Montag | 28. Mai 2012 | 23:25 Uhr
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  • FILM REVIEW | Mars Attacks!
  • Mars Attacks!

    Action, Science Fiction, Komödie | USA 1996
  • | INHALTSANGABE

  • Vorsicht, dieser Film ist total bekloppt. Dies ist wohl der erste Film, in dem die Aliens als sarkastische Menschheitsverarscher dargestellt werden. Schon die Eingangssequenz zeigt das. Ein amerikanischer Farmer und sein vietnamesischer Nachbar stehen beide an einer ländlichen Straßenkreuzung. Der weiße Trottel meint: "Ist heute vietnamesischer Neujahrstag, bei Dir riechts so nach Barbecue?"

    Sein Nachbar denkt das gleiche, was der Zuschauer über sein Gegenüber denkt, meint dann aber, dass der Geruch nicht von ihm käme. Dann hört man den Lärm von muhenden Kühen und eine brennende Herde von Rindviechern rennt über die Straße. Hinter den Häusern erhebt sich ein Ufo in die Lüfte, eine fliegende Untertasse wie aus einem billigen 50er Sci-Fi-Trashfilm.

    Tim Burton spielt gekonnt mit solchen Effekten. Dass das ganze Design so billig, aber äußerst fantasievoll aussieht, ist kein Wunder, so ließ er sich für seine "Independence Day"-Verarsche von Bubble Gum-Karten aus den 50er Jahren inspirieren, die wegen ihrer Grausamkeit während der McCarthy-Ära verboten wurden.

    Sein Film handelt von einer äußerst lustigen Alien-Invasion, in der die Menschen nicht zu Helden werden, so wie in seinem alle Kassenrekorde brechenden Konkurenten "ID4". Denn wer das hier auf so plumpe Art versucht wie die "Independence Day"-Protagonisten wird ganz schnell gegrillt.

    Jack Nicholson brilliert hier in einem Film, bei dem er anscheinend eine ganze Menge Spaß hatte. Er spielt zum einen den großkotzigen Las Vegas-König Art Land, der immer einen verfilzten Schnauzer und einen ollen Cowboyhut trägt. Ach ja, und dann spielt er noch Präsident Dale, den unfähigsten Präsidenten in der amerikanischen Geschichte.

    Verheiratet ist der Gute mit Marsha (Glenn Close), deren Lieblingsbeschäftigung die Neueinrichtung des Weißen Hauses ist. Und dann ist da noch ihre vernachlässigte Tochter Taffy (Natalie Portman), die eine der wenigen "normalen" Figuren in "Mars Attacks" ist. Die Frage, die alle beschäftigt ist, sind die Aliens friedlich oder wollen sie uns rösten?

    Wenn es nach General Decker (Rod Steiger) geht, sollte man sie einfach mit Atombomben pulverisieren, sein Wiedersacher General Cassey (Paul Winfield), wie auch der Alienforscher Donald Kessler (Pierce Brosnan) halten die Aliens aber für friedlich. Und als diese auf der Erde landen, scheint es auch tatsächlich so zu sein - bis die kleinen grünen Männchen ihre Laserkanonen zücken und alles verbrennen, was so in der Gegend rumsteht.

    Unter anderem General Cassey, den arroganten Nachrichtenreporter Jason Stone (Michael J.Fox) oder den Soldaten Billy Norris (Jack Black). Nebenbei verschleppen sie noch Donald Kessler und seine neue Freundin, die Reporterin Natalie Lake (Sarah Jessica Parker), sowie deren Hund. Mit allen dreien werden die Aliens seltsame Experimente anstellen und keiner von ihnen wird je wieder auf der Erde gesehen werden.

    Glen Norris (Joe Don Baker), der Vater von Billy, bläst nach dem Tod seines Sohns zum Großangriff, verbarrikadiert sich mit haufenweise Waffen in seinem Wohnwagen und wartet auf die Aliens. Seinem anderen Sohn Richard (Lukas Haas) geht das alles ziemlich am Arsch vorbei, er kümmert sich lieber um seine alte Großmutter (Sylvia Sidney). Als die Aliens über die Welt herfallen, findet er durch Zufall die einzige wirksame Waffe gegen die Marschmenschen: Countrymusik.
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      • | FILMKRITIK

      • „Mars Attacks" ist ein reiner Fun-Film den man entweder liebt oder verabscheut. Er ist extrem fies und krass und oftmals auch geschmacklos, jedoch auch saukomisch. Der Humor ist meistens trocken, die Top-Darstellerriege durch die Bank weg einfach brilliant. Nur die Sub-Plots nerven etwas, weil der Film dadurch episodenhaft wird.

        Gekonnt zieht Burton die Alien-Sci-Fi-Welle, die das Emmerich-Spektakel "Independence Day" verursacht hatte durch den Kakao. Seine Aliens wollen nicht die Welt erobern. Sie wirken eher, als wäre ihnen einfach nur langweilig. Darum zerstören und morden sie, einfach nur aus Spaß.

        Jack Nicholson gibt eine herrliche Bill Pullman-Karrikatur ab. Er ist der Präsident, der nur seine Ruhe haben will, das Volk ist ihm eigentlich ziemlich scheißegal. Liberal und tolerant ist er auch nicht, genauso wie seine doofe First Lady. Als sie das erste Alien sehen, müssen sich beide fast übergeben.

        Dies ist eine der schönsten, äh...sagen wir lieber, besten Szenen des ganzen Films, denn hier wird ausgedrückt, dass die Charaktere in "Mars Attacks" ihr Schicksal verdient haben. So regt "Mars Attacks" schon ein wenig zum Nachdenken an. Schade nur, dass es nicht so wirkt, als wäre das wirklich Burtons Absicht gewesen. Um anspruchsvoll zu sein ist "Mars Attacks" zu sehr Camp-Movie.
      • | FAZIT

      • Ein reiner Spaß-Film mit fiesen umd trockenen Humor, den man entweder liebt oder verabscheut.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Sebastian Schmidt

      • | Userwertung

      Wertung: 4.8/10 (8 votes)

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