Alpträume. Das ist es, woraus die Phantasie George Romeros besteht. Alpträume, die jedoch gar nicht mal so utopisch sind. Wenn man sein Gesamtwerk betrachtet, so wird doch klar, dass fast Romeros gesamtes Schaffen ein einziges Experiment ist. Er testet, wie sich Menschen unter extremen Bedingungen verhalten würden. Bedingungen, die zwar dämlich wirken, aber gar nicht mal so weit hergeholt sind.
Aus seinem Gesamtwerk herausstechend ist seine "Living Dead"-Trilogie. 1968 drehte er seinen Debütfilm "Die Nacht der lebenden Toten". Der war damals verrufen, heute gilt er als Klassiker des modernen Horrorfilms und liegt im New Yorker Museum of Modern Art. Das wirkliche Szenario entwickelte sich jedoch erst in seiner Fortsetzung "Zombie" von 1978, Orginaltitel: „Dawn of the Dead“.
Nachdem in der Nacht die Toten auferstanden waren, noch ohne ersichtlichen Grund dazu, versucht die Menschheit, damit klar zu kommen - und geht an ihrer völlig falschen Einstellung und Sichtweise der Situation zu Grunde. Der Abschluss der Reihe erfolgte 1985 mit "Zombie II - Das letzte Kapitel".
Der "Day of the Dead" spielt Monate nach der Katastrophe. Die letzten Überlebenden versuchen sich gegen die Zombies zu wehren und herauszufinden, was eigentlich passiert ist. Im Mittelpunkt steht die Wissenschaftlerin Sarah (Lori Cardille). Zusammen mit dem Piloten John (Terry Alexander) und den anderen Forschern McDermott (Jarlath Conroy), Miguel (Antone DiLeo) und Rickles (Ralph Marrero) suchen sie nach der Lösung für das Problem - und mit Hilfe des Helikopters nach weiteren Menschen.
In der Anfangssequenz sieht man auf das Ballungsgebiet einer großen Stadt hinunter, wo sich kaum etwas rührt. Der Helikopter geht runter, die Forscher begeben sich auf die Straße, rufen nach Überlebenden. Am Horizont zeichnet sich jedoch nur ein kleiner Punkt ab, der sehr schnell größer wird und näher kommt. Die Zombies sind da, sonst niemand. Schnell sehen die Menschen zu, dass sie davon kommen und kehren zu ihrer Basis zurück, einem unterirdischen Labor.
Hier forscht der leicht durchgeknallte Dr. Logan (Richard Liberty) mit recht unkonventionellen Mitteln nach einer Lösung. Bewacht wird der Komplex von einer kleinen Militäreinheit, von der jedoch auch kaum noch einer lebt und die mittlerweile von dem fanatischen Rhodes (Joseph Pilato) geleitet wird. Da die Soldaten in den Wissenschaftlern eine Belastung sehen, kommt es immer wieder zu Reibereien, die immer brutaler werden.
Als Logan versucht, die Zombies zu zähmen, indem er beweist, dass sie lernen können und Miguel dem Nervenzusammenbruch nahe ist, versucht Rhodes den Konflikt mit Waffengewalt zu beenden. Dass nebenbei die Zombies in den Komplex eindringen und unter den wenigen Überlebenden ein Gemetzel anrichten, merkt anfangs kaum einer von ihnen. Die Menschen scheitern, wie bereits in Romeros Erstling, an der Arroganz ihren Mitmenschen gegenüber.
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| FILMKRITIK
Romeros Filme waren immer hart. Die deftigen Splatter-Effekte wurden bei ihm nie durch Slapstick abgemildert. Bereits die exzessiven Effekte in "Night of the living Dead" sorgten 1968, obwohl das Blut in Schwarz-Weiß über den Bildschirm spritze, schon dafür, dass die MPPA, das amerikanische Freigabesystem, gegründet wurde. "Dawn" und "Day" schmuggelte Romero ohne Freigabe ins Kino – denn sie waren noch wesentlich härter.
Wer dachte, bei "Dawn of the Dead" wäre der Schlusspunkt erreicht, der wird sich über "Day of the Dead" wundern, denn die Menschen werden hier in Stücke gerissen – während die Kamera voll drauf zoomt. Jedoch waren die Effekte bei "Dawn of the Dead" irgendwie abstoßender. Die Splatterszenen sind, im Gesamtkontext von "Day of the Dead" gesehen, von einer seltsamen poetischen Machart. Obwohl der Film wesentlich ruppiger ist als sein Vorgänger, so ist er doch irgendwie besser, denn seine Gesamtaussage kommt klarer heraus und kann somit deutlicher interpretiert werden.
Auch scheint es so, als ob Romero hier ein wesentlich akzentuierteres Konzept als bei "Dawn of the Dead" gehabt hat, so ist doch jeder Moment für den Film wichtig, damit er seine Story und seine Charaktere herausbilden kann, wobei jedoch nur die "Guten" wirklich charakterisiert werden. Die Soldaten sind einfach nur durchgeknallte, fanatische Söldner, die ihre Haut retten wollen.
Insgesamt bleibt ein hammerharter, recht anspruchsvoller Action-Splatterfilm, den sich jeder mit einem starken Magen anschauen kann. Den Anspruch muss man natürlich, wie immer bei Romero, erstmal erkennen. Wie die meisten Filme Romeros wurde "Day of the Dead" in Deutschland stark zensiert - und die gekürzte 89 Minuten Fassung sogar beschlagnahmt. Die ungeschnittene Fassung ist jetzt auch auf deutsch erhältlich.
| FAZIT
Ein hammerharter und ziemlich anspruchsvoller Action-Splatterfilm, der in die Kategorie Kult gehört.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
Gesamtwertung:
Autor: Sebastian Schmidt
| FILMPLAKAT
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