Die UN-Dolmetscherin Silvia Broome (Nicole Kidman) verschlägt es nachts in das UN-Hauptgebäude, da sie dort eine Tasche stehen lassen hat. Zufällig hört Sie in ihrer Kabine die Pläne zweier Attentäter mit, ein unpopuläres afrikanisches Staatsoberhaupt bei einer Rede vor der UN-Versammlung zu ermorden.
Trotz ihrer persönlichen Abneigung gegen den afrikanischen Militärführer sieht sich Broome gezwungen, zu handeln. Die Folgen des Attentats wären kaum abzuschätzen. Leider scheint ihr diese Geschichte niemand zu glauben, auch der Agent Tobin Keller (Sean Penn) sieht in ihr zunächst nur eine Hochstaplerin und hält es nicht für notwendig, sie zu schützen. Als bei Broome eingebrochen wird und ihr Leben in Gefahr schwebt, nimmt er Broomes Ängste jedoch ernst. Bei ihrer Zusammenarbeit kommen sich die beiden sogar privat etwas näher.
Vor den Ermittlern von CIA und FBI breitet sich nun ein Netzwerk von Verschwörungen, verdächtigen Personen und Hinweisen aus. Eine deutliche Spur scheint der Attentäter jedoch nicht zu hinterlassen, so dass die Agenten meist im Dunklen tappen und oft nur nach wagen Vermutungen den Falschen verfolgen.
Schließlich wird die Zeit knapp. Es ist der Tag der Rede und es stellt sich die Frage, wer schneller ist: Die Attentäter oder ihre Verfolger.
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| FILMKRITIK
Terror und Intrigen machen auch vor der UNO keinen Halt. Sydney Pollack inszeniert einen packenden, aber unverfänglichen Thriller. Gleichermaßen aus Dankbarkeit für die Drehgenehmigung im UN-Hauptquartier als auch aus persönlicher Begeisterung und Faszination heraus wirkt der Film gelegentlich wie ein UNO-Imagefilm, der die lichte Institution sehr hingabevoll porträtiert.
Die zweite Lichtgestalt in „Die Dolmetscherin“ ist die von Nicole Kidman verkörperte Silvia Broome. Diese ist jedoch nur ein Mensch, mit Idealen, Ängsten und Schwächen. Sie hat eine dunkle Vergangenheit in Afrika, die sie zur diplomatischen Arbeit bewegt hat. Durch ausgezeichnete Abschlüsse und großes Talent für Sprachen ist Broome eine erfolgreiche junge Frau, die ihre Vergangenheit bewältigt hat. Die Liebe zur Heimat bleibt ihr: In ihrer Wohnung hängen Bilder aus der Kindheit sowie afrikanische Masken und Relikte. Als sie nachts die Attentatspläne in ihrer Sprecherkabine mithört, holen sie jedoch auch die Gefahren aus der Heimat wieder ein.
Hierin zeigt sich ein kleines Problem des Films: Die Geschichte um Menschenrechte und den grausamen afrikanischen Diktator interessiert weit mehr, als die Suche nach dem Attentäter. Der Mord an einem ungeliebten Politiker vermag es, trotz seiner möglichen politischen Folgen, kaum so zu fesseln wie der einstige Kampf Broomes gegen dessen Politik. Nur kurz wird der damals als Befreier erhoffte Politiker in den Fokus des Geschehens gesetzt, der Verlust seiner Ideale ist nur eine Nebenhandlung. Auch die Gefahr, in der Broome schwebt, ist eher nebensächlich, denn wer vermutet tatsächlich, dass Nicole Kidman hier umgebracht würde?
Viele Charakterzüge der Figuren in „Die Dolmetscherin“ sind nur angedeutet, so auch die zurückhaltende Beziehung zwischen Broome und Keller. Filmischer Schwerpunkt ist die packend inszenierte Suche nach den Attentätern. Durch rhythmisch geschnittene Parallelmontagen entsteht eine actionhafte Dynamik, welche besonders zum Ende des Films den Zuschauer in die Ereignisse hineinzieht. Sydney Pollack vermag es, viele Geschehnisse und globale Handlungsfäden miteinander zu einem kunstvollen Gesamtwerk zu verknüpfen. Auch in Hektik und kaltem Licht finden sich immer wieder geradezu poetisch schön fotografierte Bilder, die sich mit der dynamischen Action abwechseln und zu begeistern vermögen.
| FAZIT
Ein bewegender Politthriller, der sich auf seine Schwerpunkte konzentriert und den Zuschauer fordert.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung