Dienstag | 29. Mai 2012 | 08:22 Uhr
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  • FILM REVIEW | Space Cowboys
  • Space Cowboys

    Thriller, Action, Science Fiction, Komödie | Australien / USA 2000
  • | INHALTSANGABE

  • Gott, sind die alt! Vier Opas auf dem Weg in den Weltraum. Konnte die NASA keine besseren Leute finden??? Nein, konnte sie nicht. Denn den Auftrag, einen russischen Kommunikationssatelliten aus den 60er Jahren zu reparieren, können die Jungs von heute nicht mehr erfüllen, dafür ist die Technik viel zu alt. Daher ist Frank Corvin (Clint Eastwood) auch der einzige, der diese Mission packen kann, schließlich hat er dieses System 1958 entwickelt - und wurde danach ausgebeutet. Betrogen von seinem Vorgesetzten Bob Gershon (James Cromwell), der heute ein hohes Amt bekleidet.

    Frank und seine drei besten Freunde gehörten damals zu den besten Piloten der NASA und sollten die ersten Menschen werden, die den Mond betreten. Doch dann nahm man lieber einen Schimpansen für diese Mission, besonders Frank fühlte sich dabei hintergangen und eckte seitdem nur noch an. Im Laufe der Jahre wurde ihm immer wieder unterstellt, er sei unfähig, in einem Team zu arbeiten und schließlich ging Frank in Ruhestand.

    Jetzt steht dieser junge arrogante Astronaut Ethan (Loren Dean) vor ihm und befiehlt praktisch, dass Frank helfen muss. Wäre da die wesentlich diplomatischer vorgehende Wissenschaftlerin Sara Holland (Marcia Gay Holland) nicht, dann würde er Ethan wohl mit einem Fußtritt aus seinem Haus befördern. Aber so überlegt Frank eine Weile und kommt auf eine wagemutige Idee, wie er nach über 40 Jahren doch noch zu seinem Recht kommen könnte. Er setzt Gershon, der das Projekt betreut die Pistole auf die Brust: entweder er und seine Kumpels reparieren selbst oder Frank wird sein Wissen niemals preisgeben. Gershon hat keine Wahl und willigt ein.

    Frank macht sich auf die Suche nach seinen alten Freunden, die er teilweise seit Jahren nicht mehr gesehen hat.Tank Sullivan (James Garner) ist zum Priester mutiert, hat aber seinen Glücksbringer, die Figur eines tanzenden Hawaiimädchens, immer noch unter dem Altar stehen und willigt natürlich sofort ein. Keine Probleme hat auch Jerry O'Neil (Donald Sutherland), der es zum bekannten Ingenieur von Achterbahnen gebracht hat und nach wie vor seinem Playboy-Image frönt.

    Schon schwieriger wird es bei Hank Hawkins (Tommy Lee Jones), denn ihn und Frank verband immer eine Art Hassliebe und nicht selten gab es zwischen den beiden Schlägereien. Hank, der schon immer ein unvorsichtiger Draufgänger war, macht Sportflüge für zahlungswillige Kunden, die gerne mal ein paar ganz gemeine Loopings drehen wollen. Auch wenn er Bedenken hat, geht er schließlich auf Franks Vorschlag ein.

    Nicht nur für Frank, sondern auch für den Flugleiter Eugene Davis (William Devane), der die Rentner-Gang noch von früher kennt und keine positiven Gefühle für sie hegt, stellt sich trotzdem die Frage, warum Gershon diesen alten Satelliten erhalten will. Denn auch, wenn er runterkäme, würde er beim Eintritt in die Atmosphäre verglühen. Gershon meint, er tue dies wegen der diplomatischen Kontakte zu Russland und als Zeichen des guten amerikanischen Willens.

