Mittwoch | 30. Mai 2012 | 13:55 Uhr
Sie befinden sich hier: KINO | Startseite > Reviewübersicht > Reviewdetails
  • FILM REVIEW | Das Schwiegermonster
  • Das Schwiegermonster

    Komödie, Romanze | Deutschland / USA 2005
  • | INHALTSANGABE

  • Endlich hat Charlotte „Charlie“ Cantilini (Jennifer Lopez) ihren Traummann kennengelernt: Einen charmanten, hübschen, wohlhabenden Arzt (Michael Vartan), der sich auch prompt in sie verliebt. Einer gemeinsamen Zukunft steht eigentlich nichts mehr im Weg. Bis Charlie Kevins Mutter Viola (Jane Fonda) kennenlernt. Viola, eine berühmte Fernsehmoderatorin, kommt geradewegs aus der Psychiatrie, in die sie eingeliefert wurde, nachdem sie nach ihrer plötzlichen Kündigung einen Nervenzusammenbruch erlitten hat.

    Zunächst scheinen sich die beiden Frauen bestens zu verstehen. Kevin ist über so viel Harmonie schier begeistert und macht seiner Angebeteten gleich einen Heiratsantrag. Das ist für seine extravagante Mutter dann doch zu viel. Sie beschließt alles daran zu setzen, die bevorstehende Hochzeit zu verhindern. Dafür sind ihr alle Mittel recht. Sie hat ihre Pläne allerdings ohne Charlie gemacht, die ihren Zukünftigen nicht so einfach aufgeben will. Und bald kämpfen die beiden mit harten Bandagen um Kevin, der von all dem überhaupt nichts mitbekommt.
    WERBUNG
      • | FILMKRITIK

      • Angekündigt als sommerlich leichte Beziehungskomödie mit Witz und Charme entpuppt sich „Das Schwiegermonster“ von „Natürlich Blond!“-Regisseur Robert Luketic als alberne Klamotte, die man gerne versäumen darf.

        Der Film beginnt im scheinbaren Paradies. Sonne und Meer, Palmen und Strand, nur schöne und reiche Menschen. Charlie, ein einfaches Waisenkind aus der Mittelschicht, muss sich mit Nebenjobs ihre Traumwohnung finanzieren. Doch das hektische Hin und Her zwischen Catering-Service, Hundesitter-Job und Telefondame scheint sie nicht daran zu hindern, sich hauptsächlich ihrem Outfit zu widmen, ganz nach dem Motto: „Wer ich bin, sagt mir mein Schminktäschchen.“ In einer solchen Welt gibt es für sie scheinbar keine weiteren Probleme, als dass sie reiche Partygäste in ihren FlipFlops begrüßen soll.

        Die Konzeption der Charaktere ist ebenso oberflächlich ausgearbeitet wie die Motivation ihrer Handlungen. Viola und Charlie widmen sich mit chronischer Zickenhaftigkeit dem Kampf um einen Mann, der zum reinen Stichwortgeber degradiert wird. Ebenso steht es um Ruby (Wanda Sykes), die Assistentin Violas. Sie hat darüber hinaus allerdings die Aufgabe, mit Grimassen und abgestandenen Sprüchen auch noch den letzten unaufmerksamen Zuschauer vom Lauf der Dinge in Kenntnis zu setzen.

        Es dauert nicht allzu lange, bis der Film nahezu unerträglich wird. Das liegt in erster Linie wohl an der schlecht ausgearbeiteten Geschichte. Schlampige Dramaturgie, dämliche Dialoge, eine aufgesetzte Bildsprache und ein bunter Mix aus Klischees zerstören die Illusion eines sommerlich-unterhaltsamen Kino-Cocktails. Die Schauspieler mogeln sich dabei mehr oder weniger eifrig giggelnd durch die Handlung.

        Jane Fonda, nunmehr 68jährig, versucht nach 14jähriger Kinoabstinenz ein Comeback. Wirklich schade, dass ältere Schauspielerinnen – ganz im Gegensatz zu männlichen Kollegen – dazu gezwungen sind, solche Rollen anzunehmen. Da bleibt nichts anderes übrig, als gute Miene zum bösen Spiel zu machen und sich mit einem hysterischen Ausraster nach dem anderen der Lächerlichkeit preiszugeben.

        Lustig ist das in der Tat nur wenig. Auch diejenigen unter den Zuschauern, die zwar keinen intelligenten Film aber zumindest schöne, schnulzige Romantik erwarten, dürften enttäuscht werden. Die Liebe zwischen Charlie und Kevin kommt ohne große Emotionen aus. Und die sollen anscheinend auch beim Zuschauer nicht geweckt werden. Wie die beiden ‚perfekten Liebenden’ ein Paar werden oder gar, wie sie zusammenleben oder heiraten, war dem Regisseur wohl unwichtig und wird dementsprechend einfach nicht gezeigt. Dass es trotzdem nicht ohne ein kitschiges Happy End geht, dürfte klar sein.
      • | FAZIT

      • Eine kitschig-alberne Beziehungskomödie. Klischeelastig und ohne Witz.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Anke Hermann

      • | Userwertung

      Wertung: 5.0/10 (2 votes)

      • | Cinefacts bei Facebook
      Facebook Logo
        • | WEITERE INFOS
            •   AKTIONEN
              • | SAMMLUNG
              • 1 User hat den Film gesehen
              •   Balzac