Montag | 28. Mai 2012 | 22:29 Uhr
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    • | KURZINHALT

    • Ein Junge steht auf einem Bahnsteig. Gleich wird der Zug losfahren: Die Mutter ist in den Zug eingestiegen, der Vater bleibt am Bahnhof zurück. Eine Trennung. Der Junge steht dazwischen. Für wen soll er sich entscheiden, bei wem will er lieber bleiben?

      Eine endlose Zahl verschiedener Möglichkeiten ergibt sich aus dieser Entscheidung.
      Aber so lange er sich nicht entschließt, kann ihm nichts passieren, so lange kann er noch nachdenken, wie seine Zukunft aussehen könnte.

      Drei Mädchen haben den Jungen bisher begleitet, alle drei interessieren ihn. Welche wäre die Richtige? Schon beginnen drei Liebesgeschichten, jede zeigt ein ganzes Leben voll glücklicher und trauriger Ereignisse:

      Anna ist die Ruhige, mit der ihn eine Liebe verbinden wird, die so heftig und wunderbar ist, dass er sie nie mehr vergisst. Die beiden werden getrennt, finden wieder zusammen und verlieren sich erneut, sein Leben lang sucht er nach ihr .

      Elise ist die immer irgendwie Unglückliche, mit der er drei Kinder haben wird, trotz ihrer Unzufriedenheit. Sie gibt ihm den Auftrag, nach ihrem Tod ihre Asche auf dem Mars zu verstreuen, also tritt er die lange Reise ins Weltall an, ein Marstourist im Gefrierschlaf.

      Jeanne ist die Perfekte, mit der er Ehrgeiz und Langeweile teilen wird. Das Leben mit ihr ist luxuriös, eine Villa mit Pool, zwei Söhne, nur sein Herz ist nicht ganz dabei.

      Drei Varianten der Liebe werden das Leben des Jungen bestimmen – als alter Mann blickt er darauf zurück. Er weiß: Jedes einzelne dieser Leben verdiente es, gelebt zu werden.
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    • Wertung: stern stern stern stern stern

      | FILMKRITIK

    • Der belgische Regisseur und Drehbuchautor Jaco Van Dormael legt mit „Mr. Nobody“ ein 138-minütiges, schwer zu entwirrendes Werk über Entscheidungen, Zufall und ähnliche philosophische Themen vor. Weil der Off-Erzähler vor seiner eigenen Geburt beginnt, weil Nemo als eingefrorener Passagier auf den Mars kommt, weil er auf der Erde trotzdem verschiedene Leben führt und weil der 118-Jährige schließlich lachend erlebt, wie die Zeit zurückläuft, kann man diesen Film wohl am ehesten als Träumerei verstehen.
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    • Mr. Nobody: Trailer

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    • | CAST & CREW

    Regie:   Jaco van Dormael
    Buch:   Jaco van Dormael als Writer  
    Musik:   Pierre van Dormael
    Kamera:   Christophe Beaucarne
    Produzent:   Jean-Yves Asselin als Executive Producer  
      Philippe Godeau als Producer  
    Darsteller:   Anders Morris als Noah  
      Jared Leto als Nemo Nobody  
      Sarah Polley als Elise  
      Diane Kruger als Anna  
      Linh Dan Pham als Jeanne  
      Rhys Ifans als Nemos Vater  
      Toby Regbo als jugendlicher Nemo  
      Juno Temple als jugendliche Anna  
      Clare Stone als jugendliche Elise  
      Audrey Giacomini als jugendliche Jeanne  
      Thomas Byrne als junger Nemo  
      Laura Brumagne als junge Anna  
      Noa De Costanzo als junger Nemo  
      Lea Thonus als junge Elise  
      Anais Van Belle als junge Jeanne  
      Allan Corduner als Dr. Feldheim  
      Daniel Mays als Journalist  
      Michael Riley als Harry  
      Emily Tilson als Eve  
      Roline Skehan als Joyce  
      Pascal Duquenne als Henry  
      Nathan Boydell als Paul  
    • | USERKOMMENTARE

    • 8martin| Herr Niemand
    • Es ist ein anspruchsvoller, intelligenter Science Fiction Film, der zwischen den drei Leben der Hauptfigur Nemo (Jared Leto) oftmals recht unvermittelt hin und herspringt. Es dauert etwas, bis man sich zurecht findet und verwundert verfolgt, wie Nemo ertrinkt, erschossen wird - und weiterlebt. Seine große Liebe ist Diane Kruger, einer seiner Frauen die depressive Sarah Polley. Dann erfährt man, dass Nemo aus einer Zeit stammt, in der man noch starb, genussvoll aß und trank und munter drauflosvögelte. Regisseur van Dormael will nicht nur eine Geschichte erzählen, bei der viele Szenen wiederholt werden und zwar mit anderem Ausgang. Er spielt mit möglichen Zufällen, die eine andere Entwicklung aufzeigen. Das wird konsequent durchgezogen, bis Nemos eigene Existenz in Frage gestellt wird. Der 107 Jahre Alte spricht mit der Stimme eines Kindes, die Zeit läuft rückwärts und der letzte Sterbliche stirbt und wird sogleich wiedergeboren. Das Gleichgewicht von Gravitation und Expansion des Universums wird bis zu seinem Verfall weiter gedacht. Ein Schnelldurchlauf führt in die Steinzeit und der Alte begegnet sich selbst: Altersdifferenz 70 Jahre.
      Da sind optische und gedankliche Anleihen an Kubricks Space Odyssey, die nicht weiter stören. Man kann sich von den interessanten Bildern treiben lassen, die mit musikalischen Oldies von Percy Sledge oder Nena zeitgemäß unterlegt sind, um am Ende verunsichert festzustellen: dass früher doch alles besser war. Ein optisches und gedankliches Experiment, das man sich durchaus gönnen kann.
    • 28.11.2011 Bewertung:
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    • | TV-TERMINE

      TitelSenderTermin
      Mr. Nobody   ARD EinsFestival 04.06.2012 um 20:15 
      Mr. Nobody   ARD EinsFestival 04.06.2012 um 23:50 
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    • | Userwertung

    Wertung: 8.9/10 (10 votes)

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