Triple X ist tot. Ein neuer Held muss her. Agent Augustus Gibbons macht sich auf die Suche an einem Ort den man zunächst nicht als eine Fundgrube für „Retter der Welt“ oder gar Retter des US Präsidenten vermuten würde. Im Gefängnis von Washington sitzt ein alter Kollege von Gibbons aus seiner Einheit beim NSA: Darius Stone. Und der scheint so gar nicht in Laune zu sein, für den Mann, wegen dem er überhaupt hinter Gittern sitzt auch nur einen Finger zu rühren.
Geschickte Gesprächsform und die Erinnerung daran, dass hier ein wahrer Kämpfer einsitzt, bringen die alte Raubkatze in Darius zum Vorschein. An den Augen erkenne man, welcher Löwe in freier Wildbahn gefangen wurde, so er selbst. Und er gehört mit Sicherheit zu dieser Spezies.
Eine skrupellose Killereinheit hat das gut getarnte Geheimlager der NSA aufgefunden und dabei 16 Männer getötet. Nur ein Mann, der noch aggressiver und noch besser ist, als der alte XXX kann hier helfen. Darius ist überzeugt und macht sich nach seiner rasanten Gefängnisflucht gleich an die Arbeit. Nicht gerade mit Fingerspitzengefühl geht er daran, sich seinem Gegner zu stellen.
Hinter den Übergriffen auf das NSA Kommandozentrum verbirgt sich ein gewaltiger politischer Komplott, der nicht nur die USA in Gefahr bringt sondern die ganze Welt in einen Konflikt verwickeln könnte. Doch zum Glück gibt es Männer wie Triple X.
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| FILMKRITIK
Alles was im ersten Teil da war scheint auch hier vorhanden zu sein. Bis auf einen: Vin Diesel. Und der wird von Ice Cube ersetzt. Schnelle Autos, viel herumfliegende Teile und sogar die Ereignisse scheinen denselben Gesetzen zu folgen. Der Triple X aus dem ersten Teil wurde aufgrund seiner herausragenden patriotischen Leistungen von seinem „Sündenregister“ freigesprochen. So ergeht es auch seinem Nachfolger. Der bekommt eine vorzeitige Haftentlassung von mehr als zehn Jahren. Allerdings läuft dieser Erlass nicht auf richterlichen Befehl.
Ganz im Geiste des ersten Teils wird sehr viel Filmzeit für nostalgischen Rückblick aufgewendet. Der Alte XXX wird mit dem Neuen verglichen und man scheut sich nicht, immer wieder zu betonen, dass dieser kein billiger Ersatz, sondern der einzig wahre Tripple X ist.
Die Szenen und der Strang, der sich mit den Polizeieinheiten beschäftigt und im Politischen Milieu von Washington angesiedelt ist wechselt mit dem Strang, der in der Welt der Gangster spielt. Hier ist XXX zuhause. Hier kennt er sich aus. Fette Karren, große Brüste und Hip Hop.
Das Ghetto, ist als Kontrastwelt dargestellt. Aber wenn XXX das erste Mal nach seiner Befreiung durch die Straßen cruist, scheint diese Welt mit den umgefallenen Mülltonnen verherrlicht zu werden. Lauter Rap übertönt die grauen Mauern. Armut als Coolness. Eine Herkunft aus dem Ghetto, so wird suggeriert, ist die einzige Möglichkeit wirklich cool zu sein. Dabei scheint die Darstellung der Gangsterwelt irgendwie verlogen. Schließlich sind die Kids, die davon beeindruckt werden sollen, auch nur zahlende Kinogäste.
Sogar der Versuch eine politische Botschaft unterzubringen wirkt leider formal gesehen lächerlich. Wenn Ice Cube, alias XXX 2 einen eigentlich als cool gedachten Monolog über die Weißen hält, die sich mit Ku-Klux-Klan von der schwarzen Bevölkerung abgrenzen, so wirkt das unbeholfen und billig in der Form, wie der Dialog es ihm vorschreibt. Obwohl er natürlich grundsätzlich recht hat.
Die Besetzung von zwei Schwarzen in der Hauptrolle und einer wichtigen Nebenrolle, Ice Cube als XXX und Samuel L. Jackson als Augustus Gibbons, zeigen schon, dass hier eine bewusste Entscheidung dahinter steht. Viele Seitenhiebe, wie der oben erwähnte, wenn XXX seine Meinung zur Diskriminierung von Schwarzen vertritt wurden in den Film eingebaut.
Handlung ist kaum da, und vor allem Nebensache. Aber die ist auch nicht nötig. Die Welt soll schließlich gerettet werden, wer denkt da ans Geschichten erzählen?
Hier jedenfalls keiner. Dafür gibt es spektakuläre Variationen von Zugkaperungen und irrsinnige Fahrten zu Wasser, zu Lande und in der Luft.
Ein wenig Kriminalfilm schmuggelt sich unter das überwiegende Actionkino.
Im Ganzen gesehen, ist dieser Film nur erträglich wenn man sich die Testosteronschwangere Atmosphäre mit einer gewissen Distanz betrachtet.
Actionszenen gepaart mit Kampfszenen mischen die Leinwand ordentlich auf. Gute Schauspieler gibt es nur in einigen Nebenrollen (Jackson und Dafoe), gute Dialoge sind gar nicht vorhanden und an Plattheit und Humorlosigkeit kaum zu übertreffen. So schrumpft der dramaturgisch billig zusammengeschusterte, aber mit Spezial Effekten nur so überladene Streifen zusammen.
Ein wirklich schönes Bild ist allerdings, wenn die aufgepimpten Karren der Gangster auf das Capitol in Washington zufahren. Bis an die Zähne bewaffnet und mit dem Auftrag dem weißen Präsidenten das Leben zu retten.
| FAZIT
Actionspektakel, verwoben mit einer Kriminalgeschichte als Handlungsmotivation. Die ganze Qualität steckt in den Special Effekts und in einigen der Nebenrollen, ansonsten hat dieser Film nichts zu bieten.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung