Die abendländische Kunstmusik des ausgehenden 20. Jahrhunderts ist nicht eben übersät mit geistlicher Musik. Für die musikalische Avantgarde-Bewegung nach dem zweiten Weltkrieg scheint christliche Spiritualität nicht mehr bruchlos rezipierbar zu sein. Da ist der polnische Komponist Krzysztof Penderecki nach wie vor die selten gewordene Ausnahme. Im Oeuvre des 1933 geborenen Penderecki spielt die Beschäftigung mit Geistlicher Musik eine zentrale Rolle, praktisch vom Beginn seiner kompositorischen Tätigkeit an, bis heute. So entstand etwa 1996 die mit fünf Solisten, Sprecher, drei gemischten Chören und Orchester groß angelegte Sinfonie Nr. 7 mit dem Titel "Seven Gates of Jerusalem", basierend auf alttestamentarischen Texten zur Stadt Jerusalem. Und als Penderecki Anfang dieses Jahres mit dem "Cannes Classical Award" als "Living Composer of the Year" ausgezeichnet wurde, bedankte sich der Komponist mit einer Aufführung seiner 7. Sinfonie. Das Konzert wurde im "Salle Debussy" in Cannes aufgezeichnet und ist nun auf DVD-Video erhältlich.