Der Film erzählt die Geschichte der legendären Z-Boys, die Mitte der 70er Jahre die neue Extremsportart ‚Skateboarding’ definieren sollten.
Die Jungs, die alle im besten Teenageralter sind, scharen sich bevorzugt um den Surfer Skip (Heath Ledger), der so etwas wie ihr Held ist. Als die alten festen Plastikreifen der Skateboards durch neue flexible Gummireifen aus Urethan ersetzt werden, wittert Skip Geld in der Sache. Er gründet das Skate Team Zephyr, das nunmehr auf Wettkämpfen antreten soll.
Stars des Teams sind Tony (Victor Rasuk) und Jay (Emile Hirsch), der grundsätzlich von seinem besten Kumpel Sid (Michael Angarano) begleitet wird. Stacy (John Robinson) stößt erst nach dem ersten Wettkampf wieder zur Gang, nachdem Skip ihn erst nicht im Team haben wollte.
Der Sommer 1975 bringt eine Wassernot mit sich, die dazu führt, dass die zahlreichen Pools in Venice trocken gelegt werden. Es dauert nicht lange und die Jungs kommen auf die Idee diese Pools als Halfpipes für ihre Skatekünste zu nutzen.
Durch ihren neuen extravaganten Stil fallen sie bei Wettkämpfen auf. Schon bald ziehen sie auch international das Interesse auf sich und landen auf dem Cover von diversen Skater Magazinen.
Aber auch anderweitige Angebote von Konkurrenzteams lassen nicht lange auf sich warten. Gerade Tony, der Liebling der Medien, kann sich kaum davor retten.
Auf einer Party in Skips Laden kommt es dann zum Split. Skips Kumpel sind die ersten, die gehen. Ihrer Meinung nach hat der einstige Vollblutsurfer sich zu sehr von der Jagd auf Geld und Ruhm einfangen lassen, wodurch der Spaß an der Sache in den Hintergrund geraten ist. Dann taucht ausgerechnet Topper Burks (Johnny Knoxville), der Chef einer der Konkurrenzteams, auf der Party auf. Die Feier endet damit, dass Skip auf dem Dach seines Ladens sitzt und Surfboards auf die Straße schmeißt.
Am nächsten Tag löst sich das Team sang- und klanglos auf. Stacy ist der Einzige, der zumindest den Anstatt besitzt und Skip seinen Team Wechsel ins Gesicht mitteilt.
Während der nächsten Jahre entfernen sich die einstigen besten Freunde immer mehr voneinander.
Tony skatet nun für Topper Burks, der exakt den Livestyle verkörpert, dem er immer nachgeeifert ist. Geld, Autos, Frauen. Dass er damit irgendwann nur noch albern wirkt, fällt ihm selbst nicht auf. Er hat den Link zur Realität endgültig verloren.
Jay und seinen treuer Schatten Sid verschlägt es in die radikale Punkszene. Jay ist nunmehr mit Tonys Schwester Kathy (Nikki Reed) zusammen ist, der Ex-Freundin von Stacy, ein weiterer Grund, warum die heile Welt der Surferjungs einen weiteren Knacks erhalten hat.
Stacy hingegen, der immer der Saubermann im Team war, führt ein solides Dasein im G&S Team, mit neuer Freundin und neuem Wagen. Seine einstigen Freunde trifft er nur noch bei Wettkämpfen.
Doch natürlich geht das nicht gut aus. Tony bekommt aufgrund seiner penetranten Arroganz ein übles blaues Auge auf einem Wettbewerb von einem Mitstreiter geschlagen, dass eine Operation nach sich zieht. Topper versteht die Aufregung um solche ‚Kleinigkeiten’ nicht, es kommt zur Trennung zwischen den beiden.
Stacy erfährt von Jay, dass Sid an Krebs erkrankt ist und ihm ein Tumor aus dem Gehirn entfernt werden musste. Er sagt kurzfristig seinen nächsten Wettkampf ab und sucht den Kranken auf. Dorthin hat es auch Tony verschlagen, der nach dem Fiasko mit Topper reumütig zu seinen Freunden zurückgekehrt ist.
Sid hat aber auch eine Überraschung für seine Freunde. Sids Vater hat den Pool leeren lassen und somit kehren die Freunde zu ihrer eigentlich Begeisterung beim Boarden zurück.
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| FILMKRITIK
Dogtown Boys basiert auf der wahren Geschichte der legendären Skater Truppe aus Dogtown, einem heruntergekommenen Stadtteil von Venice. Nicht weit vom schillernden Malibu, wird hier am Ocean Park Pier auch gesurft, die Lebensumstände sind aber um einiges komplizierter.
Das Drehbuch zu Dogtown Boys stammt von Stacy Peralta, einem einstigen Mitglied der so genannten Z-Boys. Somit verspricht der Film ungeschönte Realität und einen hohen Wahrheitsgehalt.
Doch vergleicht man die preisgekrönte Dokumentation von Peralta, Dogtown and Z-Boys von 2001 mit dem Film, muss man sich die Frage stellen, ob der Film nicht nur ein billiger Abklatsch ist.
Wo eben genau diese Nähe zur Realität bestochen hat, mit Original Footage aus den 70er Jahren, will der Film einfach nicht ans Original heran kommen. Denn auch wenn die Jungdarsteller des Filmes erstklassige Arbeit abliefern, gerade Emile Hirsch sticht mit seiner Performance heraus, und damit hoffnungsvolle Aspiranten für die Zukunft sind, der geht der Film doch eigentlich ums Skaten. Und nachgestellte Stunts sind oft nicht so beeindruckend wie das Original. Wo man bei der Dokumentation durch die Waghalsigkeit der Jungs beeindruckt wurde, muss im Film der Schnitt herhalten.
Alle Skateszenen sind in atemberaubendem Tempo aufgelöst, als ob Regisseurin Catherine Hardwicke eben genau über diesen Mangel an Risiko hinweg täuschen will. Fairerweise muss man dazu sagen, dass dieser Schnitt-Rhythmus im heutigen Kino keine Ausnahme ist, und sich somit in die lange Liste des so genannten MTV-Style einfügt.
Eine ungewöhnlichere Entscheidung ist die Farbkorrektur der Szenen am Ocean Park Pier. Die Szenen wirken traumartig durch die entsättigten Farben, teilweise erinnert der Stil an Teile aus Moulin Rouge (2001), etwas, was vermutlich den Mythos des Ortes unterstreichen soll, im Kontext des Filmes jedoch mehr als merkwürdig wirkt.
Dogtown Boys ist erst der zweite Film der Regisseurin nach ihrem umjubelnden Debüt Thirteen (2003), die interessanterweise vordem als Production Designer für Filme wie Three Kings (1999), Vanilla Sky (2001) und Laurel Canyon (2002) gearbeitet hat. Sie löste David Fincher ab (eine ungewöhnliche Entscheidung), der sogar schon damit angefangen hatte Set Designs für den Film bauen zu lassen.
Nichtsdestotrotz kann man dem Film seinen Charme nicht absprechen. Wobei dies hauptsächlich den phänomenalen Darstellern zuzuschreiben ist, deren Performance in jeder Minute des Filmes glaubhaft ist. Angefangen mit Heath Ledger über den schon gelobten Emile Hirsch bis tatsächlich hin zu Johnny Knoxville, der angenehm unauffällig bleibt.
Kehrt man jedoch zur Frage zurück ob der Film tatsächlich so real ist, wie er zunächst verspricht, muss man sie bald mit Nein beantworten. Am Auffälligsten ist, dass sich in diesem Film niemand jemals zu verletzen scheint, zumindest nicht als Folge des Skaten. Bei einer Sportart, bei der das nur eine Frage der Zeit ist, eine interessante Darstellung. Stattdessen wird mit einer verkorksten Familiengeschichte in Jays Heim hergehalten, was für den Film nicht nur uninteressant sondern auch irrelevant bleibt.
Eine aufschlussreiche Feststellung hingegen bleibt die Tatsache, dass Stacy Peralta nun schon den zweiten Film über seine Jugend macht. Nach der Dokumentation hätte es diesen Spielfilm nun wirklich nicht bedurft. Offensichtlich hängt der Mann an diesem Teil seines Lebens. Bleibt für ihn als Filmemacher zu hoffen, dass er den Absprung schafft und weiter gehen kann zu anderen Themen.
| FAZIT
Wenn auch nicht so gut wie die Dokumentation, ein Film mit seinem eigenen Charme.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung