Was heute noch als Zukunftsmusik erscheint, kann morgen schon verboten sein. Schöne neue Welt. Die Menschen brauchen nichts mehr selber tun, ihre Autos lenken sich selbst, die Milch bestellt der Kühlschrank von alleine. Und Klonen ist eine feine Sache. Menschen zu klonen ist nach vielen missglückten Versuchen verboten, aber Haustiere werden auf diese Weise gerne und vielfach am Leben erhalten.
In dieser Welt von morgen lebt auch Adam Gibson (Arnold Schwarzenegger), ein äußerst glücklich verheirateter Besitzer einer kleinen Charter-Airline. Adam liebt seine kleine Tochter über alles, sein Geschäft läuft gut und mit seinem Freund Hank (Michael Rappaport) bildet er ein perfektes Team. Die Klon-Thematik ist ihm ziemlich egal, er hält zwar nichts davon, in den Prozess zwischen Leben und Tod einzugreifen, politisch engagieren tut er sich jedoch nicht. Seine Grübchen und grauen Haare sind ihm da wichtiger.
Doch dann wendet sich das Leben von Adam Gibson dramatisch. Als er an seinem Geburtstagsabend nach Hause kommt, beobachtet er, wie ein Mann, der ihm aufs Haar gleicht, die Kerzen auf dem Kuchen ausbläst, seine Ehefrau Natalie (Wendy Crewson) küsst und seine Tochter in den Arm nimmt. Adams Familie erkennt nicht, dass dies nicht ihr Ehemann und Vater ist. Oder ist er es nicht doch?
Adam ist sofort klar, dass es sich hier um einen Klon von ihm handelt und so will er eigentlich gleich zur Tat schreiten und seiner Kopie eins auf die Mütze geben, doch ihm zuvor kommen einige Personen, die lieber auf ihn Jagd machen. Adams nächtliche Flucht führt ihn schließlich zu Hank, dem einzigen, dem er anscheinend noch vertrauen kann. Zusammen kommen sie dem dubiosen Michael Drucker (Tony Goldwyn) auf die Schliche, dem Chef einer großen Klon-Firma, die durch die Hilfe des brillianten Forschers Graham Weir (Robert Duvall) beachtliche Erfolge in diesem Bereich erzielt hat.
Drucker scheint Menschen nach Belieben wiederzubeleben und Adam scheint ihm unwissentlich auf die Schliche gekommen zu sein. Nur so kann er sich Druckers Interesse an ihm erklären. Als Drucker Adams Familie entführen lässt, hat er nur eine Wahl. Er und sein Klon müssen zusammen gegen die srupellosen Geschäftmacher antreten...
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| FILMKRITIK
Nachdem er sich in "End of Days" die Hysterie um den Jahrtausendwechsel zu Nutze machte, greift der langsam alternde Actionstar Arnold Schwarzenegger wieder auf ein brisantes Thema zurück. Denn kaum ein Bereich der modernen Forschung ist so umstritten und erhitzt so sehr die Gemüter wie die Möglichkeit des Klonens. Nachdem es ja bereits möglich ist, Tiere zu klonen, scheint das Szenario von "The Sixth Day", dessen Titel sich auf den in der Bibel beschriebenen sechsten Tag der Schöpfungsgeschichte, an welchen Gott den Menschen erschuf, zurückführen lässt, nicht mehr reine Utopie, sondern bereits bedrohlich realitätsnah zu sein.
Wenn jetzt natürlich ein Krach-Bumm-Experte wie Schwarzenegger auf einen solchen Stoff, der möglichst mit Fingerspitzengefühl behandelt werden sollte, zurückgreift, kann man eigentlich nichts Gutes hoffen. Zu erwarten wäre nur ein gutes Action-Spektakel, das seine anspruchsvolle Seite grob übergeht. Doch Schwarzenegger kann überraschen. Und so packt der Film sein Thema am Nerv der Zeit, spickt es mit grimmigem Humor und trotzdem noch mit der von Arnie gewohnt heftigen Action.
Niemand dürfte erwarten, dass "The Sixth Day" ein intellektueller Film ist, der über ernstzunehmende philosophische Tendenzen verfügt. Denn wer einen Schwarzenegger-Film schaut, der will sich eigentlich unterhalten lassen. Das schafft der Film fast durchgehend. Und zu dick auftragen tut er, bis auf das dann doch etwas überzogene Finale, auch nicht. Die dargestellten Zukunftstechniken wirken nicht futuristisch genug, um nicht glaubhaft zu sein und auch der Klon-Prozess wirkt nicht allzuweit hergeholt.
Anspruchsvoll wird es zumindest dann, wenn sich Superheld Schwarzenegger fragt, ob ein Klon eine Seele haben kann und ob ein Kunstwesen überhaupt zu Emotionen fähig ist. Sonderlich vertieft wird dieser Aspekt nicht, für einen Actionfilm ist dieser Ansatz jedoch bereits eine ganze Menge, so dass sich der Film durchaus auf einem höheren Niveau befindet.
Für Fans des Schauspielers Schwarzenegger dürften die besten Szenen die sein, in denen Arnold gleich doppelt auf der Leinwand agiert, was technisch recht gut gelungen ist. Das Buddy-Team Schwarzenegger und Schwarzenegger ergänzt sich genauso gut wie Gibson und Glover. Arnold beweist mal wieder, dass er durchaus Talent hat und nicht nur dicke Muskeln. Seinen Gegenpart übernimmt dabei Tony Goldwyn, der den Industriellen Drucker, welcher sich selber für einen gottgleichen Schöpfer hält, spielt.
Goldwyn ist zu farblos für die Rolle, trotzdem wirkt er durch sein gekonntes aalglattes Auftreten bedrohlich. Charakterdarsteller Robert Duvall geht jedoch unter, ebenso wie Michael Rooker. Ihre Charaktere sind nur Randerscheinungen. Duvall kann sich als Genforscher nicht entfalten, da seine Szenen nur dazu dienen, die Geschichte voranzutreiben, aber nicht, ihn zu charakterisieren. Rooker hingegen wirkt als Chef von Druckers Killerkommando eigentlich nur brutal, ist aber nicht wirklich ernstzunehmen.
Insgesamt ist "The Sixth Day" für den durchschnittlichen Kinobesucher wohl ein Pflichtwerk, denn als donnerndes Popcorn-Movie kann Big Arnold wieder problemlos überzeugen. Vorwerfen kann man dem Film jedoch, dass er keine klare Stellung zur Klon-Thematik bezieht. Während anfangs der Hauptprotagonist Adam Gibson über die Seelenlosigkeit des Lebens aus dem Reagenzglas schwadroniert, muss er im Laufe des Films seine Meinung revidieren, wodurch der Film viel zu sehr Pro Genexperimente scheint. Nur das die gegebene Macht eben in den richtigen Händen liegen muss.
| FAZIT
Donnerndes Popcorn-Kino mit einem gewohnt überzeugenden Arnold Schwarzenegger. Für Fans ein Pflichtwerk.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
Gesamtwertung:
Autor: Sebastian Schmidt
| FILMPLAKAT
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