Dienstag | 29. Mai 2012 | 08:14 Uhr
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  • FILM REVIEW | Space Cowboys
  • Space Cowboys

    Thriller, Action, Science Fiction, Komödie | Australien / USA 2000
  • | INHALTSANGABE

  • Gott, sind die alt! Vier Opas auf dem Weg in den Weltraum. Konnte die NASA keine besseren Leute finden??? Nein, konnte sie nicht. Denn den Auftrag, einen russischen Kommunikationssatelliten aus den 60er Jahren zu reparieren, können die Jungs von heute nicht mehr erfüllen, dafür ist die Technik viel zu alt. Daher ist Frank Corvin (Clint Eastwood) auch der einzige, der diese Mission packen kann, schließlich hat er dieses System 1958 entwickelt - und wurde danach ausgebeutet. Betrogen von seinem Vorgesetzten Bob Gershon (James Cromwell), der heute ein hohes Amt bekleidet.

    Frank und seine drei besten Freunde gehörten damals zu den besten Piloten der NASA und sollten die ersten Menschen werden, die den Mond betreten. Doch dann nahm man lieber einen Schimpansen für diese Mission, besonders Frank fühlte sich dabei hintergangen und eckte seitdem nur noch an. Im Laufe der Jahre wurde ihm immer wieder unterstellt, er sei unfähig, in einem Team zu arbeiten und schließlich ging Frank in Ruhestand.

    Jetzt steht dieser junge arrogante Astronaut Ethan (Loren Dean) vor ihm und befiehlt praktisch, dass Frank helfen muss. Wäre da die wesentlich diplomatischer vorgehende Wissenschaftlerin Sara Holland (Marcia Gay Holland) nicht, dann würde er Ethan wohl mit einem Fußtritt aus seinem Haus befördern. Aber so überlegt Frank eine Weile und kommt auf eine wagemutige Idee, wie er nach über 40 Jahren doch noch zu seinem Recht kommen könnte. Er setzt Gershon, der das Projekt betreut die Pistole auf die Brust: entweder er und seine Kumpels reparieren selbst oder Frank wird sein Wissen niemals preisgeben. Gershon hat keine Wahl und willigt ein.

    Frank macht sich auf die Suche nach seinen alten Freunden, die er teilweise seit Jahren nicht mehr gesehen hat.Tank Sullivan (James Garner) ist zum Priester mutiert, hat aber seinen Glücksbringer, die Figur eines tanzenden Hawaiimädchens, immer noch unter dem Altar stehen und willigt natürlich sofort ein. Keine Probleme hat auch Jerry O'Neil (Donald Sutherland), der es zum bekannten Ingenieur von Achterbahnen gebracht hat und nach wie vor seinem Playboy-Image frönt.

    Schon schwieriger wird es bei Hank Hawkins (Tommy Lee Jones), denn ihn und Frank verband immer eine Art Hassliebe und nicht selten gab es zwischen den beiden Schlägereien. Hank, der schon immer ein unvorsichtiger Draufgänger war, macht Sportflüge für zahlungswillige Kunden, die gerne mal ein paar ganz gemeine Loopings drehen wollen. Auch wenn er Bedenken hat, geht er schließlich auf Franks Vorschlag ein.

    Nicht nur für Frank, sondern auch für den Flugleiter Eugene Davis (William Devane), der die Rentner-Gang noch von früher kennt und keine positiven Gefühle für sie hegt, stellt sich trotzdem die Frage, warum Gershon diesen alten Satelliten erhalten will. Denn auch, wenn er runterkäme, würde er beim Eintritt in die Atmosphäre verglühen. Gershon meint, er tue dies wegen der diplomatischen Kontakte zu Russland und als Zeichen des guten amerikanischen Willens.

    Fraglich ist jedoch auch, wie Franks System zur Zeit des Kalten Krieges in einen russischen Satelliten kommen konnte. Da diese Fragen für Frank jedoch zweitrangig sind und nur sein Flug ins All zählt, ist es für ihn wesentlich wichtiger, dass er und seine Freunde das harte Training überstehen und das fällt im Alter doch schlimmer aus als befürchtet...
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      • | FILMKRITIK

      • Als eifriger Kinogänger kennt man Eastwood, den wortkargen Westernhelden. Oder Eastwood, den wortkargen Brutalo-Polizisten. Oder auch Eastwood, den warmherzigen Lover von Meryl Streep in "Die Brücken am Fluss". Als Eastwood 1992 "Erbarmungslos" drehte dachte man, dass nun das Alterswerk des Kino-Machos beginnen würde. Doch in Filmen wie "Die Brücken am Fluss", "Ein wahres Verbrechen" oder auch "Perfect World" gab er sich nicht gerade wie ein 70jähriger Rentner, sondern wieder kernig-robust und wesentlich jugendlicher.

