Land of the Dead spielt zu dem Zeitpunkt wo Day of the Dead aufhört. Die Erde ist von Zombies überrannt, es gibt nur wenige menschliche Überlebende, die sich in Hochsicherheitstrakts zurückziehen mussten.
Doch ab und zu werden schwer bewaffnete Truppen ausgeschickt um lebenswichtige Utensilien aus den von Zombies bevölkerten Vororten zu holen.
In teilweise gepanzerten Fahrzeugen und mit Maschinengewehren ausgestattet, ist höchste Vorsicht angebracht, da die Zombies scheinbar überall sind und immer wieder unerwartet aus einer dunklen Ecke hervor brechen, auf der Suche nach Frischfleisch. Um die Zombies von dieser Lust momentan abzubringen, schießen die Truppen Feuerwerk ab, da die Untoten aufgrund dessen wie erstarrt auf den Straßen stehen, fassungslos in den Himmel starrend.
Auf einem dieser Raubzüge macht Riley (Simon Baker) die folgenschwere Entdeckung, dass die Zombies, prinzipiell hirnlose Maschinen, angefangen haben, das einstige Leben, das sie geführt haben, zu kopieren, und noch viel schockierender, sich untereinander zu verständigen scheinen. Auf seine Mitstreiter macht dies aber keinen großen Eindruck, allen voran der korrupte Cholo (John Leguizamo) ist viel zu sehr damit beschäftigt sich selbst zu bereichern und die Leiter der Hierarchie nach oben zu klettern.
Zurück auf der streng bewachten Halbinsel in der Mitte von Pittsburgh gelegen, die von dem nachts einladend beleuchteten Wolkenkratzer ‚Fiddler’s Green’ dominiert wird, gerät Cholo auf der Suche nach Macht und Reichtum mit dem Befehlshaber Kaufman (Dennis Hopper), einem einstigen Kapitalisten, aneinander, der sich eher den Zombies ausliefern würde, als einen von der Straße in seinem errichteten Imperium als freien Menschen zu sehen. Zu viel Geld und Zeit hat er investiert um einen letzten Zufluchtsort für die Reichen dieser Welt zu schaffen. Am buchstäblichen Fuß dieser reichen Kommune werden ‚gewöhnliche’ Menschen, die Schutz suchten, geduldet, so dass die Straßen um ‚Fiddler’s Green’ von Flüchtlingen bevölkert werden.
Cholo sinnt auf Rache und stiehlt den Stolz der Truppen, den mit Raketen bewaffneten Panzerzug ‚Dead Reckoning’, dessen Waffen er nun auf ‚Fiddler’s Green’ richtet und damit Kaufman zu erpressen versucht. Doch dieser engagiert Riley, den erklärten Helden des Fußvolkes, um sein Panzerfahrzeug zurück zu holen.
Unbemerkt hat sich jedoch eine große Armee von Zombies dem Menschen Ressort genähert, um Rache an ihren ermordeten Gefährten zu nehmen. Unter der Führung von Big Daddy (Eugene Clark) stoppen sie dieses Mal auch nicht die Elektrozäune und der Fluss.
So sieht Kaufman sein Imperium bald mit einer noch furchtbareren Gefahr als den Beschuss durch Raketen konfrontiert.
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| FILMKRITIK
Nach Night of the Living Dead (1968), Dawn of the Dead (1978) und Day of the Dead (1985) bringt George A. Romero nun den vierten Teil seines Zombie-Zyklus heraus, der auf Teilen des ursprünglich sehr viel längeren Scripts von Day of the Dead basiert. Doch die Ausgangssituation hat sich während der Jahre merkbar verändert. 1968 setzte der nunmehr 65jährige den Startschuss für den postmodernen Horrorfilm mit seiner damals ungewöhnlichen Gewalttätigkeit und dem pessimistischen Ende.
Doch das Jahr 2005 hat andere Voraussetzungen. Das Publikum ist gewöhnt an gewalttätige Bilder, es gibt kaum noch etwas was den abgebrühten Horror-Fan schocken könnte. So schlägt Romero mit Land of the Dead einen anderen Weg ein. Zwar sind in dem Film immer noch genügend bluttriefende Bilder, die sanfte Seelen beunruhigen werden, dennoch ist die Geschichte eine andere.
Genauer gesagt sind die Zombies eine andere Gattung, denn sie sind in diesem Film die bedrohte Art, die von den Menschen in ihrem ‚friedlichen’ Leben aufgeschreckt werden. Denn erst durch die brutalen Raubzüge unter Maschinengewehrfeuer werden die Zombies unter ihrem Führer Big Daddy aufgerüttelt und beschließen zurück zu schlagen. Dabei beweisen sie mehr als einmal ihre wachsende Intelligenz und Kombinationsfähigkeit.
Auf der anderen Seite sind die wenigen übrig gebliebenen Menschen. Die meisten von ihnen sind der Korruption verfallen und meist sehr viel unmenschlicher als die Zombies. Fasst schon naiv und ahnungslos versuchen die Menschen die vermeintliche Kontrolle über ihr Leben wieder zurück zu gewinnen, in dem sie die Untoten als Attraktion in zirkusartigen Clubs präsentiert. Der Gipfel der Unmenschlichkeit ist allerdings erreicht, als Asia Argentos Charakter Slack zwei Zombies in einem Käfig zur Belustigung des Publikums vorgeworfen wird, mutwillig der Zerstörung ausgesetzt. Bezeichnend ist auch, dass Charlie (Robert Joy), der treue Gefährte von Riley, selbst mehr aussieht wie Zombie als Mensch.
Wie schon im letzten Romero Film ist Land of the Dead in einem unbestimmten Zeitraum in der Geschichte der Menschheit angesiedelt, es wird nur angedeutet wie viel Zeit seit der Kontamination der Erde durch die Zombies vergangen ist und wie lange die Residenz der Menschen in Pittsburgh schon existiert. Auch wird die Aufgabe herauszufinden ob es tatsächlich noch anderes ‚Leben’ auf der Erde gibt, nie ins Zentrum des Filmes gestellt, etwas was in 28 Days later beispielsweise einen sehr viel größeren Raum eingenommen hat.
Romeros Anspruch eine Hommage an seine eigenen Zombiefilme aber auch an die gesamte Horrorfilm Geschichte zu kreieren, wird schon zu Beginn klar. Anstatt des modernen Universal Firmenzeichens, kommt das Logo aus den Dreißiger Jahren. Universal, das Studio, das 1931 Tod Brownings Dracula herausbrachte, dem bald darauf James Whales Frankenstein folgte und eine wahre Welle von Filmen dieses Genres, gilt als Urvater des amerikanischen Horrorfilms. Des weiteren finden sich auch bildliche Zitate im Film, allen voran beeindruckt die Szene, in der die Zombies langsam aus dem Fluss auftauchen, eine Einstellung, die ganz klar von Carnival of Souls von 1962 beeinflusst ist.
Es gibt nur einen Kritikpunkt, dem sich der Film stellen muss. Durch die Sympathisierung der Zombies gerät der eigentliche Schockeffekt, den Zombies normalerweise auf das Publikum ausüben, in den Hintergrund. Man ertappt sich fast schon dabei mit den Zombies mitzufiebern und ihnen zu wünschen, dass sie die Halbinsel erreichen um den dortigen Autoritäten einmal ihre wahre Stärke vorzuführen.
| FAZIT
Ein Muss für alle Horrorfilm Fans des alten Schlages, aber Romero hat es auch dieses Mal wieder geschafft den modernen Ansprüchen des Genres gerecht zu werden.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung