Frankreich im Jahre 1184: Kreuzritter durchqueren das Land auf dem Weg nach Süd-Osten, nach Jerusalem. Sie kommen durch ein kleines Dorf und verlangen beim Hufschmied nach Verpflegung und Beschlagung ihrer Pferde. Sie sind auf der Suche nach jemandem und sie scheinen ihn hier gefunden zu haben:
Der Hufschmied, Balian hat gerade sein Kind und seine Frau verloren, die Selbstmord nach dem Verlust ihres Kindes begangen hatte. Und der Mann der jetzt vor ihm steht heißt Godfrey und behauptet sein ihm unbekannter Vater zu sein. Er will ihn mitnehmen. Balian verweigert dies. Die Ritter reiten fort.
Doch ein Ereignis lässt ihn es sich doch anders überlegen. Der ortsansässige Priester provoziert Balian dass seine Frau jetzt ohne Kopf in der Hölle schmore. Balian wirft den bösartigen Pfaffen in das Feuer seiner Esse. Die kleine Gruppe hat er bald eingeholt und er erfährt, dass er nun der Erbe eines kleinen Gutes im heiligen Land und Sohn des Barons von Ibelin ist. Er reiht sich in den Zug der Ritter ein, die im von den Christen eroberten Land auf Vergebung ihrer Sünden hoffen.
Im Kampf mit den Sarazenen, den Moslems wird Godfrey schwer verletzt und stirbt. Balian der einfache Hufschmied hat nun ein großes Erbe anzutreten und eine große Aufgabe dazu. Er muss eine Haltung zu dem Konflikt zwischen Moslems und Christen finden. Doch sein Vater hat ihm wie ein Mantra einige Sätze eingeprägt und an die er sich jetzt halten kann.
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| FILMKRITIK
Ridley Scott zeigt in diesem Film einen Konflikt der auch heute noch aktuell ist. Christen haben um 1100 das Land um Jerusalem erobert. Seither leben sie in einem scheinheiligen Frieden mit den Moslems. Die Sarazenen versuchen ihr Land zurückzuerobern.
Der Film nimmt eine Moral zwischen all den von den Religionen geprägten ein. Eine menschliche, die das sinnlose Töten ankreidet. Und doch wird oft und häufig gekämpft. Aber die weißen Kittel der Ritter mit den roten Kreuzen sind von Blut verschmiert.
Scott entwirft ein Gegenbild, eine Moral die vehement von Balian dem einstigen einfachen Mann verteidigt wird. Er tötet auch, er hat auch sinnlos getötet aber nur einmal. Im Krieg tötet er nur aus Verteidigung- so will es der Film. Jerusalem erlöst ihn auch nicht von seinen Sünden aber er wird dabei zu einem Mann mit Grundsätzen. Trotzdem hört er Gott nicht, er hat ihn an diesem Ort verloren. Selbst die Königskrone und die Frau die er liebt schlägt er aus, weil er nur ein Königreich des Gewissens regieren könnte, seine Seele verkauft er dafür nicht.
Das Christentum wird als blutrünstige, archaische und herrschaftsdurstige Religion dargestellt. Das was wir heute denken, was in manchen Formen des Islam gepredigt wird, hat in ganz ähnlicher Weise das Christentum auch hinter sich: „Tötet die Ungläubigen“. Morde gerechtfertigt von Priestern all das waren Bestandteile auch dieser Glaubensrichtung.
Die Bigotterie und die Gefahr, in dem Glauben zu sein, dass man im Namen Gottes handele, wird hier gezeigt. Denn niemand glaubt seinen inneren Eingebungen und Motivationstrieben mehr als der, der glaubt, im Auftrag einer höheren Macht zu handeln.
