Der Routinier Michael Mann hat einen Krimi abgeliefert, der seinem Können gerecht wird. Prominente Darsteller agieren in einem mittelprächtigen Gangsterdrama. Die Spannung hält sich in Grenzen, denn es geht alles ein bisschen zu glatt: die Ausbrüche aus dem Gefängnis oder die Banküberfälle. Viel Blut und Ballerei, oft unterlegt mit bombastischer Orchestermusik. Das wirkt etwas theatralisch, lässt aber im Laufe des Films doch so etwas wie eine eigenartige Atmosphäre entstehen. Warum der Titel auf mehrere öffentliche Feinde abzielt, bleibt ein Geheimnis. Denn eigentlich ist es doch nur Johnny Depp alias John Dillinger - Bankräuber und Volksheld. Ein Feind der Öffentlichkeit würde nicht so gekonnt mit der Presse spielen!? Und er liefert eine gewohnt routinierte Vorstellung ab. Ebenso wie sein Gegenspieler Christian Bale als Kommissar. Erwähnenswert erscheinen mir außer einem Deal mit einer Illegalen, die man mit der Abschiebung bedroht, wenn sie Dillinger nicht verrät, die handgreiflichen Verhörmethoden an Dilligers Freundin Marion Cotillard. Wird ja immer wieder mal angedroht. Johns letzte Worte setzen einen lyrischen Schlusspunkt für einen Film, der zu cool ist, als dass er einen packen könnte. Nur Alain Delon ist seinerzeit schöner im Kugelhagel untergegangen.
Der Film ist leider nicht sonderlich rund; so fehlt ihm einfach das Tüpfelchen auf dem I. Der Stoff bietet eindeutig mehr Potential. Der Regisseur gibt leider den Schießereien und der "Lovestory" den Vorzug. Hier hätte mit etwas Feinsinn für Spannung ein wesentlich besserer Film entstehen können.
Jonny Depp, Christian Bale, Michael Mann stünden dem Namen nach als Blockbuster-Garant dieses "Epos"; alleine der Stoff des legendären Dillingers hätte wesentlich mehr erwarten lassen. Ein undurchsichtiges Stakato an Szenen und Abschüssen, nebenbei die Entstehung des FBI, ganz nebenbei die Story des "Machos" und Fair-Players Dillinger. Ohne richtige Handlung werden viele Szenen inkl. Lovestorry andeinadergereiht, willkürlich Polizisten und Gangster abgeschossen, meist so, dass sie im Todesmoment noch deutliche Worte von sich geben, oder jene die "nur" angeschossen sind ihre Schmerzen heroös ertragen, als ob es nur ein Bienenstich wäre. Qualvolle 140min ermüden den geneigten Kinozuschauer bis zum erlösenden ENDE Moment. In Jahren habe ich keinen so schlechten Film gesehen und warne jeden Fan sich vom beeindruckenden Who-is-who der Hollywood-Größen verleiten zu lassen. Gerade von Michael Mann hätte man mehr erwarten dürfen, wenigstens an seine einstmaligen (Kino-) Erfolge Miami Vice oder Heat zurückdenkend. Mit diesem Film jedenfalls ist das Contra entstanden: Filme von ihm künftig auf Video abzwuarten, damit sind wenigestens statt 9 EUR Kino nur 1 EUR Gebühr vernichtet.