Dienstag | 29. Mai 2012 | 21:11 Uhr
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    • | KURZINHALT

    • Nach dem Sturz von Saddam Hussein will der alte Musiker Mamo ein Konzert im Irak geben. Der Kurde ruft im Iran seine vielen Söhne zusammen, um mit ihnen in das Nachbarland zu fahren. Lange hat er auf dieses Fest der Freiheit für die Kurden gewartet. Die lange Reise in einem Bus im Dreiländergebiet Iran, Türkei, Irak wird von bewaffneten Grenzern gefährdet. Mamo hat Visionen von einer Frau, die einen Sarg zieht, und seine Kräfte schwinden.
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    • | KURZKRITIK

    • Bahman Ghobadi, iranischer Filmemacher kurdischer Abstammung, schildert eindrucksvoll das schwere Schicksal eines Volkes, das keinen eigenen Staat hat. Aufgeteilt auf Gebiete Irans, Iraks, Syriens und der Türkei, sind die Kurden seit jeher in der freien Entfaltung ihrer Kultur behindert. Mamo und seine Söhne trotzen erfindungsreich den Grenzen, die sie vom Ort des Freiheitskonzerts trennen. Die Busfahrt durch karge Berglandschaften wird untermalt von stimmungsvoller kurdischer Musik. Zur besonderen Atmosphäre tragen auch der augenzwinkernde Humor, sowie der Verzicht auf Synchronisation bei.
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    • Wertung: stern stern stern stern stern

      | FILMKRITIK

    • Regisseur und Drehbuchautor Bahman Ghobadi ist Iraner kurdischer Abstammung. Er wurde bereits mit seinem ersten Spielfilm aus dem Jahr 2000, „Zeit der trunkenen Pferde“, international bekannt. „Half Moon“ ist ein atmosphärisch dichtes Drama über die Unterdrückung des kurdischen Volkes. Auf das Gebiet der Staaten Irak, Iran, Syrien und Türkei aufgeteilt, waren die Kurden stets in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt und den herrschenden politischen Mächten unterworfen.
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    • | SZENENBILDER

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    • | CAST & CREW

    Regie:   Bahman Ghobadi
    Buch:   Bahman Ghobadi  
      Behnam Behzadi  
    Musik:   Hossein Alizadeh
    Kamera:   Crighton Bone
      Nigel Bluck
    Produzent:   Simon Field als Executive Producer  
      Keith Griffiths als Executive Producer  
      Bahman Ghobadi als Producer  
    Darsteller:   Hassan Poorshirazi als Grenzpolizist  
      Ismail Ghaffari als Mamo  
      Allah Morad Rashtiani als Kako / Busfahrer  
      Hedye Tehrani als Hesho / Sängerin  
      Golshifteh Farahani als Niwemang (Halbmond)  
      Sadiq Behzadpoor als Shouan  
    • | USERKOMMENTARE

    • 8martin| Musik für die Freiheit
    • Die Handlung enthält einige nicht leicht nachvollziehbare Szenen. Die kann man aber vernachlässigen, denn der Film bezaubert durch das fremdartige Ambiente und die Besonderheit der ganzen Situation.
      Man kann ihn oberflächlich als Roadmovie in politisch vermintem Gelände in der Region Iran/Irak/Türkei sehen. Ein Gebiet, in dem, ungeachtet der Staatsgrenzen, die Kurden seit Jahrhunderten gesiedelt haben. Und dabei auf die Grenzkontrollen achten oder auf die teilweise komischen Schwierigkeiten der Gruppe von 14 Musikern.
      Unweigerlich stößt man daneben aber noch auf eine symbolische Bedeutung, die magische Momente enthält. Eine Reise zu einem Konzert in einem fremden Land - ein typisch kurdisches Phänomen - denn sie haben ja keinen eigenen Staat. Nur einen Anführer, den Vater der 14 Söhne. Der alte Mann tritt trotz warnender Hinweise die Reise an, von der er nicht zurückkehren wird. Eine geheimnisvolle Frau mit dem Namen Halbmond weist ihm den Weg zu seinem Ziel. Die Gruppe löst sich am Ende auf, jeder verfolgt sein eigenes Ziel. Keine rosigen Aussichten für die Kurden. Allein wie die Dokumentation ihrer Situation gemacht ist, ist es wert, angeschaut zu werden.
    • 02.06.2011 Bewertung:
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