Schwache Menschen die sich an Dogmen halten um wenigstens etwas als Leitfaden durch ihr Leben haben. Das wird in vielen Figuren gezeigt. Vor allem die Priester werfen ein vernichtendes Bild auf die Christen dieser Zeit. Der eine predigt die Hölle und motiviert durch seine Hasspredigen, der andere ist ein feiger Hund, der lieber flüchten will und die Bevölkerung Jerusalems auf sich allein gestellt lässt.
Der Regisseur hat sich ein interessantes Sujet herausgesucht. Er hat interessante Charaktere geschaffen und die Landschaft in gigantischen Bildern festhalten lassen, dennoch fehlt diesem Film etwas. Es ist auf der einen Seite Orlando Bloom, der den Balian spielt. Er scheint im wahrsten Sinne des Wortes, seiner Rolle nicht ganz gewachsen zu sein. Zu zierlich und bubenhaft wirkt er für einen solchen Haudegen und Helden. Zu bemüht zieht sich seine zarte Miene zu männlicher Härte zusammen.
Der zweite Punkt an dem der Film krankt ist die fehlende Spannung. Der Spannungsbogen wird nicht durchgehalten, verzettelt sich und ist oft verwirrend angelegt. Außerdem sind die vielen Schlachten und Kampfszenen auf Dauer ermüdend.
Es gelingt, das Sujet der Kreuzzüge in ein nicht gewöhnliches Muster einzupassen. Scott findet immer wieder Mittel, dem Film eine individuelle Note zu geben. Vor allem die Kameraästhetik ist streckenweise für ein solches Großprojekt beeindruckend innovativ.
Wenn Balian in Jerusalem angekommen ist und er seine Aufgabe noch nicht gefunden hat, sitzt er auf einem Felsen und die Kamera bleibt bei ihm bis es dunkel ist. Die große Blende die nötig ist das Restlicht des untergehenden Tages einzufangen lässt die laufenden Menschen zu verwischten Objekten werden. Scott gönnt sich auch ein seltenes Experiment, er lässt die Stille sprechen. Über längere Zeit ist nur ein leichter Wind zu hören - sonst nichts.
Der Film erzählt über die immer wiederkehrenden Übel von Armut, Krieg und Macht. Und doch fehlt diesem Film etwas. Eine Seele, ein zusammenhaltendes Ganzes. Der Versuch besonders zu sein scheitert an manchen Stellen. Die Motivationen von Balian sind nicht immer klar verständlich wie auch ganze Teile der Handlung. Diese Schwächen werden durch technische Giganterie ausgeglichen. Und dennoch fallen sie auf.
Die Figuren sind deshalb so interessant weil sie aus heutiger Sicht alle unmoralisch handeln. Alle töten sie, viele nehmen sich einfach was sie brauchen. Frauen scheinen wehrlose Wesen zu sein, im Tauschhandel gegen Landgüter.
Zu sehen ist allerdings nur eine einzige und die ist auch noch eine starke. Sybilla ist die Schwester des Leprakranken Königs von Jerusalem und Ehefrau des Machtgierigen Guy.
Große Szenen werden zwischen Balian und einem einflussreichen moslemischen Sultan gezeigt. Balian hatte ihn vor dem Ehrentod gerettet und nun verbindet die Beiden eine grundsätzliche respektvolle Ehrerbietung. Eine Freundschaft kann man das nicht nennen, denn Moslems und Christen bleiben in zwei getrennten Welten die sich nicht annähern können. Und es bis heute kaum tun. Das zeigt dieser Film.
Weite Strecken des Films bestehen aus Kampfszenen immer größere Schlachten bis zur finalen Endschlacht statten die Handlung aus. Und am Ende steht fest: für einen Männerfrieden müssen erst Tausende sterben.
| FAZIT
Gigantische Bilder mit einem bewegenden Sujet entschuldigen einiges, können aber nicht ganz übertünchen, dass es diesem Film an einem straffen Spannungsbogen fehlt. Die überwiegende Zeit des Films wird für Kampfszenen verwendet, was auf Dauer ermüdend ist.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung