Tauchlehrer Jared (Paul Walker) träumt vom großen Schatzfund, müht sich jedoch nur mit seinem lecken Kahn ab. Seine Freundin Sam (Jessica Alba) steht trotzdem zu ihm. Als Jareds Kumpel, der Anwalt und Hallodri Bryce (Scott Caan) mit seiner neuen Freundin Amanda (Ashley Scott) die beiden auf den Bahamas besucht, entdecken die vier bei einem Tauchgang Hinweise auf ein historisches Wrack – und ein versunkenes Flugzeug voller Drogen. Obwohl sie abmachen, sich nur um die Ausgrabung des Schiffes zu kümmern, stellt das schnelle Geld eine zu große Verführung da.
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| FILMKRITIK
Schöne braungebrannte junge Menschen beim Wassersport beobachten – das scheint anfangs das höchste Ziel von „Into The Blue“ zu sein. Der Film schwelgt zu feschen Reggae- und Rap-Rhythmen in traumhaften Unterwasserbildern, im Blau von Paul („The Fast and The Furious“) Walkers Augen und berauscht sich nachgerade schamlos an Jessica Albas Reizen, die von eigentlich schon nicht mehr vorhandenen Bikinis und Hotpants angepriesen werden. Mächtig cool und sexy, fürwahr.
Dass darüber die Charaktere kaum mehr als den Standarttypen entsprechen, darf man nicht krumm nehmen. Im Gegenteil, bei soviel geballter Attraktivität muss Walker geradezu den armen, stolzen und aufrechten Sunnyboy geben – während allerdings dem Püppchen Alba jenseits von Po und Schlafzimmerblick drehbuchmäßig nicht mehr zugetraut wurde als die Klischeefreundin, deren Charakterzüge sich auf enervierende Nettigkeit und Rechtschaffenheit beschränken. Dass Alba dieser Pappfigur darüber nichts abgewinnen kann, schmerzt nur noch mehr.
Wie es anders geht, zeigt hingegen Scott Caan als Teufels Advocat und Kumpel Bryce, von dem man von der ersten Minute an weiß, dass er nichts als Spaß aber auch einen Haufen Ärger bringt. Auch nicht gerade originell. Aber Caan lässt hinter dieser ausgelutschten Rolle eine eigensinnige Tiefe erkennen, die den Film vor allem dann spannend macht, wenn Caans Bryce seinen Freund Jared dazu überzeugen will, doch vom Drogenfund zu profitieren. Die Chance, Mann! glaubt Bryce wirklich, stochert dabei treffsicher in Jareds Lebens-Wunden, und wenn man sieht, wie dieser tatsächlich in Versuchung gerät, wird „Into The Blue“ interessant. Nicht trotz sondern gerade wegen seiner gelackten Oberfläche.
Freilich weiß der Film nicht wirklich die Untiefen von Gier, Versuchung, Mißtrauen und die daraus resultierende Tragödie auszukosten, so wie es etwa Sam Raimis „Ein einfacher Plan“ tut. Allzu brav bleiben die Guten. Doch es überrascht, was für einen soliden Thriller, mehr noch ein Krimi-Drama, Regisseur Stockwell aus den MTV-Videoclip-Zutaten bereitet – und dass er sich dabei fast schon altmodisch zurückhaltender und umso packenderer filmischer und erzählerischer Spannungsmittel bedient. Behutsam wird da ein – auch psychologischer – Spannungsbogen aufgebaut, wird fast schon aufreizend langsam aus dem Abenteuerfilm ein Krimi, kommen die Gangster ins Spiel. Nur zuletzt, das platzt alles in einem Action-Showdown voller unnötiger Brutalität. Sei’s drum. Es hätte schlimmer werden können.
| FAZIT
Ein gestylter Hochglanzfilm voller schöner Unterwasserbilder und junger sexy Menschen, der sich bei aller Seichtheit als überraschend solides Abenteuer- und Krimi-Drama entpuppt.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung