Mittwoch | 30. Mai 2012 | 10:30 Uhr
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  • FILM REVIEW | Beautiful Boxer
  • Beautiful Boxer

    Action, Drama | Thailand 2003
  • | INHALTSANGABE

  • Nong Toom ist ein thailändischer Junge, der lieber ein Mädchen sein möchte. Zunächst schicken ihn seine mittellosen Eltern zu den Mönchen. Doch Nong Toom verlernt dort seine Sehnsucht nach Blumen im Haar und nach Lippenstift nicht. Als Jugendlicher kommt er an eine Thai-Boxschule. Das harte Training nimmt er auf sich, weil er sich viel Geld verspricht.

    Nong Toom gewinnt einen Kampf nach dem anderen. Nur die prestigeträchtigen Kämpfe in Bangkok bleiben ihm noch verwehrt. Seine Boxschule erkennt, dass seine Neigung, sich als Frau zu schminken, ein Markenzeichen werden kann. Nong Toom steigt also bald in Bangkok in den Ring, als Frau geschminkt, und tanzt, bevor der Kampf beginnt. Seine Gegner hassen ihn, den unmännlichen Transvestiten. Doch er besiegt sie alle. Dann fängt er an, Hormone zu nehmen. Nach einer Leidenszeit hat er endlich genug Geld und Mut, um sich einer Geschlechtsoperation zu unterziehen.
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      • | FILMKRITIK

      • Das Spielfilmdebüt des Theater- und Musicalregisseurs Ekachai Uekrongtham aus Singapur erregte bereits weit über Südostasien hinaus Aufsehen. Der Regisseur bringt eine wahre Lebensgeschichte auf die Leinwand: Die echte Nong Toom, die seit 1999 als Frau lebt, war vorher einer der besten Kickboxer Thailands. Die Hauptrolle seines Films besetzte der Regisseur ebenfalls mit einem echten Kickbox-Champion, Asanee Suwan. Fantastische Kampfsport-Szenen sind die Folge.

        Nong Toom kostet es zunächst viel Überwindung, körperlich zu kämpfen, denn er verabscheut Gewalt. Aber seine Zähigkeit, mit der er Geld verdienen will, trifft auf einen guten Trainer und väterlichen Freund. Nong Toom lernt auch die Schönheit des Thai-Boxings kennen, er verbindet darin Präzision, Selbstüberwindung, Härte und Geschmeidigkeit. Der Regisseur schneidet oft Kampfszenen im Ring gegen anmutigen thailändischen Frauentanz, den Nong Toom so gerne aufführt.

        Die hautnahen Kickbox-Aufnahmen wirken bald wie eine Art Kampfsport-Ballett. Es wird klar, dass dieser Sport trotz aller Härte nichts für tumbe Muskelpakete ist. Die erforderliche Geschicklichkeit und Bewegungskunst sind so elegant, dem Tanz so nahe, dass es einen bald nicht mehr verwundert, wieso gerade ein Transsexueller so viele Erfolge im Ring verbucht. Doch es ist nur der ständige Erfolg im Kampf, der Nong Toom vor der ständig drohenden Verachtung und dem lauernden Hass rettet: Die thailändische Gesellschaft hält nichts von Männern, die Frauen sein wollen, gibt aber dem Sieger Recht.

        Dieser schöne, mutige Film beflügelt nicht nur durch seine Leidenschaft für das thailändische Kickboxen und seinen Blick für androgyne Bewegungsformen. Der Hauptdarsteller schafft es auch hervorragend, das innere Leiden Nong Tooms darzustellen, seine ständige Zerrissenheit. Nong Toom muss erst etliche der besten männlichen Kämpfer besiegen, bevor er Frau werden darf. Diese mitreißende Strategie lässt der sehnsüchtigen, oft schutzlos zarten Hauptfigur alle Sympathien zufliegen und verweist Machos auf die Plätze.
      • | FAZIT

      • Ein Thai-Boxer, der lieber Frau sein will: Eine wahre Lebensgeschichte, mitreißend und anmutig verfilmt mit tollen Kampfsport-Szenen.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Bianka Piringer

      • | Userwertung

      Wertung: 0.0/10 (0 votes)

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