Kaufhäuser sind nachts dunkel und die einzigen Personen, die man hier normalerweise um diese Zeit antreffen kann, sind Schaufensterpuppen und Wachleute. In dieser Nacht ist das aber anders. Eine Gruppe Jugendlicher tobt durch die Abteilungen, lässt sich von den Konsumgütern berauschen, probieren alle möglichen Klamotten an, feiern die Party ihres Lebens. Anführer Laser (Ken Duken) hat das Sicherheitssystem überlistet und durch Zufall hat er auch herausbekommen, dass die Wachleute heute abend woanders beschäftigt sind.
Er ahnt natürlich nicht, dass sich auch der Chef der Wachagentur diesen Zustand zunutze machen will, um den Tresor aufzubrechen und mit den Tageseinnahmen - mehreren Millionen Mark - zu verschwinden. Und da rollt er auch an. Mark Popp (Heiner Lauterbach) ist ein absolut skrupelloser Mistkerl, der selbst vor Mord nicht zurückschreckt.
Deshalb ist er auch sicher, dass es im Notfall – das heißt, falls jemand aus seinem dreiköpfigen Team nicht mitspielt - völlig unproblematisch sein wird, diesen unter die Erde zu bringen. Sein größtes Problem ist dabei der gemütliche Wolfi Berner (Jürgen Tarrach), eine durch und durch ehrliche Haut, sein Kleinstes Michi Holzner (Roman Knizka), den er unter Garantie mit dem Geld locken kann.
Wie sein Neuzugang Mona Wendt (Franka Potente) dazu steht, kann Popp noch nicht beurteilen. Dann entdeckt er die Jugendlichen im Haus. Anfangs will er sie einfach rausjagen, doch dann stirbt durch einen Unfall Lasers Freundin Pia (Denise Zich) bei einem Sturz vom Dach. Jetzt ist Krieg angesagt.
Damit brechen jedoch auch die Wunden innerhalb der Jugend-Gruppe hervor. Angestachelt von seiner großen, aber arroganten Flamme Lana (Susanne Bormann) will der depressive Checo (Daniel Brühl) die Anführung übernehmen und den Männer zu zeigen, wie der Hase läuft. Laser und sein kleinerer Bruder Dannie (Tom Schilling) sind eher dafür, die Biege zu machen.
Popp kommt zu dieser Zeit die Idee, dass er die gesamte Gruppe umlegen könnte, um ihnen dann den Raub in die Schuhe zu schieben. Insgeheim plant er allerdings auch, sein Team zu töten, denn es darf keine Zeugen geben. Mona hat in der Zwischenzeit den Braten gerochen und schlägt sich auf die Seite der Kids. Es kommt zum Überlebenskampf...
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| FILMKRITIK
Fersehregisseur Friedemann Fromm inszenierte mit "Schlaraffenland" sein professionelles Debüt fürs Kino, eine Art deutsches "Stirb langsam". Leider schafft es das Skript nicht, die gängigen Jugendklischees zu umschiffen. Und so sind seine Protagonisten alles Außenseiter, Punker, Arbeitslose, eben die Klischees einer Generation von Kleinkriminellen mit seltsamen Spitznamen.
Und damit hat man wieder das typisch deutsche Problem eines Films, der verzweifelt versucht, amerikanisch zu sein. Und mit den Figuren - zumindest im Ansatz - mal eben Tarantino zu kopieren. Hat ja schließlich bei "Knockin' on Heaven's Door" auch geklappt.Hier klappt es aber nicht.
Figurenzeichnungen wie Dialoge können nicht überzeugen. Zum Glück ist das Skript wenigstens so konsequent, auch Beinahe-noch-Kinder hemmungslos über die Klinge springen zu lassen, so dass der Zuschauer schnell versteht, dass nicht viele der Protagonisten diese Nacht überleben werden und zumindest ein lustiges Rätselraten stattfinden kann, wer den nun als Nächstes den Löffel abgibt.
Reduziert auf die Action funktioniert der Film, an der Story hapert es aber einfach zu sehr. Im Kino macht der Film keinen Spaß, auf Video lässt es sich ganz passabel ertragen. Für Franka Potente-Fans gibt es leider nichts zu lachen, viel Freiraum wird ihr nicht gelassen, dafür überzeugt Heiner Lauterbach als miesester aller Schurken und das Talent einiger der Jungschauspieler ist auch erkennbar.
| FAZIT
Wieder mal ein deutscher Film, der verzweifelt versucht, amerikanisch zu sein und dabei an seinen Klischees hängen bleibt.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
Gesamtwertung:
Autor: Sebastian Schmidt
| FILMPLAKAT
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