Die Orchesterwerke von Richard Strauss sind reich an autobiografischen Bezügen. So auch die kapriziöse Tondichtung Till Eulenspiegels lustige Streiche, op. 28, die 1895 abgeschlossen wurde. Strauss fühlte sich vom Publikum in seiner Heimatstadt München schlecht behandelt, weil seine neo-wagnerianische Oper Guntram nach nur einer einzigen Vorstellung bereits wieder abgesetzt worden war. Eigentlich war ein einaktiges Bühnenwerk über die Streiche des legendären Schelms Till Eulenspiegel und seine „Opfer“, die engstirnigen Spießbürger von Schilda, geplant gewesen. Die unverhüllte programmatische Komposition mit ihren unerhörten Kühnheiten und den beispiellosen Anforderungen an die Orchestertechniken schockierten und entzückten das Publikum zugleich.