    Fraglich ist jedoch auch, wie Franks System zur Zeit des Kalten Krieges in einen russischen Satelliten kommen konnte. Da diese Fragen für Frank jedoch zweitrangig sind und nur sein Flug ins All zählt, ist es für ihn wesentlich wichtiger, dass er und seine Freunde das harte Training überstehen und das fällt im Alter doch schlimmer aus als befürchtet...
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      • | FILMKRITIK

      • Ich möchte noch einmal die Aufmerksamkeit auf die Besetzungsliste lenken. Schaut euch die Namen an und dann sagt mir, ob ein Film mit dieser Riege an fantastischen Schauspieler wirklich schlecht sein kann. Hier versammeln sich etliche Oscarpreisträger, zahlreiche weitere Ausgezeichnete und immerhin stolze 257 Jahre um, zwar keinen Hit für die Ewigkeit, aber einen äußerst amüsanten und spannenden Film zu drehen, der vor allem durch das Charisma der vier Hauptdarsteller zu einem wunderschönen Erlebnis wird.

        Die große Preisfrage, die man sich sofort nach dem Film stellt, liegt auf der Hand: Wäre der Film genauso sehenswert, würden hier nicht vier Haudegen des alten Hollywood in den Weltraum fliegen, sondern die junge Garde? Die Antwort muss mit einem glatten "Nein" beantwortet werden, denn storymäßig ist der Film äußerst dünn. Ganz alleine diese "Fantastischen Vier" retten nicht nur den Film, sondern machen ihn auch richtig gut.

        Die vier legen ihre Rollen so an, wie sie Zeit ihres Lebens ihre Rollen verkörpert haben: mit absoluter Coolness. Ein Samuel L. Jackson als "Shaft" ist cool - ohne Frage - aber gegen diese vier wirkt er wie ein verarmter Waisenknabe, der hilflos darum bittet, auch einmal von so einer sagenumwobenen Aura umgeben zu sein. Und um es jetzt stark übertrieben auszudrücken: Der Film wäre wohl auch noch dann toll gewesen, wenn er überhaupt keine Handlung gehabt hätte und diese vier sich nur Anektdoten aus ihrem Leben erzählt hätten.

        Aber zum Glück ist ja doch eine Handlung vorhanden, wenn auch eine nicht wirklich bahnbrechende. Das Klischee der bösen Russen wird ebenso aufgewärmt, wie jenes des gefinkelten und arroganten Vorgesetzten, an dem man sich 40 Jahre nach der erlebten Schmach rächen kann. Das ganze erinnert ein wenig an "Armageddon". Auch hier konzentriert man sich den ganzen Film lang auf die Ausbildung der Astronauten und deren Mission. Spannung im eigentlichen Sinne kommt nie wirklich auf, aber hier lebt man jede einzelne Sekunde des Films voll mit und kommt gar nicht einmal auf die Idee, dass der Film nur einen Moment lang langweilig ist.

        Vor allem die häufigen Dispute zwischen Corvin und Hawk und prinzipiell, wie die "Alten" mit ihren kleinen Schwächen umgehen und zu ihnen stehen, machen den Film absolut liebens- und sehenswert. Wie sooft in seinen Filmen, ließ es sich Clint Eastwood nicht nehmen, auch die Regiearbeit zu übernehmen. Und sowohl vor als auch hinter der Kamera wirkt er so souverän wie eh und je. Schönere und ästhetischere Bilder aus dem Weltraum hat man noch selten gesehen und auch jeder noch so banale Gag wirkt aufgrund der Darsteller witzig.

        Sutherland und Garner lockern das Geschehen wesentlich auf und Jones wird einmal mehr seiner Rolle als "The one and only Mr. Cool" absolut gerecht. Würde man verstehen, dass man ob dieser geballten Ladung an Hollywoodgrößen ein wenig bei den Nebendarstellern einspart, so hat man sich dabei geirrt. In der Rolle des Ekelpakets Gerson spielt James Cromwell, William Devane spielt den ewig grantelnten Flugbewacher und auch die Jungspunde in dem Film Marcia Harden und Loren Dean passen sich perfekt an ihre älteren Kollegen an.
      • | FAZIT

      • "Space Cowboys" macht einfach Spaß. Dass das aber nur an den fabelhaften Akteuren liegt, mag zwar vordergründig ein bisschen ärgern, aber wer kann dem Charme dieser vier Legenden schon widerstehen?
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Claus Schlamadinger

      • | Userwertung

      Wertung: 7.0/10 (16 votes)

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