Dienstag | 29. Mai 2012 | 17:52 Uhr
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  • FILM REVIEW | Harry Potter und der Gefangene von Askaban
  • Harry Potter und der Gefangene von Askaban

    Abenteuer, Fantasy | USA 2004
  • | INHALTSANGABE

  • Harry Potter (Daniel Radcliffe) sitzt zu Hause bei seiner unausstehlichen Familie: Tante Petunia (Fiona Shaw), Onkel Vernon (Richard Griffiths) und Cousin Dudley Dursley (Harry Melling). Die Zeit, die er dort während der Sommerferien verbringen muss, versucht er zum Lesen seiner Schullektüre zu verwenden. Stets wird er jedoch von seiner Verwandtschaft provoziert und schlecht behandelt. Als schließlich Tante Magda (Pam Ferris) zu Besuch kommt und schlecht über Harrys Vater redet, platzt Harry der Kragen und er bläht sie durch einen Zauberspruch wie einen Luftballon auf.

    Harry muss nun vor den entzürnten Dursleys fliehen und begibt sich mit dem "Fahrenden Ritter", einem dreistöckigen Zauberbus, auf eine rasante Fahrt durch London. Wider Erwarten wird er vom Minister für Zauberei für das unerlaubte anwenden von Magie in der Welt der Muggels (die normalen, nicht zaubernden Menschen) nicht bestraft, sondern gleich mit dem Zug in die Zauberschule Hogwarts gebracht.

    Indes breitet sich eine für Harry wichtige Nachricht aus: Sirius Black (Gary Oldman), welcher mitschuldig am Tod von Harrys Eltern gewesen sein soll, ist aus dem Gefängnis Askaban entkommen. Es wird nun befürchtet, dass es dieser auf Harry abgesehen haben könnte, um Lord Voldemorts Werk zu vollenden. Zur Sicherung von Hogwarts lässt das Ministerium für Zauberei das gesamte Gebiet von Dementoren umstellen, den schauderhaften Wächtern von Askaban, die keine Gnade kennen und auch Gut und Böse schwer unterscheiden können. Als Harry nun auch von den Dementoren bedroht wird, muss er vom neuen Professor Lupin (David Thewlis) die Verteidigung gegen diese erlernen. Doch bald kommt es zu einer Begegnung von Harry und seinen Freunden Ron (Rupert Grint) und Hermine (Emma Watson) mit Sirius Black. Um sich selbst und die anderen Unschuldigen zu retten, müssen sich Harry und Hermine schließlich sogar auf eine Zeitreise begeben.
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      • | FILMKRITIK

      • Selten verfügt ein Kinderfilm über eine derartig episodenhaft strukturierte Handlung, wie "Harry Potter und der Gefangene von Askaban". Letztlich ergibt zwar alles einen Sinn, doch ein zweimaliges sehen bietet sich an, um den Witz und die Tragik zwischen den Figuren bereits anfangs besser verstehen zu können. Nicht zuletzt richtet sich der Film auch an die, die das Buch vorher gelesen haben und nun auf die Umsetzung gespannt sind. Und diese ist - im Gegensatz zu den langgezogenen ersten beiden Teilen - im dritten Teil gelungen. Filmisch nebensächliche Szenen wurden fallen gelassen um sich ganz auf die ohnehin sehr lange Story und die Charaktere konzentrieren zu können.

        Da ist der alte, unergründliche Konflikt zwischen Snape (Alan Rickman), Lupin, und Sirius oder die sich weiterentwickelnde Freundschaft zwischen Harry, Hermine, Ron und Hagrid (Robbie Coltrane). Bemerkenswert ist, dass Radcliffe inzwischen genügend schauspielerische Erfahrung gesammelt hat und einen deutlich echteren Harry Potter hervorbringt. Ein optisches Highlight bieten die fantastischen Landschaften, durch die Harry fliegen darf. Auch sonst wurde an visuellen Köstlichkeiten nicht gespart - in nahezu jeder Szene finden sich eingebettete Spezialeffekte, die dem Zuschauer eine magische Welt der Zauberer vorgaukeln. Ob nun gigantische Fabelwesen, aggressive Monsterbücher oder sich bewegende Gemälde und Fotos - in Harry Potters Welt gibt es unglaublich viel zu entdecken. Und das in jedem Bild des Films.

        Doch die Welt ist düster und verregnet in den Tagen, als Sirius Black auf freiem Fuß ist und die Dementoren Hogwarts bedrohlich umschließen. Ein Kontrast zu der Welt der unwissenden Muggels, in der Harrys aufgeblasene Tante zu fröhlicher Musik aus dem Fenster schwebt, was angesichts der Fassungslosigkeit der Dursleys nicht einmal mehr einen Kommentar benötigt. Beinahe wie in einem Horrorthriller müssen Harry und seine Freunde in Hogwarts stets aufs neue um ihr Leben fürchten. Doch auch die "Guten" sind allerhand skurille Gestalten. Eigenartige Schrumpfköpfe überall herum und geben ihren Kommentar zur Situation ab und auch den Gestalten im "Fahrenden Ritter" möchte man eher ungern im Dunklen begegnen. Doch letztlich stellt sich ohnehin die Frage, wer die guten und wer die bösen Absichten hegt, Gut und Böse sind in "Harry Potter und der Gefangene von Askaban" zwar klar getrennt, jedoch nur schwer zu identifizieren.

        Dumbledore scheint wie immer sehr alt und gleichgültig, Harry jung und aufbrausend, Hagrid kindlich und gutmütig. Da ist die alte Schreckschraube Trelawney (Emma Thompson) und die Dursleys sind nach wie vor dumm und abstoßend. In diesem Schema der Figurenzeichnung darf nun jede Figur etwas von sich erzählen und so zu einem Gesamtplot beitragen, in dem sich diese zwar kaum weiterentwickeln, aber viel Licht ins Dunkel ihrer Konstellation bringen.
      • | FAZIT

      • Ein spannender und schöner Fantasyfilm.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Julius Pöhnert

      • | Userwertung

      Wertung: 7.5/10 (6 votes)

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