Überall auf der Welt haben sich die Zombies durchgesetzt. Die letzten übriggebliebenen Menschen verschanzen sich in einer Stadt, die vom skrupellosen Geschäftsmann Kaufman beherrscht wird. Söldnertruppen verüben nächtliche Überfälle ins Zombieland; Riley, einer davon, träumt zusammen Charlie von einem Leben außerhalb jeder Zivilisation, Cholo erhofft sich einen durch Kaufman begünstigten gesellschaftlichen Aufstieg. Als dieser verweigert wird, entführt er einen waffenstarrenden Panzer entführt und Kaufman erpresst, soll Riley ihn zurückhalten.
Währenddessen aber haben die Untoten ihre Intelligenz entdeckt, mit einfacher Kommunikation und einfachen Waffen machen sie sich auf, in der Stadt ein Schlachtfest zu feiern...
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| FILMKRITIK
Mit seinem Regiedebüt „Night of the Living Dead“ gilt George A. Romero als der Vater des modernen Zombiefilms. Nun läuft der vierte Teil der Living-Dead-Filme an, und nach Farm oder Kaufhaus haben sich die Menschen nun vor den Zombies in einer Stadt verschanzt, hinter Flüssen, Mauern, Elektrozäunen. Der Gründer und oberste Herr der Stadt ist Kaufman, von Dennis Hopper gewohnt psychopathisch gespielt. Er hat sein Metropolis aufgebaut, mit einer Oberstadt, genannt Fiddler’s Green, wo die Reichen sorglos leben und vor allem konsumieren können, und mit den Slums in den Straßen, wo die Unterschicht – oder diejenigen, die von Kaufman zur Unterschicht erklärt wurden – mit Prostitution, Drogen und Vergnügungshallen ruhiggestellt sind – dort werden Zombies zum Amüsement ausgestellt, und in mörderischen Wettspielen werden auch schon mal Nutten den Untoten vorgeworfen.
Die Menschen haben die Zombies ausgeschlossen, oder, anders gesehen, sie haben sich eingeschlossen. Und merkwürdig: wenn man zu Anfang des Films die Raubzüge von Kaufmans Versorgungseinheiten im Land der Toten sieht, bemerkt man eine Vertauschung der Rollen: Untote werden jetzt von den Lebenden bedroht, die sie mit Feuerwerk ablenken und dann, wenn sie gebannt zum Himmel starren, gnadenlos abschlachten, auf der Suche nach zu plündernden Warenhäusern und Schnapsläden. Eine Vermischung ist eingetreten: ein riesenhafter schwarzer Tankwart sieht auf den ersten Blick ganz normal aus, er ist der Zombie, der seine Intelligenz entdeckt und die Armee der Untoten gegen die Stadt anführt. Und Charlie, der Freund von Riley, hat ein narbenzerfressenes Gesicht, wie die halbverwesten lebenden Toten…
Die politischen Untertöne sind überdeutlich in der Darstellung der faschistoid regierten Stadt mit einem geldgierigen Kaufman an der Spitze, der nicht nur die minderwertigen Zombies fernhält, sondern auch seine Untergebenen in privilegiert und unterprivilegiert einteilt, ihnen das jeweilige Opium fürs Volk zuweist. „Wir verhandeln nicht mit Terroristen“ erklärt er auf den Erpressungsversuch des frustrierten, weil in seinem Egoismus enttäuschten Cholo – subtil ist Romeros Gesellschaftskritik nicht.
Dafür weiß er genau die Wirkungen im Kleinen abzuschätzen, die wohldosierten Schockmomente einzusetzen. Und er weiß, wie er die Splattereffekte am besten kurz, dafür effektvoll zeigt: Kein Bad in Gedärmen, dafür kurze Blicke auf Unaussprechliches. Und dabei der Blick aufs Detail: wie ein Zombie einen Piercingring aus einem Bauchnabel reißt, wie ein anderer mit der Hand durch den Mund seines Opfers isst.
Die beiden großen Parallelhandlungen – der Einfall der Zombies in die Stadt und die Jagd nach dem gestohlenen Panzergefährt „Dead Reckoning“ – vermag er nicht so recht zu jonglieren, hier vergibt Romero die Möglichkeiten, alles an Suspense-Spannung herauszuholen, was möglich wäre. Und die Dialoge sind, zumindest in der Synchronfassung, teilweise wie von Zombies hirnlos heruntergeleiert…
Die Zombies lernen mit Werkzeugen und Waffen primitiv umzugehen, eine Evolution der Toten: Und ironischerweise hat dadurch am Ende Riley sein Ziel erreicht, Riley, der Menschenfeind, der einen Zufluchtsort sucht vor einer verderbten, dekadenten Gesellschaft, die alles Unangenehme aussperrt und dafür die eigene Unfreiheit in Kauf nimmt. Am Ende sind die Menschen, die Riley das Leben im umzäunten Stadtgefängnis vergällt haben, tot, und die Welt steht am Anfang eines neuen, vielleicht besseren Gleichgewichts zwischen Lebenden und lebenden Toten.
| FAZIT
Kein Klassiker, aber wirkungsvoller Horror mit gesellschaftskritischen Untertönen von Altmeister Romero.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung