Der Anfang dieses Films ist bezeichnend für den weiteren Verlauf. Es geht um das Ehepaar Mr. und Mrs. Smith, John (Brad Pitt) und Jane (Angelina Jolie), nicht umsonst trägt das Pärchen die gewöhnlichsten und damit unauffälligsten Namen im englischen Sprachgebrauch. Denn die beiden sind, unabhängig und vor allem unwissend voneinander, als Agenten tätig. Im Beruf erfolgreich, doch in ihrer Ehe kriselt es gewaltig, was der Grund dafür ist, dass sie einen Eheberater aufsuchen. Selbst die Frage wie lange sie schon zusammen sind, können sie nicht einheitlich beantworten. Während John fünf Jahre meint, macht Jane klar, dass es schon sechs Jahre sind, woraufhin er in sich hineinmurmelt, um die Situation abzuschwächen, aber trotzdem das letzte Wort zu behalten, „Fünf oder Sechs Jahre.“
Schon hier wird der grundlegende Unterschied zwischen den beiden klar. John handelt immer sehr intuitiv, Jane dagegen muss immer die Kontrolle behalten. Auch in ihrer Ehe.
Während John mit seinem alten Kumpel Eddie (Vince Vaughn) eine Ingenieur Firma leitet oder dies zumindest vorgibt, ist Jane auch alles andere als eine System Analystin. Im Gegenteil, sie ist das beste Pferd in einer Agentenverbindung, die ausschließlich aus Frauen besteht.
Als das Paar jedoch beide auf den gleichen Auftragsmord (Adam Brody) angesetzt werden, geraten sie sich mehr als nur ein bisschen in die Quere, was zur Folge hat, dass sie die geheime Identität ihres jeweiligen Partners herausfinden und sich nun gegenseitig umbringen müssen. Man könnte meinen, dass dies das endgültige Aus für die Beziehung bedeutet, aber im Gegenteil, die beiden finden Gefallen am Katz-und-Maus-Spiel und am Ende bringt es sie wieder zusammen.
So hört der Film auf, wie er anfängt, das Ehepaar auf der Couch des Therapeuten, nur dieses Mal mit erfolgreichem Resultat zu berichten.
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| FILMKRITIK
Der Film macht immer dann am meisten Spaß, wenn er auf die Beziehung zwischen Jane und John eingeht und dabei Genderkonventionen und Erwartungshaltungen diesbezüglich aufs Korn nimmt. So sind die geheimen Waffenarsenal-Verstecke der beiden äußerst aussagekräftig. Während John als "echter Mann" sein Versteck unter dem Geräteschuppen in einem kleinen mit Neonröhren ausgeleuchteten Keller versteckt, hat Jane ihre Waffen in einem ausfahrbaren Geheimfach in dem immer auf Hochglanz polierten Designerofen untergebracht. Der, wie wir später erfahren, nie benutzt wurde, denn Jane gibt nur vor ihrem Ehemann jeden Abend ein Essen zu kochen, das selbstverständlich immer pünktlich um sieben auf dem Tisch steht.
Im Verlauf des Filmes wird immer klarer, dass der Zuschauer es hier mit zwei Prototypen des Agenten zu tun hat. John lässt sich eher von seinem Instinkt leiten und handelt auch schon mal aufgrund seiner Emotionalität übereilt und unüberlegt. Dies würde Jane nie passieren, ihre Handlungen sind immer bis ins kleinste Detail durchgeplant und sei es, dass sie sich nach einem Mord mit dem versteckten Draht, der in ihrer Handtasche eingebaut ist, wie Spiderman an der Außenwand eines Hochhauses herunterlässt. (Diese Szene erinnert übrigens mehr als nur ein wenig an die Art und Weise wie sich Kate Beckinsale am Anfang in "Underworld" von dem Dach eines Hauses auf den Boden fallen lässt.) So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass es Jane ist, die als sich das Ehepaar schon mitten in ihrem Kriegsspiel verstrickt hat, unter keinen Umständen zugeben möchte, dass sie sehr wohl Gefühle für John hegte oder gar noch immer hat. Wohl aus der Angst heraus, dass allein die Erwähnung derer ihr es unmöglich machen würde ihn umzubringen. John hingegen ist im Kampf derjenige, der, als sich die beiden im Patt gegenüber stehen, als erster die Waffe senkt und meint es sei ihm unmöglich sie umzubringen.
Ansonsten besteht der Film aus einer Anreihung von mehr oder weniger absurden Actionszenen, die überstylisiert und in perfektionierter Werbeoptik inszeniert wurden, wie es seit "Matrix" mittlerweile zum Standard eines jeden Actionfilmes gehört. So bietet der Film auf dieser Basis keine Neuheiten oder gar Überraschungen, was sich leider negativ auf das Gesamtbild auswirkt. Denn vom Script her, kann es der Film leider nicht mit seinen Genregeschwistern aufnehmen.
Nichtsdestotrotz bietet der Film unterhaltsame Momente. Gerade wenn er durch absurde Ideen glänzt, wie wenn in einer Kampfszene die Handlung immer wieder unterbrochen wird, weil das Pärchen in einem Aufzug bei surrealer Fahrstuhlmusik gefangen ist.
Ganz zu schweigen von den Sitzungen beim Therapeuten, wo die beiden durch ihre mehr oder weniger widerspenstigen Kommentare ihre Charakter aber auch ihr Eheleben bloßlegen.
Es sind genau diese Momente wo man sieht wie sehr der Film von der Energie und der überzeugenden Chemie seiner zwei Hauptdarsteller lebt, und es wird klar warum es schon am Set anhaltende Gerüchte über eine Affäre zwischen Brad Pitt und Angelina Jolie gegeben hat. Zu sehr sieht man die Funken auf der Leinwand zwischen den beiden sprühen. Etwas, was dem Film aber sicherlich aus dem Einheitsgrau im Actiongenre heraushebt.
| FAZIT
Über kurze Längen ausgezeichnet, leider fehlt dem Film im Gesamten der Charme, der diese kurzen Szenen ausmacht.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung