Dienstag | 29. Mai 2012 | 07:38 Uhr
Sie befinden sich hier: KINO | Startseite > Reviewübersicht > Reviewdetails
  • FILM REVIEW | Pitch Black - Planet der Finsternis
  • Pitch Black - Planet der Finsternis

    Thriller, Action, Science Fiction | USA 2000
  • | INHALTSANGABE

  • Ein Passagier-Frachter mit insgesamt 39 Passagieren und einigen wenigen Besatzungsmitgliedern an Bord ist auf einem Flug zu einem fernen Planeten. Besatzung wie Passgiere befinden sich in sogenannten "Tiefschlafkammern" in Stasis . Inmitten des Fluges wird der Frachter von einem Meteoritenschwarm gestreift, was den Computer veranlasst, die Crew automatisch zu wecken.

    Schwer beschädigt rast das Raumschiff auf einen Planeten zu und kann nur mit viel Glück und dem Können der Piloten notlanden. Nach der Bruchlandung schließen sich die wenigen Überlebenden unter der Führung der zweiten Pilotin Fry (Radha Mitchell) und des Wachmanns Johns (Cole Hauser) zusammen.

    Auf den ersten Blick erinnert die Umwelt des Planeten an eine postapokalyptisch zerstörte und verwüstete Erde. Neben einer leblosen und unendlich erscheinenden Geröllwüste, wird die Gruppe von drei Sonnen geplagt, die den Planeten ganztägig in ein Szenario unterschiedlicher Lichtquellen tauchen. Aus diesem Grund wird es auf dem Planeten niemals dunkel.

    Die Gruppe versucht, den ungastlichen Planeten zu erkunden, in der Hoffnung, das für ihr Überleben wichtige Wasser zu finden. Nebenbei macht sich Johns um seinen Gefangenen, den Schwerverbrecher und Mörder Riddick (Vin Diesel) sorgen, der die Gruppe der restlichen Überlebenden bereits durch einen Fluchtversuch in Angst und Schrecken versetzt hat.

    Tatsächlich finden die Gestrandeten, neben einigen riesenhaften Skeletten, eine Forschungsstation. Diese ist jedoch verlassen und es existiert kein Indiz über den Verbleib der Wissenschaftler. Trotzdem scheint diese Station die Rettung zu sein. Neben einer Wasseraufbereitungsanlage befindet sich auf dem Gelände ein nur leicht beschädigtes Raumschiff, welches durch einige Ersatzteile aus dem notgelandeten Wrack recht schnell wieder flugtüchtig gemacht werden kann.

    Während Riddick mal wieder auf der Flucht ist, wird der Schatzsucher Zeke (John Moore) bei der Erkundung eines Tunnels in die Tiefe eines dunklen Stollens gerissen. Blutspuren um den Eingang herum lassen darauf schließen, dass Zeke diese Gewalttat nicht überlebt hat. Sofort fällt der Verdacht auf Riddick, der kurz nach diesem vermuteten Attentat von Johns wieder eingefangen wird.

    Riddick, der mit dem Tod des Passagiers nichts zu tun haben will, verweist auf eine weitere Möglichkeit, eine einheimische Lebensform, die er mit dem Verschwinden von Zeke in Verbindung bringt. Daraufhin macht sich Fry zusammen mit den anderen auf den Weg, um die Höhle des Unglücks zu erkunden und wird dabei selbst beinahe Opfer einer aggressiven und brutalen Lebensform - nebenbei finden sie auch die verstümmelten Überreste des Schatzsuchers.

    Wie sich später herausstellt, sind die "Aliens" sehr lichtscheu und können auch nur im Dunkeln existieren. Die Lösung liegt auf der Hand. Der Aufenthalt innerhalb einer Lichtquelle hält die Wesen davon ab, ihr tödliches und destruktives Werk zu verrichten. Dies sollte auf einem Planeten ohne Nacht möglich sein.

    Allerdings gibt es ein Problem. Die Pilotin Fry entdeckt in der Geologenstation ein Modell des Sonnensystems und stellt dabei fest, dass es bei einer bestimmten Sternenkonstellation alle 22 Jahre zu einer längeren und planetenweiten Sonnenfinsternis kommt.

    Nach diesen Erkenntnissen beschließt Johns, mit Riddick einen Pakt zu schliessen. Johns verspricht Riddick die Freiheit, sollte er der Gruppe behilflich sein den ungastlichen Planeten zu verlassen. Riddick willigt ein. Aufgrund eines operativen Eingriffs scheint Riddick für die Gestrandeten die optimale Ergänzung zu sein, denn er vermag in der Nacht Wärmequellen zu sehen. Tagsüber ist er zum Tragen einer Schutzbrille gezwungen, um seine empfindlichen Augen zu schützen.

