Peter Parker (Tobey Maguire) führt weiterhin das typische Leben eines Verlierers. Mit einem Aushilfsjob als Pizzabote versucht er sich durchzuschlagen, kann jedoch nicht einmal die Miete für sein dürftiges Appartement zahlen. Durch seine zweite Identität als Spider-Man leiden auch sein Studium sowie seine Beziehung zu Mary Jane (Kirsten Dunst). Überhaupt bringt ihm sein alter ego Spider-Man nichts als Ärger ein - denn an jeder Straßenecke lauert ein Verbrechen oder eine Gefahr für die Bürger von New York, die es zu bannen gilt. Für ein Privatleben bleibt ihm keine Zeit. Da sich Peter Parker seiner Rolle als Spider-Man nicht mehr gewachsen fühlt, schwinden allmählich auch seine Kräfte. Er entscheidet sich, die Heldenlaufbahn an den Nagel zu hängen, als seine Freundin den Astronauten John Johnson zu ehelichen gedenkt.
Doch wieder einmal geht Gefahr von dem im letzten Teil umgekommenen Osborn aus, diesmal jedoch von den Nachfolgern in seiner Firma. Der Wissenschaftler Dr. Otto Octavius (Alfred Molina) entwickelt mit der Unterstützung eines in seinen Körper integrierten Greifarmsystems eine gefährliche Fusionstechnologie. Das erste Experiment schlägt fehl und die vier metallenen Tentakel ergreifen Besitz von Octavius' Körper - Doctor Octopus ("Doc Ock") ist geboren. Sein Ziel: Das bedrohliche Experiment um jeden Preis zu vollenden. Parker hat nun keine Wahl, er muss sich als Spider-Man gegen Doc Ock stellen, um die Welt zu beschützen.
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| FILMKRITIK
Spider-Man ist zurück - und doch ist Peter Parker auf dem Tiefpunkt seiner Existenz angekommen. Mit viel Selbstironie wird ein Held betrachtet, der zwar über Superkräfte verfügt, jedoch nicht über mentale Stärke. Spider-Man als Pizzalieferant? Nicht einmal sein rot-blaues Kostüm ist mehr farbecht. Mit dem Zweifel an seinen Zielen verliert er die übernatürlichen Fähigkeiten. Er schafft es kaum mehr, Netze zu werfen oder an Gebäuden empor zu klettern. Doch immer wieder befinden sich von Peter Parker geliebte Menschen in Not: Letztlich sogar Mary Jane, welche vom bösen Doc Ock entführt wird, um Spider-Man hervorzulocken.
Peter Parker steht prinzipiell vor einer klassisch menschlichen Entscheidung: Beruf oder Privatleben. Als Verbrechensbekämpfer wird es ihm nie möglich sein, eine Beziehung zu führen. Immer wieder rückt die Freundin ins Visier seiner Gegner. Deshalb handelt der Großteil des Films auch von Peter Parkers Leben, seinen alltäglichen Problemen - dem Kampf mit dem Inventar einer Besenkammer oder mit seinem Boss von der Zeitung. Dank einer moralischen Standpauke von Oma May Parker kann sich Peter jedoch wieder auf seine Ziele besinnen. Er lernt, dass er manchmal das, was er am meisten will, aufgeben muss - selbst seine Träume.
Also gibt Peter die Illusion einer Beziehung zu Mary Jane auf und findet nach einer kurzen Zeit des Glücks zurück in sein Doppelleben. Dort, wo er auf Parties die High-Society von New York für die Zeitung abzulichten versucht und doch nur leere Gläser an ihm vorbeiziehen. Träume aufgeben, obwohl es sonst immer "Lebe deine Träume" hieß? Wo bleibt denn da die praktisch verwertbare Message für den Zuschauer? In jedem von uns steckt ein Held, heißt es dann. Anhand von Szenen wie "Gewalt auf den Straßen" wird letztlich in diesem moralischen Lehrstück jedem bewusst, was er tun kann um ein Held zu sein.
In seinem engen Spinnenkostüm gefangen, muss sich Peter nun also doch Doc Ock widmen. Schließlich ist der gerade dabei, die Welt zu zerstören. Falls Omas Lebensweisheiten noch nicht ausgereicht haben, das ist immerhin ein Argument, dem sich Peter nicht entziehen kann. So wird am Ende noch schnell das Monster vernichtet, das gegenüber Peters bürgerlichem Leben fast schon aus der Erinnerung des Zuschauers gestrichen war. Und bereits Teil 3 kündigt sich an, wenn Peters ehemaliger Freund Harry Osborn nach Rache für seinen Vater sinnt.
Dennoch schafft es "Spider-Man 2" weder zu langweilen noch mit Action zu ersticken. Langsam findet Peter Parker zu sich (und rettet zwischendurch auch mal ein paar Kinder). So ist Tobey Maguire unentwegt groß im Bild zu sehen - um ihn geht es, nicht um den Bösen. Eigentlich fast schon schade, denn Doc Ock ist eine wesentlich interessantere Figur als sein Vorgänger Green Goblin. Gleichwohl ist es sehr angenehm, dass die rhetorische Frage, ob Spider-Man die Welt retten wird, nicht im Mittelpunkt des Films steht. Ein spannendes Finale mit viel Spinnen-Action krönt das Filmende, denn für Spider-Man heißt es: "you've got a train to catch".
| FAZIT
Eine Spannende Mischung aus Charakter- und Actionszenen, die jedoch oft die selben Konflikte wie der erste Teil aufgreift.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung