Der Computerhacker Lolo (Diego Luna) hat sich in seine schöne Nachbarin Andrea (Marta Belaustegui) verliebt. Er hat in ihrer Wohnung heimlich Webcams installiert, beobachtet sie mit ihren Liebhabern und hört ihre Telefongespräche mit. Als Andrea davon Wind bekommt, sperrt sie Lolo aus seiner Wohnung aus und vernichtet seine Aufzeichnungen von ihr.
Als Andrea Lolos Wohnung durcheinander bringt verlegt sie auch eine CD mit den gehackten Logindaten der Schweizer Nationalbank, die Lolo noch am selben Abend mit seinen Geschäftspartnern Tomson (Jésus Ochoa) und Nene (Lucas Crespi) an die russische Mafia verkaufen will. Zum Treffen mit dem russischen Gangsterboss Svoboda (Norman Sotolongo) nimmt Lolo unbewusst eine falsche CD mit.
Als auf der CD nur Bilder von Andrea zu sehen sind, kommt es zwischen Lolos Team und den Russen zu einer Schießerei. Svoboda flüchtet in einen Frisiersalon und bringt dort das Leben des Friseurpaares Goyo (Rafael Inclán) und Carmen (Rosa María Bianchi) durcheinander.
Nene und Tomson lassen sich währenddessen von der Apothekerin Clara (Carmen Madrid) verarzten, während ihr Mann Beto (Daniel Giménez Cacho) von all dem nichts erfahren darf. Lolo besorgt unterdessen die richtige CD und merkt erst spät, dass die Situation komplett außer Kontrolle geraten ist und niemand mehr einen Überblick hat.
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| FILMKRITIK
Rauchen gefährdet Ihre Gesundheit. Ob nun Friseure, Apotheker, Schwerverbrecher oder Kleinkriminelle – der Zwiespalt zwischen Rauchern und Nichtrauchern zieht sich wie ein roter Faden durch die Handlung von „Nicotina“. Der hartgesottene Verbrecher Tomson hat nur vor zwei Dingen Angst: vor Hunden und vor Lungenkrebs. Sein ununterbrochen qualmender Kollege El Nene regt ihn dabei ständig auf, doch Nene hält das Schicksal für gefährlicher als Rauchen und Passivrauchen. Eine dunkle Vorahnung? Nikotin selbst wird sich an diesem Abend noch als am wenigsten tödlich erweisen.
Die Apothekerfrau Clara darf in ihrem Laden nicht rauchen und muss das vor ihrem frustrierten Mann geheim halten. Eine Zigarettenpause ist das wichtigste für sie im Leben, ihrem Mann täuscht sie Migräne vor. Die hartgesottenste Raucherin ist wohl die Friseuse Carmen. Auch eine blutgetränkte Zigarette wird von ihr zu Ende geraucht.
Inmitten dieses nebulösen Gequalmes steht Lolo. Lolo raucht nur unbewusst und nebenbei, er bildet den menschlichen Mittelpunkt in „Nicotina“. Eigentlich ist Lolo kein sonderlicher Sympathieträger, denn er ist ein Spanner: Zu verklemmt um seine Nachbarin auf seine „Gefühle“ anzusprechen aber dennoch versiert genug, sie nach allen Mitteln der Kunst auszuspionieren. Inmitten der chaotischen Ereignisse des Abends kann der sensible Lolo allerdings Mitleid erregen. Wenn sein großer Coup funktionieren sollte, hätte er genug Geld um Andrea alle ihre Wünsche zu erfüllen und ein schönes Leben zu führen.
Die zahlreichen abendlichen Ereignisse werden durch geschickt verschachtelte Montagen übersichtlich und spannend präsentiert. Durch Splitscreens und Inserts werden viele erzählerische Möglichkeiten ausgereizt. Etwas flapsige Übergänge und der manchmal unausgegorene Humor drohen gelegentlich ins Klamottenhafte abzutreiben. Der Abend entwickelt sich jedoch zu einem absurden Blutbad, an dem alles auf dem Spiel steht. Die große Gefahr, in der alle Schuldigen und Unschuldigen schweben, schafft eine stetige Spannung, die durch groteske Momente immer wieder gelockert wird.
„Nicotina“ ist ein abwechslungsreiches Kinoerlebnis, das mit liebevollen Details und großartigen Darstellern aufwartet. Trotz der Kurzweiligkeit lohnt sich ein genaues Hinsehen und eine intensive Betrachtung der elegant verflochtenen Ereignisse des turbulenten Abends.
| FAZIT
Ein spaßiger Klamauk, der die ernsten Seiten des Lebens heiter betrachtet und als Film gut funktioniert.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung