1968 war George A. Romeros billiger Bluthorror noch verachtet, heute ist er einer der Kultfilme schlechthin (und gleichzeitig auch einer der besten Horrorfilme aller Zeiten). Romero drehte den Schwarzweiß-Schocker für 114.000 Dollar mit seinen besten Freunden in Pittsburgh. Dadurch wurde er zu einem der Vorreiter des heutigen Independent-Films.
Was Romero an Schockeffekten abfackelt ist auch für heute noch nicht völlig harmlos. Da hängen Augen aus angeknabberten Leichen, da zerhäckselt ein Zombiekind mit einer Gartenhacke seine Mutter und den Zombies werden fröhlich die Köpfe weggeballert. Doch in Wirklichkeit hat Romero bei Weitem kein Splattermovie gedreht, wie sie damals vor allem in Italien langsam am Kommen waren, sondern ein sozialkritisches und anklagendes Horrordrama.
Es beginnt in der späten Dämmerung auf einem Friedhof. Hier suchen Johnny (Russell Streiner) und Barbara (Judith O’Dea) das Grab ihres Vaters. Das Auftauchen eines alten und sich seltsam bewegenden Mannes verändert jedoch die Situation. Er greift Barbara an, Johnny eilt ihr zu Hilfe und wird von dem offensichtlich Wahnsinnigen zu Boden gerissen und getötet. Barbara entkommt und eilt schreiend in ein Haus auf einem nahen Feld.
Doch noch mehr dieser Wesen erscheinen und sie wird nur durch die Ankunft des schwarzen Lastwagenfahrers Ben (Duane Jones) gerettet. Der macht diese Wesen mit gezielten Stichen in den Kopf nieder. Im Haus verbarrikadiert er Fenster und Türen und findet im Obergeschoß eine halb aufgefressene Leiche.
Vor dem Haus versammeln sich mittlerweile Dutzende von diesen Wesen und belagern es. Kurz darauf stellt Ben fest, dass sich im Keller der egomanische Harry Cooper (Karl Hardman) mit seiner Familie verschanzt hat, mit dem Ben natürlich in großen Streit gerät. An dieser Stelle beginnt der kritische Teil. Ein Überleben ist nur möglich, wenn alle zusammen halten, doch gerade das gestaltet sich als schwierig… .
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| FILMKRITIK
Romeros Film zog eine ganze Lawine von Zombiefilmen hinter sich her. Er selber drehte 1978 mit "Dawn of the Dead" (auch bekannt als "Zombie") und 1985 mit "Day of the Dead" zwei Sequels, die allerdings teilweise launisch aufgenommen wurden. Dass jedoch die Nachahmer und somit die Erben George Romeros seinen Film nicht so ganz verstanden haben, sieht man an den Resultaten. Denn fast alle diese Werke sind anspruchslos, blutgetränkt und kommen ohne Sinn und Aussage daher.
Romeros Film kann man auf vielerlei Ebenen interpretieren: Als Anklage gegen den Staat, als Parabel auf Vietnam oder auch als Plädoyer für mehr Menschlichkeit und Zusammenhalt. Romero selber sagt jedoch, dass er nichts davon geplant hatte, er wollte eigentlich nur einen Film drehen, der Geld einspielen sollte. Und das hat er auch. Bis heute gehört "Night of the living Dead" zum festen Bestandteil des New Yorker Programmkinos, wird immer wieder gern in der Filmgeschichte zitiert, eine Kopie liegt sogar im New Yorker Museum of Modern Art.
Neben Romeros Fortsetzungen existiert noch die Trilogie "Return of living Dead", die eher als Parodie gedacht ist, sich aber auf "Night" stützt, sowie ein Remake des Films von 1990, gedreht von Make-Up Meister Tom Savini, der am zweiten und dritten Teil beteiligt war. Das sein Film wohl kaum gegen die Brillianz des Originals anzukommen vermag, dürfte eigentlich klar sein.
| FAZIT
Ein sozialkritisches und anklagendes Drama und ganz nebenbei einer der besten Horrorfilme aller Zeiten.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
Gesamtwertung:
Autor: Sebastian Schmidt
| FILMPLAKAT
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