Dienstag | 29. Mai 2012 | 01:14 Uhr
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  • FILM REVIEW | Magnolia
  • Magnolia

    Drama | USA 1999
  • | INHALTSANGABE

  • Ein normaler Tag im San Fernando Valley, Kalifornien. Doch hier sollen sich an diesem Tag drei Geschichten ereignen, die so zufällig geschehen, dass man nur noch an das Schicksal glauben kann. Der Fernsehmogul Earl Partridge (Jason Robards) liegt im Sterben. Seine Frau Linda (Julianne Moore), die den wesentlich älteren Mann nur wegen seines Geldes geheiratet hatte, merkt in dieser Situation, dass sie ihren Ehemann wirklich liebt und kommt mit der Situation nicht mehr klar.

    Der sterbende Earl bittet seinen Pfleger Phil (Philip Seymour Hoffman), seinen Sohn Frank (Tom Cruise) ausfindig zu machen, denn er hatte vor Jahren ihn und seine Mutter verlassen und Frank seitdem nur noch im Fernsehen gesehen, wo er als Sexguru Karriere gemacht hat.

    Zur selben Zeit erfährt Jimmie Gator (Philip Baker Hall), der Partridges beliebteste Quiz-Sendung "Was wissen Kinder?" seit 30 Jahren leitet, dass er unheilbar an Krebs erkrankt ist und ihm nicht mehr viel Zeit bleibt. Daraufhin besucht er seine Tochter Claudia (Melora Walters), die drogensüchtig ein trauriges Lotterleben führt und ihren Vater aus der Wohnung wirft.

    Der Polizist Jim Currigan (John C.Reilly) fühlt sich einsam. Der aufrechte Cop sucht bereits per Kontaktanzeige eine Frau und landet während seinem Streifendienst direkt bei Claudia und verliebt sich in sie. Jimmie ist mittlerweile bereit für eine neue Folge seiner Show. Unter den drei kindlichen Kandidaten sitzt das Genie Stanley (Jeremy Blackman), der aber eigentlich gar keine Lust hat, weiter blödsinnige Fragen zu beantworten, jedoch von seinem geldgierigen Vater (Michael Bowen) völlig drangsaliert und zur Teilnahme an der Show gezwungen wird.

    Vor dem Fernseher sitzt auch Donnie Smith (William H.Macy), der vor über 20 Jahren auch einmal in der Show war, den absoluten Gewinnrekord brach und zu einem amerikanischen Idol wurde. Heute steht er vor den Scherben seines Lebens. Seine Eltern haben den Gewinn verprasst, er steht ohne Job, Freunde, Familie, sogar ohne echte Identität dar.

    Für all diese Personen soll dieser ganz normale Tag zu einem Wendepunkt ihres Lebens werden, denn sie alle müssen sich, ob sie wollen oder nicht, in einer ganz besonderen Situation ihren eigenen Lebenslügen stellen.
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      • | FILMKRITIK

      • Nach "Boogie Nights" und "Magnolia" wurde Regisseur Anderson oftmals mit Robert Altman verglichen. Doch dieser Vergleich hinkt. Altman setzt auf seine Geschichten, er beschreibt Situationen, seine Figuren könnte man auch durch andere ersetzen, ohne dass sich wirklich viel ändert. Bei Anderson ist das nicht so.

        "Magnolia" lebt durch seine Charaktere und Anderson weiß genau, wie er seine Darsteller dazu bringt, diese glaubhaft auszufüllen. Schonungslos hält er die Kamera meistens direkt auf die Gesichter seiner Protagonisten, er will dem Zuschauer jede noch so kleine Emotion zeigen. Und das 188 Minuten lang. Dabei holt er hauptsächlich seine aus seinen letzten Filmen bewährte Crew vor die Kamera - und Tom Cruise.

        Tom Cruise als Sexguru Frank T. Mackey. Der Saubermann als Sexguru. Eine Extremrolle und wohl die beste, die Cruise je gespielt hat, denn unter Andersons Regie ist er so mitreißend wie noch nie. Und der Superstar wird dabei nicht etwa in den Mittelpunkt gerückt. Seine Rolle ist nicht größer als die der anderen, obwohl das Kinoplakat natürlich publikumswirksam mit seinem Namen wirbt.

        Ist "Magnolia" ein Film der Schauspieler und mehr nicht? Nein, keinesfalls. "Magnolia" ist ein bitterer Abgesang auf die Gesellschaft und Hommage an das Leben selbst. Jede der Figuren in dem Film ist einsam, verstoßen, nagt an Selbstzweifeln, kommt mit seinem Leben nicht klar. Die Geschichten, die "Magnolia" erzählt, haben anscheinend nicht viel miteinander zu tun und so ist es auch entsprechend schwierig, die Aussage herauszufinden.

        Erst wenn am Ende der biblische Froschregen steht, dann weiß man, was der Film einem sagen will: lebe Dein Leben als wäre es Dein letzter Tag, denn nochmal kommt dieser Augenblick nicht wieder. Ich selber liebe Robert Altmans Filme, aber nach "Magnolia" und "Boogie Nights" kann ich wohl davon ausgehen, dass (Sorry, Mr. Altman) mir Andersons Filme in Zukunft noch lieber sein werden. Grandioses, wenn auch sehr langes Emotionskino, das aber ohne einen Robert Altman (das muss ich ja wenigstens zugeben) wohl so nicht ausgesehen hätte.
      • | FAZIT

      • Grandioses, teilweise etwas gelängtes Emotionskino. Ein bitterer Abgesang auf die Gesellschaft und eine Hommage an das Leben selbst.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Sebastian Schmidt

      • | Userwertung

      Wertung: 9.6/10 (16 votes)

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