    Nach weiteren Berechnungen und Untersuchungen der geologischen Unterlagen muss Fry feststellen, dass die letzte Sonnenfinsternis den Planeten vor exakt 22 Jahren heimsuchte. Dies scheint auch den Tod der Geologen zu erklären, deren skelettierte Leichen von Riddick nur wenig später gefunden werden.

    Fieberhaft beginnt die Gruppe an ihrer Flucht zu arbeiten, bis sie plötzlich feststellen muss, dass sich die vermutete Sonnenfinsternis abzuzeichnen beginnt. Überhastet machen sich alle mit einem Solarbuggy auf den Weg von der Station zum notgelandeten Wrack , um das letzte benötigte Utensil - Startbatterien - abzuholen. Die Sonnenfinsternis tritt jedoch eher ein als erwartet.

    Gerade als die Überlebenden das Raumschiffwrack erreichen wird der Planet in eine absolute Finsternis getaucht. Mit Schrecken müssen sie mitansehen, wie sich die Aliens aus ihren Höhlen und dem Boden graben, sich in die Lüfte erheben und Jagd auf alles Lebende auf dem Planeten machen.

    Werden es die restlichen Überlebenden, mit den Batterien im Schlepptau, noch schaffen, das rettende Raumschiff der geologischen Expedition zu erreichen? Ihr einziger Trumpf scheint Riddick zu sein, der als einziger in der Dunkelheit zu "sehen" vermag. Aber macht es Sinn, sich einem verurteilten und scheinbar geisteskranken Mörder anzuvertrauen?
    WERBUNG
      • | FILMKRITIK

      • Der Regisseur dieses Films stammt aus dem Bereich der B-Movies. Während seine erste Regiearbeit "Disaster in Time" dem Cineasten eher unbekannt geblieben ist, konnte der eher für seine Drehbücher („Warlock“, „Waterworld“) bekannte Twohy mit dem Science-Fiction Streifen "The Arrival" mit Charlie Sheen in der Hauptrolle einen Achtungserfolg verbuchen.

        Für mich stellt sein neustes Werk "Pitch Black - Planet der Finsternis" einen zwiespältigen Rückschritt dar. Der Film besticht durch seine Optik. Der Planet auf dem die Schiffbrüchigen notlanden mussten, wird von drei Sonnen umkreist, die den Planeten in die unterschiedlichsten Farbschattierungen und Luxwerte tauchen. Dieser Effekt kommt herrlich zum Tragen, da die Kinoleinwand von einem stechenden Gelb bis hin zu einem ungewohnten Blau vollends eintauchen kann. Ein optischer Genuss.

        Weiterhin besticht der Newcomer Vin Diesel, der seinen Durchbruch in Hollywood mit einer Nebenrolle in Spielbergs Antkriegsepos "Der Soldat James Ryan" schaffte, durch eine beachtliche schauspielerische Leistung. Seine coolen und martialischen Sprüche lockern immer wieder das Geschehen auf und erinnern an ähnliche Machosprüche eines Arnold Schwarzenegger oder Sylvester Stallone in ihren besten Jahren.

        Auch der vom Helden zum Antihelden mutierende Johns, gespielt von Cole Hauser, kann in seiner zweiseitigen Rolle als "drogenabhängiger" Wachmann durchaus gefallen. Zu guter Letzt fällt die attraktive Pilotin Fry, dargestellt von Radha Mitchell positiv auf. Wenngleich sie nicht ganz den Part einer emanzipierten und selbstbewussten Anführerin spielen darf, was man ihr durchaus hätte zutrauen können, besticht sie doch durch ihr couragiertes, engagiertes und vor allem zielstrebiges Auftreten.

        Die restlichen Darsteller bleiben eher blass, was an der teilweise sehr durchsichtigen, berechenbaren und oberflächlichen Story liegen dürfte. In dem Film "Men at Work (1990)" konnte mich der Darsteller Keith David (Imam) durch seinen trockenen Humor als Louis Fedders noch voll überzeugen; in "Pitch Black" und seiner Rolle als "Gläubigem" bleibt er jedoch konturlos, wie auch die restlichen Darsteller.

        Einzig Lewis-Fitz-Gerald, als der bornierte Antiquitätenhändler Paris, vermag zwischendurch für "kleinere" Lacher zu sorgen. Das schlimmste an dem Film ist jedoch, dass eine Identifikation mit den Darstellern nicht so recht gelingen mag. Fiebert man bei ähnlichen, aber bedeutend besseren Filmen wie z.B. "Alien (1979)" mit den Protagonisten mit, so fällt es einem hier schwer, einem gerade von einem Monster "erlegten" Akteur nachzutrauern.

