Eines windigen, herbstlichen Nachmittags verdunkelt sich der Himmel über dem beschaulichen Arbeiterviertel wo Ray wohnt.
Ray ist Kranführer, lebt in Scheidung und ist Vater von zwei Kindern, die er gerade für einige Tage zu Besuch hat. Oft scheinen sich die Drei nicht zu sehen.
Das Wochenende, das in unvertrauter Dreisamkeit seinen Lauf nimmt, verläuft ziemlich bald anders als es sich alle Beteiligten vorgestellt hätten.
Aus den Wolken prasseln Blitze, die immer wieder an derselben Stelle einschlagen. Und als an diesen Stellen der Boden aufreißt und sich daraus stählerne Kolosse erheben um die Umherstehenden zu Staub zu zerblasen, ist klar, dass der Erde gerade der Krieg erklärt wurde.
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| FILMKRITIK
Spielberg legt hier ein düsteres Werk vor. Und er muss im Laufe der Handlung gar nicht erst eine mühsam aufgebaute Idylle brechen. Schon die Exposition zeigt ein ausgesprochen realistisch-deprimierendes Bild für einen Hollywoodfilm.
An Ray, dem offensichtlich am Leben Gescheiterten, ist nichts beschönigt. Er ist ein Mann aus der Unterschicht der für seinen Lebensunterhalt hart kämpfen muss und zudem einsam ist. Er hat den Kontakt zu seiner Familie verloren.
Auch Tom Cruise` Zeiten als Held mit Sonnenbrille auf dem Motorrad scheinen hier vorbei zu sein oder zumindest auf Urlaub.
Das Dauergrinsen oder die kühle Gewinnermiene passen hier einfach nicht zur Weltlage. Und so liefert Cruise auf seine alten Tage ein gebrochenes Werk ab. Er spielt einen Versager, einen selbsterwählten Loosertypen.
Spielberg zeigt ein beängstigendes Bild: er zeigt die Menschheit sehr nackt und angreifbar.
Die Angreifer vom Mars, die mit ihren seltsamen amorphen Maschinen die Erde besetzt haben, besitzen keine genetischen Anlagen für Mitgefühl. Manchmal sieht die Kamera die wuselnden Menschenmassen, wie es die glibberigen Wesen durch ihre eiskalten Augen tun müssen. Mitgefühl fällt dann schwer, angesichts der um ihre Existenz rennenden und sich quetschenden Körper. Distanzierter Ekel kommt auf, für diese sich wichtig nehmenden Kreaturen, die von etwas Übermächtigerem als sie selbst zerblasen werden. Menschlichkeit und Zusammenhalt kommt erst nach einem Atemholen wieder zum Wort.
Ray, als Looser eingeführt, gelingt es doch, sich zu entwickeln.
In den Situationen wo es ums nackte Überleben geht wird er zum kleinen Helden, er nimmt die Zügel in die Hand. Aber dennoch ist es vielmehr sein Sohn Robby, der aktiv wird. Er rettet Menschen und bewahrt so Menschlichkeit in Situationen größter Existenznot. Auf der anderen Seite verkörpert er auch den blindlings ins Elend laufenden Patrioten, der sein Land rächen will. Er will zusammen mit den Soldaten gegen die Aliens kämpfen.
Wie in jedem Katastrophenfilm aus Hollywood ist die Perspektive freilich eine amerikanische. Die Bedrohung, gleich welcher Art (meist aus dem All) wird allenfalls in einem Zusammenschnitt, was weltweit passiert, veranschaulicht. Hier bleibt die Perspektive ganz bei den Figuren.
So anders sich Hollywood hier versucht zu zeigen, „Krieg der Welten“ hat einige Längen. Der Versuch, das Handeln in einer existenziellen Situation exemplarisch in einem Keller darzustellen ist zu durchschaubar von Handlungsauslösenden Momenten am Leben erhalten. Die Spannung trägt nur müde. In zu sehr berechenbaren Abständen werden die psychologischen Zwischenspiele von Spannungsmomenten durchbrochen.
Das hier ein neuer Maßstab auf dem Weg zur technischen Perfektion im Computeranimationsbereich angelegt wird, ist von vornherein klar. Und das war es wohl auch Spielberg und seinem Special-Effekts-Sonderkommando von ILM, die doch einige Male etwas über das Ziel hinaus geschossen sind. Die Effekte sind so bombastisch, dass sie schon manchmal zum Lachen anregen.
Einer der „big five“ von Hollywoods Zauberkünstlern versucht hier ernst zu machen. Doch das Gewebe aus dem der Film gestrickt ist, bleibt zu durchscheinend, hält nicht zusammen. Ist da, wo es auseinander zufallen droht mit allzu lauter Effekthascherei überdeckt.
Das Zusehen macht Spaß, aber man wird nicht in den Sog gezogen, den man sonst bei Katastrophenfilmen schätzt. Spielbergs Ambitionen mehr Psychologie ins Spiel (der Figuren) zu bringen, funktioniert nur streckenweise. In den gigantischen Hollywoodbildern wirken die Charaktere oft verloren und fehl am Platz.
Mit dem amerikanischen Heldenmythos wird radikal gebrochen, was in diesen Zeiten hoch anzurechnen ist. Es gibt keine Zeitlupensequenz in der ein muskulöser Mann mit zusammengekniffenem Mund, ohne Chancen auf seine Feinde zu rennt. Um dann doch siegreich aus der Asche zu steigen mit dem Wissen sein Land gerettet zu haben und nebenbei auch noch den Rest der Welt.
Die Rettung der Welt ist hier nicht durch Menschenhand möglich. Die Lösung ist eine unverhoffte. Ein Deus ex machina, der so leise auftritt, dass man es ihm nicht übel nehmen kann.
| FAZIT
Die Rettung der Welt sollte man nicht Amerika überlassen!
Teils unterhaltsames, teils technisch überladenes und etwas lang gezogenes Katastrophenmachwerk, das versucht seine Genrekollegen durch Psychologisierung auszustechen.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung