FILM REVIEW | Shrek 2: Der tollkühne Held kehrt zurück
Shrek 2: Der tollkühne Held kehrt zurück
Komödie,
Animation
| USA 2004
| INHALTSANGABE
Nach seinem unfreiwilligen Kampf gegen einen feuerspeienden Drachen und den bösen Lord Farquaad hatte Shrek es eigentlich geschafft. Er eroberte die schöne Prinzessin Fiona und für beide gab es ein Happy End. Nun aber, nach den idyllischen Flitterwochen im Lebkuchenhaus muß sich Shrek einer neuen, großen Herausforderung stellen: der eigenen Verwandtschaft. Fionas Eltern wollen nämlich endlich den heißersehnten Schwiegersohn zu Gesicht bekommen, in dem sie allerdings den unerträglich arroganten Prinz Charming, Sohn der guten Fee, vermuten. Daß dieser jedoch zu spät kam, um Fiona mit einem Kuß zu wecken und an seine Stelle ein Oger trat, das kommt dann doch etwas unerwartet. Und auch daß sich ihre Tochter...nun ja...verändert hat, wissen sie noch nicht. Auch die „gute“ Fee ist alles andere als begeistert darüber, daß aus der versprochenen Hochzeit von Prinz Charming und Prinzessin Fiona noch nichts wurde. Nun versucht jeder auf seine Weise, ein Happy End der Geschichte herbeizuführen. Die Vorstellungen darüber, wie dieses Ende auszusehen hat, unterscheiden sich jedoch beträchtlich. Und so sorgen dunkle Geheimnisse am Königshof, ein Komplott und eine ganze Reihe bekannter Märchenfiguren dafür, daß Shrek, sein geschwätziger Freund Esel und Prinzessin Fiona plötzlich mitten drin sind in einem neuen, aufregenden Abenteuer.
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| FILMKRITIK
Wieder einmal ein Sequel. Kann das gutgehen? Wird Shrek 2 genauso gut wie sein Vorgänger? Eigentlich ist gerade die Tatsache, daß es auch für Shrek eine Fortsetzung gibt, eine Auseinandersetzung mit Märchenklischees, die hier ja ohnehin gerne auf die Schippe genommen werden. Denn nach dem „Und sie lebten glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende...“ geht das Leben in diesem Fall nach der Hochzeit weiter und ein neues Happy End muß kreiert werden. Fragt sich nun, ob der Film, bei den enorm hohen Erwartungen, die nach dem riesigen Erfolg des ersten Teils an ihn gestellt werden, in seiner Umsetzung an seinen Vorgänger heranreichen kann. An den Kinokassen wohl schon, denn bereits nach nur vier Tagen brach er in Amerika alle Rekorde. Noch nie in der gesamten Filmgeschichte spielte ein Film in so kurzer Zeit so viel Geld ein.
Die größte Stärke des ersten Teils, der Überraschungseffekt einer völlig neuen Idee und Umsetzung im Animationsfilm-Genre und das Zerstören althergebrachter Disney-Erzählformen fehlen hier natürlich, denn die Figuren sind bekannt und der Zuschauer weiß bereits, worauf er sich einzustellen hat.
Nimmt man den ungeheuren Detailreichtum der Darstellung und die Vielzahl neuer Gags, schließt der Film durchaus an seinen Vorgänger an. Die Anzahl zitierter Filme ist hier ungleich größer und manchmal wird man von der eigentlichen Handlung abgelenkt, weil man fieberhaft am überlegen ist, aus welchem Film gerade kopiert wird. Wie bereits in Shrek 1 werden auch hier zahlreiche Märchen auf die Schippe genommen, ebenso lassen sich sehr viele Klischees finden, die sorgfältig karikiert werden. So ist das Königreich „Weit Weit Weg“ eine amüsant veränderte Kopie Hollywoods mit zahlreichen Anspielungen auf die Filmbranche. Die Fülle an Details machen es unmöglich, alle versteckten Gags auf einmal mitzubekommen. Und so darf sich der Zuschauer im Sinne eines „demokratischen Lachens“ den Bildbereich aussuchen, der ihn primär interessiert und über den Witz lachen, den er gerade sieht. Ein zweites Sehen des Films ist eigentlich unumgänglich, zu schade wäre es, nicht alles mitbekommen zu haben. Empfohlen wäre ein zusätzlicher Besuch des Films im Originalton, denn die starbesetzten Stimmen wie etwa von, Mike Myers, Cameron Diaz, Eddie Murphy, John Cleese, Julie Andrews oder Antonio Banderas bieten einen besonderen Hörgenuß. Doch auch die deutschen Synchronsprecher, unter anderem Sascha Hehn, Esther Schweins oder Benno Fürmann wurden sehr passend und mit Bedacht ausgewählt.
Der Zuschauer trifft auf altbekannte Charaktere, aber auch neue, interessante und witzige Figuren, wie etwa der gestiefelte Kater oder Prinzessin Fionas Eltern werden eingeführt. Doch wie schon in Teil 1 ist es der geschwätzige Esel, der für die meisten Lacher sorgt. Unermüdlich nervend, mit urkomischer Mimik ausgestattet darf er sich diesmal sogar zu einem echten Streitroß mausern.
Um ein größeres Publikum anzusprechen wurde der Film scheinbar auf eine größere Altersgruppe ausgeweitet. Nach wie vor gibt es viel schwarzen Humor zu bewundern, nur mehrdeutige Anspielungen, die im ersten Teil häufiger vorkamen, wurden hier zurückgenommen. Auch waren hier scheinbar strenge Zensoren am Werk. Und so darf Prinzessin Fiona der Rock zwar in Marylin-Monroe-Manier hochfliegen, aber nur am Rande und nur kurz und nicht zur Gänze in seinem Zitat ausgespielt. Dadurch verliert der Film etwas von der Schärfe, die den ersten Teil auszeichnete. Er kommt also etwas harmloser daher, ist destotrotz aber nicht weniger unterhaltsam.
Die runde und gut ausgearbeitete Story verbirgt zahlreiche Überraschungen. Und so bleibt der Film stets spannend, denn auch wenn das Ende abzusehen ist, so ist es der Weg dorthin nicht.
Ein kleiner Tip zum Schluß: Nach Beginn des Abspanns noch nicht das Kino verlassen, denn eine „kleine“ Überraschung wartet noch darauf, auf der Leinwand zu erscheinen...
| FAZIT
Ein vielschichtiger, mit Zitaten angefüllter, sehr unterhaltsamer Film, der auf eine größere Altersschicht zugeschnitten wurde und fast vollständig an seinen Vorgänger heranreicht. Sehenswert...
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung