So etwas wie "Picknick am Valentinstag" gibt es wohl in der gesamten Filmgeschichte nur einmal. Regisseur Peter Weir (später z.B. "Der einzige Zeuge"(1985), "Green Card"(1990) oder "Fearless"(1994)) schafft es, ohne Action, Schockeffekte und eigentlich auch ohne Spannungselemente zu verwenden, einen Psychothriller zu kreieren, wie er schlimmer nicht sein könnte. Absolut ruhig - und absolut bedrohlich.
Am Anfang wird das Leben der Schülerinnen eines Internates im Australien des Jahres 1900 näher beleuchtet. Geführt wird die Schule von der sadistischen Mrs. Appleyard (Rachel Roberts), die die Mädchen unterdrückt und bevormundet, wo sie nur kann. Diese fristen dadurch ein sehr trauriges Leben ohne Spaß und Freude. Eine willkommene Abwechslung ist da das geplante Picknick, das am Valentinstag am Hanging Rock, einem großen, düsteren, sagenumwobenen Felsen in der Nähe des Internates stattfinden soll.
Das Picknick wird wie geplant durchgeführt, endet jedoch mit einem Schock. Drei der Mädchen und eine Lehrerin wollten auf den Gipfel steigen und sind nicht zurückgekehrt. Es beginnt eine Suche, bei der sich auch alle Bewohner der umliegenden Siedlungen beteiligen. Doch nach einer Woche glaubt niemand mehr an das Auftauchen der Mädchen.
Es beginnen sich Mutmaßungen und Verdächtigungen unter den Bewohnern und Trauer und Kampfeswille gegen Mrs. Appleyard unter den übrigen Schülerinnen breit zu machen. Zwei Wochen später findet man eines der Mädchen in einer Felsspalte des Hanging Rock, am Leben und unverändert, allerdings ohne jegliche Erinnerung. Dieses Ereignis löst eine Kettenreaktion aus, die in Selbstmord und Leid endet und auch das Ende von Mrs. Appleyards Schule einläutet.
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| FILMKRITIK
Peter Weir erzählt eine düster-romantische und extrem verstörende Geschichte, die - angeblich - auf wahren Begebenheiten basiert. Dabei benutzt er eigentlich nur ein Element, um eine absolut bedrohliche Atmosphäre aufzubauen: die Musik einer Panflöte. Sein Film wirkt durch die Schönheit der australischen Natur wie ein Gemälde, das durch die Musik geradezu sinnlich, aber erschreckend wirkt.
Zum Glück versucht Weir nicht, wie es die Autorin Joan Lindsay in ihrem in den 60er Jahren veröffentlichten Roman macht, die Geschehnisse des Jahres 1900 aufzuklären. Er steht dem Geschehen völlig passiv gegenüber, zeigt die Handlung wie sie ist und greift als Regisseur nicht in dieselbige ein. Man bekommt praktisch nur das zu sehen, was an der Oberfläche zu sehen ist, den Rest muss man sich denken.
Auch wenn man "Picknick am Valentinstag" nicht verstehen kann, so hat Peter Weir wohl damit seinen besten Film gedreht, einen Meilenstein des australischen Films, der auch in der gesamt-globalen Filmgeschichte einen Ehrenplatz verdient hat. Weirs nachfolgenden Werke außerhalb von Australien waren alle super, aber eben doch nur Hollywoodfilme.
| FAZIT
Eine düsterer und verstörender Film, dem es gelingt, mit einfachsten Mitteln, eine unheimliche Spannung zu etablieren.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
Gesamtwertung:
Autor: Sebastian Schmidt
| FILMPLAKAT
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