Elemente der Lebensgeschichte des Schriftstellers Franz Kafka mit denen seiner surrealen Geschichten zu einem schweißtreibenden, aber auch undurchsichtigen Psycho-Thriller.
Kafka (Jeremy Irons) arbeitet im Prag des Jahres 1919 für eine Versicherungsgesellschaft. Er hat sich mit seinem Vater zerstritten und hat ein sehr gespanntes Verhältnis zu Frauen. Er hasst seine eintönige Arbeit, auch wenn er sie zu der vollsten Zufriedenheit des Inhabers (Alec Guinness) erledigt. Er versucht sich als Schriftsteller und liebt das Theater. Sein einziger richtiger Freund ist sein Kollege Eduard (Vladimir Gut).
Als dieser tot aus dem Fluss gezogen wird, zweifelt Kafka an der Selbstmordtheorie des sadistischen Inspektor Grubach (Armin Müller-Stahl). Er wendet sich an die Geliebte seines Freundes, Gabriela Rossmann (Theresa Russell). Diese ist Mitglied einer Organisation die das "Schloss" bekämpft, eine von der Regierung unterstützte Gemeinschaft aus Politikern und Ärzten.
Als auch Gabriela verschwindet, macht sich Kafka auf den Weg ins Schloss und erlebt dort den Schrecken seines Lebens. Denn dort werden Experimente zur Erschaffung des perfekten Menschen durchgeführt. Für Kafka der Beginn eines Alptraums.
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| FILMKRITIK
Soderbergh gelingt es zwar, eine bedrohliche Atmosphäre zu entwickeln, aber er schafft es nicht, "Kafka" durchgehend verständlich zu erzählen. Der größte Teil des Films ist in schwarzweiß gedreht, womit das düstere Prag unterstrichen wird, das im Übrigen in wunderbaren Aufnahmen eingefangen wird.
Wenn Kafka das Schloss betritt, setzten grelle Farben ein und wenn er es wieder verlässt, wird es wieder dunkel. Diesen Effekt muss man als einfallsreich und unkonventionell loben. Jedoch wirkt der Film am Ende symbolüberfrachtet, man kann ihn bis ins Unendliche interpretieren, er legt sich in keinster Weise fest und verwehrt damit dem Zuschauer den Zugang.
Dieses Problem scheint auch Jeremy Irons zu haben, der, was aber dem Film eigentlich zugute kommt, ziemlich orientierungslos durch die Handlung streift. Trotzdem ein äußerst interessanter Film, vor allem für Cineasten und Surrealisten.
| FAZIT
Ein surrealer und bedrohlicher aber auch undurchsichtiger Psycho-Thriller.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
Gesamtwertung:
Autor: Sebastian Schmidt
| FILMPLAKAT
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