        So erscheint "Space Cowboys" nun erneut als Beginn des Alterswerkes von Mr. Eastwood, der Hollywoodikone, denn hier gibt er ganz offen und ehrlich zu: "Jungs, ich bin alt." Aber auch: "Ich bring's trotzdem noch." Denn in "Space Cowboys" geht es um das Thema, dass auch alte Menschen die Aufgaben der Jugend, die man ihnen nicht zutraut, noch sehr gut meistern können.

        Soweit ja ganz gut. Nicht so toll ist aber, dass der Film eigentlich nur eines tut: er presst seine Thematik in das Grundgerüst von "Armageddon" und kämpft im Endeffekt mit den gleichen Problemen wie es Bruce Willis und seine Jungs taten, was nicht erst beim Training für die Weltraummission anfängt. Und so steht am Anfang der Kampf darum, überhaupt ins All fliegen zu dürfen - denn auch Bruce Willis sollte in dem Actionreißer zuerst nur einige Astronauten ausbilden, damit diese dann die Welt retten. Aber genauso wie Bruce Willis (45) will Clint Eastwood (70) das dann doch selber machen.

        Als nächstes kommt die offizielle Zulassung zur Mission. Denn das harte Weltraumtraining muss jeder überstehen, was in "Space Cowboys" doch recht deutlich kopiert wirkt. Dazu kommen dann noch so Probleme wie, dass man von den "Kollegen" nicht akzeptiert wird. Auch das haben wir in beiden Filmen. Eigentlich schade, seit wann hat Eastwood es nötig, bei anderen Stoffen zu klauen?

        Mit seinen Gags schießt Eastwood, obwohl diese teilweise recht lustig ausfallen, eigentlich ein Eigentor. Denn sie beziehen sich fast alle aufs Altwerden, kommen aber selten wirklich aus situativen Gründen zustande. Es ist schon ganz witzig, wenn nach dem Zehn-Kilometerlauf die Knochen der alten Herren knacken, aber ist es nicht auf Dauer etwas diffamierend? Denn auch aus realistischen Gründen kann man solche Momente nicht wirklich für brauchbar erklären, denn es ist doch etwas fraglich, ob James Garner einen solchen Lauf überstehen würde, ohne zusammenzubrechen. Um in dieser Hinsicht glaubhaft zu wirken, müsste gerade das Missionstraining wesentlich komplexer ausfallen, denn es erscheint zwar schwierig für die vier Helden, jedoch nicht wirklich ein Problem darzustellen.

        Besetzungstechnisch ist "Space Cowboys" natürlich ein Highlight, so bietet er doch vier Altstars in Altersrollen. Nur dass sie nicht alle gleichberechtigt scheinen. Eastwood lässt sich eben nicht die Butter vom Brot nehmen. Und so steht sein Charakter im Vordergrund, danach kommt der Konflikt zwischen ihm und Hawk, wodurch auch Tommy Lee Jones noch eine Menge Raum hat. Donald Sutherland und James Garner bekommen leider keine tragende Bedeutung und sind dann doch eher für die witzige Seite des Films zuständig und gehen – besonders Garner - im Laufe des Films etwas unter.

        "Space Cowboys" ist Popcorn-Kino, nicht mehr. Sein anspruchsvolles Potential kommt nie wirklich zum tragen und als Zuschauer entwickelt man nicht immer großes Interesse für den Film. Ohne böse Prophezeiungen machen zu wollen, für drei von ihnen - denn Tommy Lee Jones (54) hat als einziger die magische 65 noch nicht erreicht - könnte dieser Film der letzte gewesen sein. Daher ist "Space Cowboys" auch weniger ein knalliges Action-Weltraum-Abenteuer, als viel eher das Revival von vier Altstars, das man sich nur als Fan von einem der vier ansehen muss. Wirklich verpassen tut man, wenn man einen Bogen um den Film macht, außer vier gut aufgelegten Großvätern nämlich nichts.
      • | FAZIT

      • Nicht sonderlich anspruchsvolles Popcorn-Kino, das vier Altstars eine Revival-Plattform bietet.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Sebastian Schmidt

      • | Userwertung

      Wertung: 7.0/10 (16 votes)

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