Es ist wohl Clint Eastwoods reifster und vielleicht bisher sogar lustigster Film. Die Reife zeigt sich in der völlig unerwarteten Lösung des Bandenkrieges. Hier ist die ’Auge-um-Auge-Mentalität out. Das überrascht bei diesem Regisseur schon, wenn man an seine Rollen in den Western denkt. Ja er geht sogar noch einen Schritt weiter, übernimmt die Märtyrerrolle und ebnet so den Weg für eine gesetzmäßige Bestrafung der Übeltäter. Aber es auch ein lustiger Film mit Niveau. Selten wurden so blumige Beschimpfungen für den Gesprächspartner gefunden (’Bambusratte’ oder ’Frühlingsrolle’) wie hier und man wird aufgeklärt, dass Fluch nicht gleich Fluch ist, sondern sogar eine freundschaftliche Begrüßung, über die man durchaus schmunzeln kann. Außerdem wird das titelgebende Auto genial eingesetzt. Man kennt die Bedeutung dieses Gefährts von Anfang an und versteht seinen belohnenden Einsatz am Ende. Dadurch entsteht ein Spannungsfeld, in dem der Film zu Dreivierteln als integrativer Nachbarschaftsversuch zwischen verschiedenen Ethnien daherkommt, um im letzten Drittel dann aber ziemlich heftig zu werden. Die zuvor so treffend gezeichneten Figuren (vor allem auch die Enkel) bewirken, dass man das ungewöhnliche Ende akzeptiert. Eastwood wandelt sich vom traumatisierten, knorrigen Macho zum Märtyrer. Er wird immer besser, nur der eiskalt-mürrische Blick bleibt immer gleich. Unbedingt sehenswert!
Da hat der alte Mann doch schon wieder fast im Alleingang einen neuen kleinen Film gemacht, der viele aktuelle Produktionen jüngerer Filmschaffender in Sachen Erzählqualität mal wieder komplett an die Wand klatscht. Und kaum jemand schafft es auf diese lockere Art, tief dramatische und wirklich lustige Momente dermaßen fließend und authentisch miteinander zu verweben. Ein wohltuend unhektisches Tempo und ein sicheres Auge bei der Wahl der durchweg hervorragenden Schauspieler sorgen ebenfalls für ein perkfektes und emotional mitreißendes Filmerlebnis. Diese wunderbare Mischung aus Ironie und Pathos - und ganz nebenbei noch ein völlig unaufgeregt-undogmatisches Statement zum Thema Rassismus - das läßt mich wünschen, daß Clint Eastwood uns trotz seins hohen Alters noch viele großartige Filme schenken wird.