Die Cousins Luke (Johnny Knoxville) und Bo (Sean William Scott) Duke vertreiben sich im Hazzard-County, Georgia, die Zeit, indem sie den schwarz gebrannten Fusel ihres Onkels Jesse (Willie Nelson) ausfahren, Farmerstöchtern nachsteigen und sich mit deren Vätern oder aber der Polizei wilde Verfolgungsjagden in ihrem Rennauto liefern. Dazwischen prügeln sie sich auch mal durch der Kneipe, in der ihre steile Cousine Daisy (Jessica Simpson) bedient. Als der fiese Landrat Boss Hogg (Burt Reynolds) mit Hilfe des gemeinen Sheriffs den Dukes die Farm wegnimmt, um, wie sich herausstellt, aus Hazzard-County eine Abraumhalde zu machen, gehen die Dukes flugs daran, die Heimat zu retten. Ach ja, und das lokale Autorennen will natürlich auch noch gewonnen werden.
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| FILMKRITIK
„The Dukes of Hazzard“ waren eine CBS-Fernsehserie, die 1979 startete und es auf erstaunliche sechs Staffeln brachte. Auch in Deutschland war zu bestaunen, wie die frechen Duke-Halunken, meist mit Ordnungshütern im Nacken, durch Sumpf und (Hinter)Wald brausten. Dabei flog mindestens einmal pro Folge ihre fetzige orange Karre über Tümpel, Baumstämme und sonst was. Yieeh-Haaah! – was ein Spaß.
Leider hat der TV-Verwertungswahn Hollywoods, der schon manche Fernsehserie auf die Leinwand gezerrt hat, nun auch vor Hazzard-County nicht halt gemacht. Doch was im Fernsehen mit vierzig Minuten und gerade wegen seiner Wiederkehr des Immergleichen durchaus Reiz bot, gerinnt hier zur öden Posse.
Dabei wäre es so einfach gewesen. Anfangs führt uns der Erzähler mit „Howdie!“-Duktus in die Backwood-Heimat der Dukes ein, eine lässig-skurrile Welt voller Schwarzbrenner und Kautabak-Spucker, die ihre Töchter mit Schrotflinten beschützen und ansonsten den lieben Gott `nen guten Mann sein lassen. Und tatsächlich hat man mit Johnny Knoxville, dem selbstzerstörerischen Tunichtgut aus der MTV-Show „Jackass“, einen passend überzeichneten Tausendsassa gefunden, dazu das „Ausgekochte Schlitzohr“ Burt Reynolds als Reminiszenz und Folk-Star Willie Nelson. Auch dass Jessica Simpson kaum mehr tut als ihre sekundären Geschlechtsmerkmale aufzudrängeln, mag noch funktionieren, insofern das Drehbuch es ja so haben will: Die gute Daisy lenkt auf diese Weise des öfters die Polizei ab – und, yeah folks, man(n) will schließlich was zu schauen haben.
Das einzig Vernünftige wäre gewesen, daraus eine konsequent überbordende Parodie Marke „Austin Powers“ zu machen, was die Klischee-Typen rund um die Duke-Familie und ihr Provinzambiente auch verdient hätten. Stattdessen aber nimmt sich der Film als „Actionkomödie“ selbst viel zu ernst. Er streckt die Standartsituationen auf Spielfilmlänge und tut, als sei das alles nun frisch erfunden, die Handlung mehr als bloßer Vorwand und deren Stationen anderes als notdürftig kaschierter Quatsch. Dabei hat man alles, aber auch wirklich alles, schon gesehen. Vielleicht nicht origineller, aber doch weniger verkrampft und kalkuliert – sei es in den „Highway“-Filmen oder eben den „Schlitzohr“-Reißern. Reynolds Auftritte im weißen Südstaatendress sind deshalb zwar eine Freude, stimmen zugleich aber wehmütig angesichts dieses Aufgusses.
Am meisten schmerzt jedoch, dass die echte Kern des Ganzen verschenkt wird: die Autojagden. Zwar darf Bo Duke alias Dauer-Teenkomödien-Depp Sean William Scott an seinem getunten 1969er Dodge Charger 500 herumschmusen und ihm Sex androhen. Aber Hatz und Karambolage als das auszustellen, was es ist, nämlich schönster Selbstzweck, die pure Lust an Geschwindigkeit und Destruktion – dass traut sich „Ein Duke kommt selten allein“ nicht oder versteht es zumindest nicht in Szene zu setzen. Stattdessen wird hektisch herum geschnitten, mit der Kamera gewackelt und damit Action behauptet. Wie sehnt man sich da zu der (freilich immer noch, auch von der Masse her, unerreichten) Blechorgie der „Blues Brothers“. Doch selbst RTL-Trash wie „Alarm für Cobra 11“ weiß in der KFZ-Zerstörung genüsslicher zu schwelgen. So erfährt man erst, welche Wucht hier schlichtweg verpufft ist, wenn zum Abspann (zu dem Willi Nelson natürlich ein Liedchen zum Besten gibt) misslungene Stunts mit dem „General Lee“ präsentiert werden.
| FAZIT
Die Spielfilmadaption einer TV-Serie um zwei rasende Hill-Billy-Halunken verpasst die Chance, aus seinen Klischee-Personal und -situationen Funken zu schlagen und fährt als uninspirierte Actionkomödie gegen die Wand.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung