Eine alte Frau wird Zeugin eines Raubüberfalls in einem Detroiter Laden. Die Gangster erschießen sie. Die vier erwachsenen Adoptivsöhne der Frau, zwei Weiße und zwei Schwarze, kommen in ihrem Haus zusammen. Sie sind nicht gerade das, was man wohl geraten nennt, allen voran der älteste, Bobby Mercer. Nur Jeremiah Mercer hat ein Unternehmen, eine Familie. Bobby will mit seinen Brüdern die Gangster jagen.
Bald stellt sich heraus, dass der Raubüberfall fingiert war, die alte Frau gezielt ermordet wurde. Dahinter steckt der örtliche Gangsterboss Victor Sweet, der auch bei den Behörden Beziehungen spielen lässt. Jeremiah war mit seinem Geschäft näher zu ihm in Verbindung geraten, als es der alten Mutter lieb sein konnte. Die Brüder nehmen Rache, und zwar gründlich. Einer von ihnen stirbt dabei, die Gegner werden eigenhändig hingerichtet.
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| FILMKRITIK
40 Jahre nach dem Western mit John Wayne, „Die vier Söhne der Katie Elder“, nimmt sich Regisseur John Singleton („2 Fast 2 Furios“) des Themas in einer modernen Großstadtversion an. Doch die Liebe zu der guten, verstorbenen Mutter ist hier nur Vorwand für einen harten Selbstjustizstreifen, der auf moralische Skrupel verzichtet.
Am Tisch im Haus der ermordeten Mutter versammelt, verzehren die vier Kerle einen Thanksgiving-Truthahn und erinnern sich wehmütig daran, wie sie ihnen, die schwere Fälle der Jugendfürsorge waren, Zuneigung schenkte und Manieren beibrachte. Doch die Typen in Lederjacken machen nur spärlich Gebrauch von ihrer moralischen Erziehung, denn bald ziehen sie bewaffnet ins Schneetreiben um die Blöcke. Sie lassen einen Zeugen aus dem Fenster fallen, sie liefern sich eine funkensprühende Verfolgungsjagd im Auto mit den Ladenräubern, an deren Ende die Exekution der Täter steht.
Der Schrecken aber geht noch weiter, denn der Gangsterboss will Rache. Er schickt maskierte Schützen zum Haus der Mercers, und was dann folgt, ist ausführlich brutal. Die Actionszenen sind hauptsächlich aus Nahaufnahmen und schnellen Schnitten komponiert, was Spannung garantiert. Doch es gibt Bilder, die vermuten lassen, der Regisseur habe die Messlatte für einen harten Actionfilm nur ja nicht zu niedrig anlegen wollen.
Der älteste Mercer-Bruder, Bobby (Mark Wahlberg), ist im Grunde ein Psychopath, der, einmal in Fahrt, kaum mehr zu stoppen ist. Er ist die treibende Kraft hinter der Selbstjustiz, und man nimmt ihm die Tränen um seine Mutter oder den erschossenen Bruder nicht als echte Gefühlsregung ab. Dafür ist nicht nur sein Charakter zu eindimensional auf Gewalttätigkeit angelegt, und es fehlt der Geschichte völlig an Humor und Zwischentönen. Die Szenen mit Jeremiahs Frau oder Angels Freundin wirken grotesk aufgesetzt.
Der westernähnliche Showdown findet dann auf einem gefrorenen See statt. Die Gangster kommen in Autos, Bobby nähert sich im offenen Mantel zu Fuß, und hat ein Kreuz vor der Brust baumeln. Er will sich mit dem Gangsterboss schlagen, aber dies ist kein Western, dies ist kein Film über christliche Werte, und nicht nur dem Bösen wird es gründlich kalt ums Herz.
Am Ende bauen die drei übrig gebliebenen Brüder das zerschossene Haus der Mutter wieder auf. Bobby erscheint dabei die lächelnde, strickende Alte, die ihm sagt, wie gut es sei, ihn wieder in der Nähe zu haben. Makabrer geht es kaum, und daraus wird eine unfreiwillige Warnung vor der Rückkehr in archaische Gesellschaften.
| FAZIT
Selbstjustizfilm, in dem Werte wie Familie und Gerechtigkeit nur dünner Vorwand für harte Actionszenen sind.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung