Flapman| Komplexe Thematik im Popcornkinoformat...
Zehn Jahre voller komplexer Zusammenhänge dargestellt im Zeitraffer eines zweieinhalbstündigen Kinofilms - da bleibt vor lauter Reingequetsche an historischen Ereignissen im Schnellsuchlauf nicht mehr viel Platz für Inhalte und Tiefgang. Vieles bleibt bei diesem temporeichen Aneinanderklatschen der damaligen Schlagzeilen doch sehr stark an der Oberfläche; APO, Dutschke und Vietnam dienen nur als schnelle bunte Bilderschau; immer neue Personen tauchen ebenso plötzlich auf wie sie dann auch wieder verschwinden und man merkt doch immer wieder, daß hier die Katharsis immer schön an der kurzen Leine gehalten wird, damit ja nicht der Verdacht aufkommt, daß auch nur in einem Zuschauer so etwas wie Sympathie zu einer der Figuren geweckt werden könnte.
Rein filmisch betrachtet funktioniert der Film allerdings sehr gut: fast sämtliche Darsteller spielen ihre Rollen wirklich sehr gut, das Production Design sieht wunderbar authentisch und teilweise sehr aufwendig realisiert aus, es fehlt nicht an Spannung & Unterhaltungswert und an Tempo schon mal garnicht.
Letztendlich hat man hier aber eine komplexe, politische Thematik in oberflächliches und schnelles Popcornkino verwandelt. Wer sich als Zuschauer mit den historischen Ereignissen nicht mal halbwegs auskennt, versteht von der "Story" sicherlich nur die Hälfte.
22.03.2009
Bewertung:
wellermaniac| Ein Film ist ein Film ist ein Film....
Wow, ein absolut beeindruckendes cineastisches Vergnügen mit gut aufgelegten Darstellern und einigen wohl gemeinten Erklärungsversuchen zum Verständnis für die Täter und zwischen den Zeilen, so geht es zumindest mir, auch für die Opfer. Wie aber auch schon bei "Der Untergang" gibt es mal wieder diese und jene Kritiken, die mir aber alle "am Arsch vorbeigehen" (könnte glatt von Baader sein). Für mich uneingeschränkt empfehlenswert und als Zeit zeuge sowieso ein Muss... ANSCHAUEN!!!