        Da hätten wir zuerst einmal wieder Riddick, der von David Twohy vom Antihelden zum Helden aufgebaut wird, aber sich durch seine übertriebenen, teilweise verachtenden und brutalen Handlungen, sowie durch seine rohe und erschreckende Rhetorik selbst auf das Abstellgleis manövriert. Auch der Wachmann Johns, der am Anfang noch einen pflichtbewussten und hilfreichen Eindruck hinterlässt, entwickelt sich zum "Evil Guy", indem er sich im Laufe des Films als schmutziger und morphiumabhängiger Kopfgeldjäger outen muss; später setzt er selbst der Brutalität eines Riddick noch die Krone auf, indem er ihn zum Mord an einem Kind überreden will.

        Bleibt da noch die gutaussehende Pilotin Fry, die als "Liebling" in Frage kommen kann. Sie scheitert an einer ganz besonderen "Bürde", da sie bei der Notlandung auf dem Planeten das Leben sämtlicher Passagiere opfern wollte, um ihr eigenes zu retten. Auch ihre vorsichtige Annäherung an den nicht einschätzbaren "Helden" Riddick verursacht Minuspunkte auf ihrer Beliebtheitsskala.

        Die restlichen Mimen sind farblos oder spielen in der trägen Handlung eine eher untergeordnete Rolle. Irgendwie erinnert der Film an eine Mixtur der unterschiedlichsten Horror- und Science-Fiction Filme. Geklaute Elemente aus "Alien" und "Predator" sind in diesem Film nicht neu, sondern wieder nach alten Schema verarbeitet worden.

        Darüber helfen auch nicht die gut gelungen "Sichtperspektiven" der Aliens, sowie der Hauptfigur Riddick hinweg. Genreliebhaber, mit einem Hang zum B-Movie können sich den Film durchaus ansehen und dürfen auch der Gesamtwertung durchaus noch einen Punkt dazu addieren. "Durchschnittscineasten" sollten um den Film eher einen Bogen machen, zumal mit Filmen wie "Alien" von Ridley Scott und "Predator (1987)" von John McTiernan ähnliche Geschichten schon wesentlich besser erzählt worden sind.

        Die Alienkreaturen sind von niemand Geringerem als dem alten Weggefährten Roland Emmerichs, Patrick Tatopoulos entworfen worden, der schon für die kreativen Schöpfungen in Filmen wie "Independence Day", "Star Gate" und "Godzilla" zuständig war. Dabei erinnert das Monster an einen prähistorischen „Pteranodon" (Flugsaurier), der mit der grazilen Wendigkeit eines von dem Neusurrealisten Giger entworfenen "Alien" gepaart ist.

        In den USA konnte sich der Streifen immerhin einige wenige Wochen in den Box-Office Top Ten halten und spielte an den dortigen Kinokassen immerhin knapp $40 Millionen ein. Wie der Erfolg des Filmes, auch aus finanzieller Sicht, in Deutschland sein wird, bleibt abzuwarten. Zumal sich das deutsche Kino noch nie so recht als das monetäre Aushängeschild diverser B-Movies erwiesen hat.

        Einzig und allein dem Newcomer und überzeugendsten Darsteller des Filmes, Vin Diesel, dürfte das Werk behilflich gewesen sein. Schon jetzt wird in bestimmten Kreisen von einem kommenden Film mit ihm und Sylvester Stallone gemunkelt. Weiterhin ist von einem zweiten Teil die Rede. Universal Pictures hat den Drehbuchautor von "X-Men" engagiert, um ein Drehbuch für einen zweiten Teil auszuarbeiten.

        Da die Idee der Story von dem Regisseur des ersten Teiles, David Twohy, stammt, der auch am Drehbuch beteiligt war, sollte man erst einmal abwarten, wie sich die geplante Produktion entwickeln wird. Zu guter Letzt ist "Pitch Black" von der "Academy of Science-Fiction, Horror and Fantasy Films" (USA), in der Kategorie "Bester Science-Fiction Film" für den "Saturn Award" nominiert worden. Eine erfolgreiche Ehrung bleibt abzuwarten, da der Film dies meiner Ansicht nicht wirklich verdient hätte.
      • | FAZIT

      • Mit bestechender Optik gespicktes Sci-Fi-Abenteuer, das an seine Vorgänger jedoch nicht heran reicht.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Roland Kummetz

      • | Userwertung

      Wertung: 4.5/10 (2 votes)

      • | Cinefacts bei Facebook
      Facebook Logo
        • | WEITERE INFOS
            •   AKTIONEN