Die kleine Schülerin Nansa verbringt den Sommer bei ihrer Nomadenfamilie im Nordwesten der Mongolei. Die Eltern sind Hirten, die mit ihren drei Kindern in einem Zelt wohnen. Die neugierige Nansa findet beim Dungsammeln einen jungen Hund in einer Höhle und nimmt ihn mit. Doch der Vater ist strikt dagegen: Der Hund könnte bei Wölfen gelebt haben, die ihn nun suchen. Erst vor kurzem haben Wölfe einige Schafe der Familie gerissen.
Doch Nansa bringt es nicht übers Herz, den Hund zu verjagen. Eines Tages verirrt sie sich beim Schafehüten und findet Unterschlupf bei einer alten Frau. Die erzählt ihr die Geschichte des gelben Hundes, in der es um Tierliebe und das Rad der Wiedergeburt geht.
Bald darauf verlässt Nansa mit ihrer Familie den Sommerplatz. Der kleine Hund bleibt zurück. Doch das Kleinkind ist unbemerkt vom Wagen gefallen und eilt den Aasgeiern entgegen. Der Hund reißt sich los, der zurückkehrende Vater erkennt die Rettungsaktion und nimmt den Hund nun mit.
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| FILMKRITIK
Wie schon im oscarnominierten Dokumentarfilm „Die Geschichte vom weinenden Kamel“ ist Byambasuren Davaa (Buch und Regie) wieder zu Besuch bei den mongolischen Nomaden. „Die Höhle des gelben Hundes“, ihr Abschlussfilm an der Münchner Filmhochschule, ist eine Art Spielfilm mit fiktiver Handlung und dokumentarischem Blick. Die Akteure, bei denen das Filmteam zwei Monate auf Besuch war, sind echte Nomaden.
Am Rande der inszenierten Geschichte von Nansa und ihrem Hund fängt die Kamera Szenen aus dem Alltag der Familie Batchuluun ein, beobachtet sie bei der Käseherstellung, bei religiösen Ritualen, begleitet die Kinder auf ihren Spielen in die Steppe. Man sieht den Abbau der Jurte, als die Familie weiterzieht, und wie die gesamte Habe auf ein paar Holzwägen Platz findet.
Die verspielte Nansa muss ihrer Mutter schon früh zur Hand gehen und die Tiere hüten. Viel lieber würde sie Geschichten über die Wiedergeburt hören, doch ihre Mutter hat nicht die Zeit, ihr mehr als knappe Antworten zu geben. Während Nansa in das traditionelle Leben eintaucht, haben die Eltern bereits Probleme mit der einbrechenden Zivilisation: Andere Nomaden werden sesshaft in der Stadt. Ihre zurückgelassenen Hunde gesellen sich zu den Wölfen und fallen Schafherden an.
Nansas Eltern sprechen darüber, wo die Tochter während der Schulzeit wohnen kann, und ob der Vater nicht doch einen Job in der Stadt annehmen soll. Das pinkfarbene Stoffhündchen, das der Vater aus dem Ort mitbringt, wirkt in der natürlichen Umgebung fürchterlich fremd.
Wie schon „Die Geschichte vom weinenden Kamel“ bietet auch „Die Höhle des gelben Hundes“ einen respektvollen, warmherzigen Einblick in das schwere, aber erfüllte Leben der letzten mongolischen Nomaden. Die in Ulan Bator geborene Byambasuren Davaa schafft es ein weiteres Mal, Interesse und Sympathie zu wecken für diese hier bis vor kurzem noch ziemlich unbekannte Kultur. „Die Höhle des gelben Hundes“ wird erstmals auf dem diesjährigen Münchner Filmfest gezeigt.
| FAZIT
Halbdokumentarischer Film mit warmherzigem Blick in die Welt der letzten mongolischen Nomaden.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung