Die Story: Im Washington des Jahres 2054 hat es seit Jahren keine Morde mehr gegeben. Das Department of PreCrime verhindert diese, bevor sie überhaupt geschehen. Die Precogs(~Hellseher) sehen die Morde voraus und verraten den Cops unter Leitung von John Anderton (Tom Cruise) die Namen von Mörder und Opfer - ein vermeintlich perfektes System. Eines Tages heißt einer der vorausgesehen Mörder John Anderton. Von nun an ist dieser ständig auf der Flucht (besser gesagt "Auf der Flucht" im futuristischen Style) und muss versuchen seine Unschuld zu beweisen, bis letztendlich alles auf eine Verschwörung in höchste PreCrime-Kreise hinausläuft...
"Minority Report" kommt trotz seiner Gesamtlänge von ca. 140min recht schnell in Fahrt und bietet oberflächlich Top-Unterhaltung über die komplette Filmdauer. Wie von Spielberg zu erwarten ist, ist der Film technisch perfekt und auch die futuristische Atmosphäre ist im großen und ganzen gut gelungen.
So - und nun zu den negativen Seiten von "Minority Report". Die Basisstory des Films, die präcognitive Überwachungstechnik um Morde vorauszusehen, ist ein hochinteressanter und brisanter Filmstoff. Aber beinahe der komplette Film ist auf Tom Cruise/John Anderton fokusiert. Bis auf ein zwei Sequenzen wird sich nicht mit der hochbrisanten ethischen und moralischen Seite der PreCrime-Thematik auseinandergesetzt; von dem was Spielberg beim ebenfalls futuristischen "A.I." noch so gut gelang, ist in "Minority Report" kaum eine Spur zu finden. Desweiteren hat der Film natürlich auch die ein oder andere Logik-Lücke, z.B. die landesweite Erweiterung der PreCrime-Mordbekämpfung bei nur drei Precogs oder der selbst anhand der futuritischen Technologie unglaubwürdige Augenaustausch, um nur 2 Beispiele zu nennen. Ansonsten wäre da nur noch die kleine Zahl an Hauptcharakteren zu bemängeln. Hierdurch ist es für den aufmerksamen Zuschauer relativ früh vorhersehbar, wer der "Böse" ist. Schade, denn das hätte man durchaus spannender gestalten können.
Alles in allem ist "Minority Report" ein sehr unterhaltsamer Science-Fiction-Thriller, der allerdings leider nur bei oberflächlicher Betrachtung so richtig überzeugt. Unterhaltsam ist er aber allemal. Deshalb 3,5/5 Sternen!
Ich mag Tom Cruise nicht und seine Filme im Allgemeinen auch nicht. Deshalb habe ich auch lange gewartet, bis ich mir diesen Film angesehen habe. Denn ist ja ein Spielberg. Und es hat sich gelohnt. Tolle Unterhaltung und auch ein überzeugender Cruise. Die ersten 30 Minuten sind fulminant, voller Action und Spannung. Danach flacht der Film deutlich ab und wollte mich schon aufregen. Aber dann gibt es einige sehr gute Wendungen in der Handlung, die den Film bis zum Ende spannend gestalten.
Colin Farrell bietet mal wieder eine super Leistung. Er ist mitentscheidend für die gelungene zweite Hälfte des Films. Und Max von Sydow ist eh über jeden Zweifel erhaben.
Zu den Effekten. Sie sind fast ständig präsent, spielen aber nie die Hautrolle, außer der Computeranlage in der Zentrale vielleicht. Ansonsten halten sich die Effekte im Hintergrund, runden die Story aber sehenswert ab.
Und die Computeranlage in der Zentrale der Pre-Crime sieht optisch gut aus und es macht echt was her, wie die Pre-Cops mit den Fingern rumfuchteln. Doch dann: Um Daten von einem Rechner zum anderen zu übertragen wird ein Medium verwendet. Keine Vernetzung??? Ist unlogisch, wie vieles andere im Film auch. Aber das stört nicht weiter und ist bei SciFi Filmen im Allgemeinen immer der Fall.
Die Pre-Crime Abteilung funktioniert prächtig. Zu verdanken haben die Cops das aber den Pre-Cognitiven, die in die Zukunft sehen. So können alle potentiellen Mörder vor dem Mord den sie begehen wollen, verhaftet werden. Die entscheidende Frage, die dieses Vorgehen aufwirft und die den Tiefgang des Films ausmacht, wird von Colin geäußert: „Dürfen wir wirklich Menschen verhaften und verurteilen für etwas, was sie nie gemacht haben?“ Dieser Gedanke ist genial und lässt das gesamte Pre-Crime Konzept sehr alt aussehen und spielt auch eine wichtige Rolle bis zum Ende des Films.
Fazit: Absolut sehenswert (und die DVD auch hörenswert). Gehört ab sofort zu meinen Lieblingsfilmen.